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Biometrische Risiken kennen und absichern

16.05.2024; aktualisiert: 15.01.2026 – Lesezeit: 4 Minuten Krankheit oder ein Schicksalsschlag kommen meist unerwartet und verändern das Leben schlagartig. Biometrische Risiken betreffen die eigene Existenz, die Familie und die Sicherheit. Erfahren Sie, warum Vorsorge emotionale Ruhe schenken kann und warum jede Entscheidung dabei sehr persönlich ist.

Inhaltsübersicht

Was versteht man unter Biometrie? Was sind biometrische Risiken? Warum die Absicherung biometrischer Risiken so wichtig ist So lassen sich existenzbedrohende Risiken sinnvoll absichern

Was versteht man unter Biometrie?

Der Begriff „Biometrie” beschreibt das Messen von Eigenschaften des Menschen. Er stammt aus dem Griechischen: bios bedeutet Leben und metron Maß. Vereinfacht gesagt geht es bei der Biometrie also um die „Vermessung des Lebens“. In der Wissenschaft werden dabei körperliche Merkmale und Lebensdaten ausgewertet, beispielsweise für Statistiken zur Lebenserwartung oder Gesundheit.
In der Versicherungswelt hat die Biometrie jedoch eine besondere Bedeutung. Dabei geht es nicht um Fingerabdrücke oder Iris-Scans. Der Begriff fasst vielmehr sogenannte biometrische Risiken zusammen. Dazu zählen Ereignisse, die den Lebensverlauf und das Einkommen eines Menschen betreffen können. Das sind beispielsweise Krankheit, Berufsunfähigkeit oder ein vorzeitiger Todesfall. Versicherungen nutzen statistische Daten, um abzuschätzen, wie wahrscheinlich solche Ereignisse sind und wie sie finanziell abgesichert werden können. Im Alltag begegnet uns Biometrie dagegen meist in einem ganz anderen Zusammenhang, nämlich bei der Identifizierung von Personen. Dazu zählen Verfahren wie Fingerabdruck-Sensoren in Smartphones, Gesichtserkennung oder Iris-Scans. Diese sogenannten biometrischen Erkennungsverfahren – auch Biometrik genannt – sollen Personen eindeutig identifizieren. Eingesetzt beispielsweise zur Zugangskontrolle oder zur Gewährleistung der Sicherheit.

Was sind biometrische Risiken?

ein vorzeitiger Tod/Unfalltod die Erwerbsunfähigkeit durch schwere Krankheiten oder Unfälle mit schwerwiegenden Folgen wie Invalidität die Langlebigkeit die Pflegebedürftigkeit
Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts dieser Risiken wird zwar von individuellen Faktoren wie Alter, Beruf oder Lebensstil beeinflusst. Das heißt, der Einzelne kann seine Risiken in begrenztem Umfang reduzieren. Das ändert jedoch nichts daran, dass diese Risiken als unvorhersehbare Ereignisse ständige Begleiter des Lebens sind. Nicht zuletzt hat die Corona-Pandemie gezeigt, wie schnell externe Geschehnisse das eigene Leben einschneidend und nachhaltig verändern können. Der Einzelne kann sie weder kontrollieren noch vermeiden.  Küchenphilosophisch könnte man es auch mit den Worten von Forrest Gump ausdrücken: 

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man bekommt. (Forrest Gump)

Warum die Absicherung biometrischer Risiken so wichtig ist

Eine schwere Krankheit, ein Unfall oder der Verlust der Arbeitskraft können jeden treffen. Solche Situationen gefährden nicht nur die Gesundheit, sondern auch die finanzielle Existenz. Deshalb muss es ein zentraler Bestandteil der eigenen privaten Vorsorge sein, solche Lebensereignisse zumindest zum Teil finanziell abfedern zu können. Im Ernstfall bleiben Sie finanziell handlungsfähig, denn sie hilft
laufende Kosten zu decken, den gewohnten Lebensstandard möglichst zu erhalten und Verpflichtungen weiterhin erfüllen zu können.
Viele Menschen empfinden es als große Erleichterung, in schwierigen Lebensphasen zumindest keine zusätzlichen Geldsorgen zu haben. Gleichzeitig schützt private Vorsorge auch Partner, Kinder oder andere Angehörige vor finanziellen Belastungen. Trotzdem sind viele Menschen in Deutschland nicht ausreichend abgesichert. Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung auf staatliche Leistungen vertraut oder Risiken unterschätzt.  Dabei sprechen die Zahlen eine klare Sprache: Etwa jeder vierte Erwerbstätige verliert im Laufe seines Berufslebens seine Arbeitskraft. Außerdem ereignen sich jährlich rund 7,1 Millionen Unfälle im Haushalt und in der Freizeit. Besonders häufig passieren schwere Unfälle im häuslichen Umfeld. Diese Fakten verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich frühzeitig mit der eigenen Absicherung auseinanderzusetzen.
Zu Versicherungen informieren, die Arbeitskraft und Einkommen schützen

So lassen sich existenzbedrohende Risiken sinnvoll absichern

Nicht jedes Risiko lässt sich absichern und ein Rundum-Schutz wäre für die meisten Menschen ohnehin unbezahlbar. Es gilt, die wirklich existenzbedrohenden Risiken zu priorisieren. Welcher Versicherungsschutz sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Lebenssituation, dem Einkommen, der Familie und dem Lebensstil ab. Eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Verträge ist empfehlenswert.
Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die wichtigsten biometrischen Risiken und typische Möglichkeiten zur Absicherung.

Vorzeitiger Tod – Absicherung für Hinterbliebene

Ein früher Todesfall betrifft vor allem die Menschen, die finanziell von Ihnen abhängig sind. Dazu zählen Partner, Kinder oder auch Verpflichtungen wie ein Immobilienkredit. Eine Risiko-Lebensversicherung sorgt dafür, dass Hinterbliebene finanziell abgesichert sind und laufende Kosten weiterhin getragen werden können.

Unfall – Schutz auch in der Freizeit

Der gesetzliche Unfallschutz greift nur bei Arbeits- und Wegeunfällen sowie in bestimmten Betreuungseinrichtungen. Unfälle in der Freizeit oder beim Sport sind nicht abgedeckt, obwohl sie besonders häufig vorkommen. Eine private Unfallversicherung, die individuell angepasst werden kann und bei dauerhaften gesundheitlichen Folgen finanzielle Unterstützung bietet.

Verlust der Arbeitskraft – eines der größten Risiken

Viele Menschen verlieren ihre Arbeitskraft nicht durch Unfälle, sondern durch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnouts. Wer nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten kann, hat oft mit erheblichen Einkommens-Einbußen zu kämpfen. Die staatliche Erwerbsminderungs-Rente reicht in der Regel nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu sichern. Dabei ist es wichtig, zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit zu unterscheiden: Berufsunfähigkeit: Der bisher ausgeübte Beruf kann nicht mehr ausgeübt werden. Erwerbsunfähigkeit: Es ist kaum oder gar keine Arbeit mehr möglich. Ein Berufswechsel ist häufig schwierig und meist mit finanziellen Verlusten verbunden. Eine Berufsunfähigkeits-Versicherung gilt als wichtigste Absicherung gegen den Verlust der Arbeitskraft. Alternativ können Versicherungen gegen schwere Krankheiten eine Ergänzung sein.
 

Langlebigkeit – wenn das Geld länger reichen muss

Ein langes Leben ist wünschenswert. Finanziell kann es jedoch zur Herausforderung werden. Wer länger lebt als geplant, riskiert, dass die Ersparnisse vor dem Lebensende aufgebraucht sind. Ein ausgewogener Mix aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge und privater Vorsorge sorgt für ein lebenslanges Einkommen und finanzielle Sicherheit im Alter.

Pflegebedürftigkeit – ein oft unterschätztes Risiko

Mit der steigenden Lebenserwartung wächst auch die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden. Viele verlassen sich dabei auf die gesetzliche Pflegeversicherung. Diese deckt jedoch nur einen Teil der tatsächlichen Kosten. Die finanzielle Lücke müssen Betroffene oder Angehörige selbst tragen. Eine private Pflegeversicherung oder Pflegezusatz-Versicherung kann diese Lücke schließen und Angehörige entlasten.

Auch wenn du alle Risiken kennst, werden die Risiken nicht kleiner. Aber die Gefahr, ihnen zum Opfer zu fallen, sinkt. (Georg-Wilhelm Exler)

Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
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