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Steinmarder im Garten

So schützen Sie Ihr Auto vor Marderbissen

15.11.2023; aktualisiert: 22.07.2026 – Lesezeit: 7 Minuten Marderbisse führen jedes Jahr zu Millionenschäden an kaskoversicherten Pkw. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist zwar die Zahl der Marderbisse nur leicht gestiegen. Die einzelnen Schäden werden jedoch immer teurer: Im Schnitt zahlen die Versicherer für jeden Marderbiss 500 Euro und mehr. Mit Marderschäden muss man das ganze Jahr über rechnen. Zur Abwehr sind leichte Stromschläge wirklich hilfreich, da sie das Tier vertreiben, aber nicht verletzen. Eine gute Kfz-Versicherung kommt nicht nur für die unmittelbaren Schäden auf, sondern auch für eventuelle Folgeschäden.

Inhaltsübersicht

Marder lieben Autos als ruhige Rückzugsorte Diese Autoteile sind durch Marderbiss gefährdet Marderschäden sind schwer zu erkennen Welche Versicherung bei Marderschäden zahlt So lässt sich das Auto gegen Marder schützen Welche Automarken Marder bevorzugen

Schäden entstehen durch aggressives Revierverhalten

Kuriosum: Während der Corona-Pandemie-Jahre waren die Schadenfälle durch Marderbisse sogar leicht rückläufig. Die putzigen Tiere haben sicher nicht in freiwilliger Isolation fernab der virusgebeutelten Zivilisation ausgeharrt. Das liegt vielmehr an ihrem Sozialverhalten. Sie sind Einzelgänger, die ihr Revier mit Duftstoffen und Exkrementen markieren. Dazu genügt es bereits einmal über die Motorhaube eines Autos zu laufen. Die Duftdrüsen liegen nämlich zwischen den Zehen. Wird das Auto bewegt und im Revier eines anderen Marders geparkt, reagieren besonders die Männchen aggressiv auf die fremde Duftspur. In der Folge wüten sie regelrecht im Motorraum gegen den vermeintlichen „Kontrahenten" und zerbeißen dabei Kabel und Schläuche. Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen wurden die Fahrzeuge weniger bewegt und somit reviertreuer geparkt.

Marder lieben Autos als ruhige Rückzugsorte

Marder leben überall, wo sie Unterschlupf finden. Als sogenannte Kulturfolger passen sie sich geschickt und ohne Scheu an die Lebensbedingungen im menschlichen Umfeld an. Die kleinen Allesfresser akzeptieren auch den Motorraum eines Autos als Bleibe. Nicht weil sie Appetit auf Gummi und Kunststoff hätten, sondern weil es unter der Motorhaube sicher und warm ist. Für die Gemütlichkeit sorgen sie selbst. Sie statten ihr Lieblingsplätzchen mit Laub, Zeitungsresten und ähnlichen Materialien aus, um es noch komfortabler zu gestalten. Manchmal lassen sie sogar Essensreste wie tote Tiere oder Obst zurück. Neben den kleinen scharfen Marderzähnchen kann auch dieses Nistmaterial Unheil verursachen. Unter Umständen kann es durch die hohen Motor-Temperaturen Feuer fangen. Wie gesagt, der Erstbezugs-Marder verhält sich im duftneutralen Blechzuhause noch ganz manierlich. Es ist nicht auszuschließen, dass er aus purer Neugier und Spieltrieb mal zart in ein Kabel beißt. Die heftigen Schäden verursacht erst ein hormongesteuerter Revierverteidiger auf vier Pfoten.
Um nicht die gesamte Marder-Tierfamilie in Sippenhaft zu nehmen: Die flauschigen Kabel-Aggressoren sind in der Regel Steinmarder (auch Dach- oder Hausmarder genannt). Die kleinen Raubtiere sind ursprünglich in Mischwäldern und felsigen Regionen zu Hause. Unter Menschen besiedeln sie auch Dachböden, Scheunen und Ställe. Schäden verursachen sie ebenfalls, wenn sie in Hühner-, Vogel- und Kaninchenställe eindringen. Aufgrund des angestachelten Tötungsreflexes durch panische Tiere überleben die meisten Stallbewohner den Besuch nicht.

Diese Autoteile sind durch Marderbiss gefährdet

weiche Kunststoffschläuche (Wischwasser-Schläuche, Kühlwasserleitungen) Gummimanschetten Zündkabel Stromkabel Dämm-Material Faltenbälge an Antriebswelle und Lenkung
Marder haben weniger „Spaß“ an Bremsschläuchen, Keilriemen, Reifen und Kraftstoffleitungen.

Marderschäden sind im Auto schwer zu erkennen

Wie die Experten von Autobild schreiben, sind Marderschäden nur schwer zu erkennen. Vielleicht kann man Kratzspuren an der Dämmwolle, Haare oder Bissspuren an Schläuchen und Kabeln ausmachen. Kühlwasserschläuche können bei laufendem Motor auf einen Marderbiss überprüft werden: Tropft Kühlwasser heraus oder bildet sich ein feiner Strahl, war mit Sicherheit ein Steinmarder am Werk. Am offensichtlichsten sind noch die kleinen Pfotenabdrücke (nur echt mit fünf Zehen) auf der Karosserie. Ein Hinweis, dass sich das Pelztier im Auto niedergelassen hatte. 

Folgeschäden meist teurer als ein durchgebissenes Kabel

Die wenigsten Autofahrer dürften morgens ihren Motorraum auf Spuren eines nächtlichen Untermieters untersuchen und so Schäden entdecken. Bleiben diese zunächst unbemerkt, können angebissene Zündkabel den Katalysator lahmlegen und undichte Kühlschläuche zu Motorüberhitzung führen. Im schlimmsten Fall kommt es durch kaputte Gummimanschetten zu Schäden an den Antriebs- oder Achsgelenken des Fahrzeugs. Hier ist dann auch die Fahrsicherheit des Autos gefährdet. Reparaturen von Marderbiss-Schäden sind an sich schon teuer. Entstehen Folgeschäden, geht ihre Behebung richtig ins Geld.
Wichtig: Stellen Sie einen Marderverbiss fest, sollten Sie in jedem Fall Ihren Motorraum professionell vom Fachmann reinigen lassen. Das ist die einzige Möglichkeit, die Duftspuren der Nagetiere zu entfernen. So vermeiden Sie, dass der nächste Artgenosse wieder in Ihrem Auto randaliert.

Marderbisse am Elektroauto selten aber sehr teuer

Ein Marderbiss birgt für jedes Auto Gefahren. Auch ein Elektroauto ist davon nicht ausgenommen. Allerdings sind beim Elektrofahrzeug der Unterboden und alle Hochvoltleitungen durch spezielle Schutzrohre, dicke Isolierungen und spezifische Verkleidungen besonders gut gesichert. Hier muss ein Marder ganz schön ackern, um sich in Teile des Stromers zu verbeißen. Bei Elektroautos sind Biss-Schäden deshalb eher selten, dafür aber heftig teuer. Die Stromkabel lassen sich nämlich nicht reparieren, sondern der gesamte Kabelstrang muss komplett ausgetauscht werden. Dabei können schon mal bis zu 7000 Euro fällig werden.
Gut zu wissen: Die Gefahr eines Stromschlags durch Biss-Schäden besteht nicht. Sobald Schutzhüllen oder Kabelisolierungen defekt sind, wird dies in der Überwachung des Hochvoltsystems registriert und erkannt. Es erscheint eine Warnmeldung.

Welche Versicherung bei Marderschäden zahlt

Teil- oder Vollkaskoversicherte sind gegen finanzielle Schäden durch Marderbisse abgesichert. Eine Autoversicherung mit einem umfangreichen Leistungskatalog lohnt sich daher. Denn sie versichert nicht nur die unmittelbaren Schäden am Fahrzeug durch Tierbisse. Sie kommt nämlich auch für die teuren Folgeschäden auf. In der Regel kann man je nach Tarif zwischen verschiedenen Deckungssummen wählen.

So lässt sich das Auto gegen Marder schützen

Hausmittel

Sie sollten sich nicht auf bekannte Hausmittel verlassen, die Marder per Geruch in die Flucht schlagen sollen. Dazu zählen beispielsweise Hunde- und Katzenhaare, WC-Steine und Mottenkugeln. Daneben gibt es im Fachhandel auch diverse Sprays und Pasten zu kaufen, die Mardern unangenehm in die Nase steigen sollen. Das Abwehrpotenzial ist fraglich! Einerseits können sich die Gerüche verflüchtigen, beispielsweise durch Feuchtigkeit. Zum anderen gewöhnen sich Marder schnell daran und die Gerüche stinken ihnen nicht mehr.

Maschendraht unterm Auto

Auch der Maschendraht, den man nach dem Abstellen unters Auto legt, wird gern als Tipp weitergegeben. Möglichst engmaschig sollte der Draht sein. Soll helfen, weil Marder aufgrund ihrer empfindlichen Pfoten keine gitter- und drahtartigen Untergründe mögen. Kann versagen, wenn der kleine Räuber einen anderen Weg ins Auto findet.  

Abschottung des Motorraums

Einige Autohersteller bieten als Sonderausstattung eine Motorraum-Abschottung ihrer Fahrzeuge an. Sie decken den gesamten Bereich unter der Motorhaube ab. Durch ein Verschließen mit Borstenvorhängen und einem Lochblech werden die Zugänge für die Marder versperrt. Eine Maßnahme, die sich bewährt hat. Für viele Automodelle ist die Abschottung auch als Nachrüstware erhältlich.

Leitungen ummanteln

Wer sein Auto selbst schützen möchte, kann die Kabel mit zusätzlichen Schläuchen aus Hartplastik ummanteln. Diese gibt es in jedem Kfz-Zubehörhandel. Dabei muss sorgfältig gearbeitet werden. Der Mantel darf sich nicht bewegen, da sonst empfindliche Stellen aufgescheuert werden könnten oder er mit heißen Teilen in Berührung kommen könnte. Diese Ummantelung ist jedoch für die häufig angebissenen Schläuche und Achs-Manschetten nicht geeignet.

Ultraschall

Menschen können hochfrequente Geräusche im Ultraschall-Bereich nicht wahrnehmen. Für Marder sind sie jedoch unangenehm und halten sie vom Auto fern. Dabei wird das Tier weder verletzt noch erleidet es Schmerzen. Ein solcher Marderschreck lässt sich problemlos unter der Motorhaube anbringen. In der Regel wird er entweder mit eigenen Batterien betrieben oder an die Autobatterie angeschlossen. Mit der Zeit können sich die Marder jedoch an das Geräusch gewöhnen. Deshalb ist der Ultraschall-Schutz umstritten.

Strom

Eine funktionierende, dauerhafte Lösung zum Schutz des Autos ist der Einsatz von elektrischem Strom. Das Prinzip funktioniert wie ein elektrischer Weidezaun auf der Wiese. Im Motorraum werden an verschiedenen Stellen Elektroden angebracht. Den Strom liefern zwei Knopfzellen. Berührt der Marder die beiden blanken Metallplättchen, erhält er einen Stromschlag. Verletzt wird er dadurch nicht. Der kleine Beißer erschrickt sich nur und sucht das Weite.  

Welche Automarken Marder bevorzugen

Statistiken, die meist von Versicherern erstellt werden, zufolge bevorzugen Marder die Automarken BMW, VW, Mercedes, Audi und Škoda. Toyota, Suzuki, Renault und Ford mögen sie hingegen nicht. In der Schweiz hingegen knabbern Marder besonders häufig an Autos der Marken Ford, Renault, VW, Seat, Skoda und Alfa Romeo. Deutlich seltener machen sie sich bei BMW, Jaguar, Mercedes-Benz, Smart und Suzuki ans Werk. Wenn sie die Geruchsspur eines Artgenossen wittern, dürfte die Marke egal sein. Dann drehen sie eben einfach durch.
Gehen wir mal davon aus, dass Marder nicht markenaffin sind. Welche Gründe könnte es geben, dass sie bestimmte Autotypen häufiger heimsuchen? Das könnten zum Beispiel sein:
Bei der Herstellung mancher Plastikteile werden geringe Mengen an Fischmehl verwendet. Die Marder wittern das Fischmehl und nehmen die nette Einladung für eine Mahlzeit sehr gern an. Das Leckerchen besteht folglich aus Kabeln und Schläuchen. Durch das Verwenden spezieller Verkleidungsteile im Motorraum gelangen die Marder einfacher in den Innenraum.

Statistik trifft auf eigenes Erleben

Statistik hin oder her: Vielleicht ist alles nur Zufall. Man weiß es nicht genau. Dass Marder gern in größere Autos eindringen, weil sie dort mehr Platz haben, stimmt auch nicht immer. Aus eigenem Erleben quetschte sich ein Marder in den sehr kleinen Motorraum eines sehr kleinen Kleinwagens aus Asien. Im SUV des Nachbarn nebenan (völlig ohne Marderschutz, aber von Toyota) hätte er dagegen Samba tanzen können. Und der angeblich bei Mardern beliebte Familien-Skoda zeigt regelmäßig Pfoten- und Rutschspuren, hatte aber bisher keine Biss-Schäden. Manche Marder mögen eben kuschlige Tiny-Cars. Die niedlichen Fellbündel scheinen zudem sorgsam ihr Nachtquartier auszuwählen. Das haben  konspirative Balkonbeobachtungen ergeben. Denn der Haus- und Hofmarder (man kennt sich) rennt in der Dämmerung unter den Autos die Straße mehrmals prüfend hoch und runter. Bis er verschwindet. Auf jeden Fall hat der Kleinwagen nun einen kleinen Stromschocker im Motorraum und es herrscht Ruhe an den Kabeln und Schläuchen. Nur der Marder grüßt nicht mehr.
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
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