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Mann verdreht genervt die Augen

So reagieren Sie souverän auf Beleidigungen

Dresden, 08. Mai 2024 – Lesezeit: 5 Minuten Manche halten das Internet für einen rechtsfreien Raum und trauen sich nur dort, andere nach Herzenslust zu beleidigen. Aber auch im persönlichen Streit oder bei Auseinandersetzungen, bei denen die Emotionen hochkochen, wird schnell beleidigt. Viele Menschen bereuen ihre Worte zumindest, wenn sie merken, dass sie jemanden verletzt haben. Anderen wiederum ist das völlig egal. Doch wie können Sie souverän auf eine Beleidigung reagieren? Zum Beispiel mit zehn schlagfertigen Kontersätzen.

Inhaltsübersicht

Das können Gründe für Beleidigungen sein So reagieren Sie souverän Zehn wirksame Kontersätze kennen Zur Abgrenzung: strafbare Ehrverletzungsdelikte
Die folgenden Informationen und Tipps, mit Beleidigungen umzugehen, stammen von Burkhard Heidenberger. Er ist Trainer und Gründer der „ Zeitblüten-Seite", die sich mit Arbeitsmethodik, Stress- & Zeitmanagement beschäftigt.

Verletzte Menschen verletzen Menschen

(Burkhard Heidenberger)

Die Gründe für Beleidigungen können vielfältig sein

Alle - ohne Ausnahme - sind schon einmal beleidigt worden. Sei es am Arbeitsplatz durch Vorgesetzte oder Kollegen. Sei es im privaten Umfeld durch Bekannte, Familienmitglieder, Partner oder Partnerinnen. Die Gründe, warum uns jemand beleidigt, können also vielfältig sein. 
Die häufigsten Gründe sind: Die beleidigende Person wurde in der Vergangenheit selbst emotional verletzt und überträgt ihren Schmerz auf andere (verletzte Menschen verletzen andere). Sie will sich Ihnen gegenüber überlegen fühlen und Macht ausüben. Da sie Ihnen rhetorisch oder argumentativ nicht gewachsen ist, wehrt sie sich untergriffig.  Oder sie möchte von eigenen Schwächen oder einem Vorfall ablenken.  Sie glaubt, damit ihre eigene Unsicherheit zu kaschieren und ihr mangelndes Selbstvertrauen aufzupolieren. Sie will Sie provozieren, verunsichern und bloßstellen. Sie will Sie verletzen, das heißt, sie will Sie bewusst treffen, um Sie leiden zu sehen.
Es gibt zahlreiche weitere mögliche Motive, wie etwa Neid, Eifersucht oder Unzufriedenheit mit sich selbst.

Wie können Sie souverän reagieren?

Jemand, der Sie beleidigt, erwartet eine bestimmte Reaktion von Ihnen. Dadurch fühlt sich die Person bestätigt, fühlt sich besser. Je weniger Ihre Reaktion den Erwartungen entspricht, desto unbefriedigender ist es für diese Person. Im Grunde geht es darum, diese Erwartung nicht zu erfüllen. Das gelingt mit folgenden Reaktionen:   1. Grenzen setzen
Machen Sie deutlich, dass die Beleidigung inakzeptabel ist. Kommunizieren Sie auch die Konsequenzen, wenn diese Grenzen überschritten werden. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Es hängt unter anderem auch davon ab, in welcher Beziehung Sie zu der Person stehen.
2. Ignorieren und ausweichen
Auf persönliche verbale Angriffe nicht oder gleichgültig zu reagieren, ist nicht die Reaktion, die sich Beleidigende wünschen. Sie können die Situation verlassen und sich so von der beleidigenden Person distanzieren. Deshalb gilt: Je öfter Sie verbale Angriffe ignorieren – natürlich nur, wenn es Ihnen möglich ist –, desto wahrscheinlicher wird es, dass sie Ihnen gegenüber weniger werden.

Denn durch das Ignorieren schwächen Sie die vermeintliche Machtposition der beleidigenden Person und geben ihr nicht die erwartete Genugtuung. Ähnlich wie wenn Ihnen jemand den Ball zuwirft und Sie einfach ausweichen, ihn wegrollen lassen, ohne sich weiter darum zu kümmern. Alles andere als befriedigend für den Werfer.
3. Kontern
Auch eine angemessene verbale Erwiderung kann die verletzende Wirkung einer Beleidigung minimieren. Oft fällt uns aber erst im Nachhinein eine passende Antwort ein. Dann ärgern wir uns, dass uns dieser Kontersatz in der Situation nicht eingefallen ist. Aber es gibt immer die Möglichkeit, bei der nächsten Beleidigung anders zu reagieren.
 

Zehn schlagfertige Kontersätze

Burkhard Heidenberger hat einige allgemeine Kontersätze zusammengestellt. Diese können Sie beliebig anpassen. Prägen Sie sich Ihre Favoriten ein, um sie bei Bedarf schlagfertig parat zu haben. Aber wählen Sie die Antwort mit Bedacht. Je nach Situation und Person kann sie deeskalierend, aber auch eskalierend wirken. (Wenn Sie die Person siezen, ersetzen Sie in den Sätzen einfach die Du- durch die Sie-Anrede.)
„Ich würde dir ja gern recht geben, aber dann haben wir beide Unrecht (oder liegen wir beide falsch).“
 
„Wenn du hoffst, dass deine Worte mich verletzen, dann muss ich dich enttäuschen. Das schaffst du nicht.“
 
„Ich nehme deine Worte als Kompliment. Du hast offensichtlich sehr über mich nachgedacht und dir viel Mühe gegeben, etwas Originelles zu sagen.“
 
„Du kannst mich beleidigen, so viel du willst. Es wird meine Meinung über dich ändern, aber meine Meinung über MICH ändert sich nicht.“
 
„Kannst du das konkretisieren/konkrete Beispiele nennen?“ (Insbesondere bei pauschalierenden Vorwürfen)
 
„Ich bin nicht bereit, auf deine Beleidigungen einzugehen. Hast du auch sachliche Argumente?“
 
„Ich respektiere deine Meinung, aber deine Beleidigungen akzeptiere ich nicht.“
 
„Kannst du dich auf das Thema konzentrieren, anstatt mich persönlich anzugreifen?“
 
„Wie würdest du reagieren, wenn ich deine beleidigenden Worte zu dir sagen würde?“
 
„Ich bin mir zu wertvoll, um mich mit deinen Beleidigungen auseinanderzusetzen.“

Abgrenzung: Strafbare Ehrverletzungs-Delikte

Eine Beleidigung soll Menschen bewusst und gezielt in ihrer Ehre verletzen. In der Regel ist auch ihre ehrenrührige Verwandtschaft nicht weit. Dazu gehören die Beschimpfung, die Verleumdung und die üble Nachrede. All diese Handlungen können als sogenannte Ehrverletzungsdelikte (StGB) nach einer Anzeige strafrechtlich verfolgt werden. Sie sind rechtlich abzugrenzen von Unhöflichkeiten, Taktlosigkeiten und Meinungsäußerungen.  

Justiz: „Nicht beleidigungsfähig" gibt es auch

Natürlich kommt es vor, dass sich Menschen in ihrer Ehre verletzt fühlen, die Justiz dies aber anders sieht. Ein immer noch berühmtes Beispiel aus dem Jahr 1988 ist die Klage einer älteren Dame vor dem Landgericht Darmstadt. Sie klagte gegen den Deutschen Wetterdienst. Den Begriff „Altweibersommer” im Wetterbericht empfand sie nämlich als Beleidigung. Die Klage wurde abgewiesen. Das Landgericht Darmstadt führte aus, dass „alte Frauen" als betroffene Gruppe im Sinne des Gesetzes nicht abgrenzbar seien. Die Gruppe sei einfach zu groß und zu unbestimmt, ab wann man eine alte Frau sei. Die Klägerin wurde daher im  juristischen Sinn als nicht beleidigungsfähig angesehen.    
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
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06.03.2025

Bridget Drei Leute mobben mich   Anmerkung der Redaktion
Liebe Bridget, vielen Dank für Ihren Kommentar. Daraus ist für uns nicht ersichtlich, ob sie im privaten oder im beruflichen Umfeld gemobbt werden. Das wäre für die Herangehensweise und Lösung des Problems wichtig. Deshalb nur kurz ein paar allgemeine Gedanken. Wie bezeichnet es unser Gastautor Burkhard Heidenberger im Artikel: "Verletzte Menschen verletzen andere." Das muss man im Hinterkopf haben, wenn Menschen sich anderen Menschen gegenüber unangemessen verhalten. Zugegeben, das ist nur ein schwacher Trost. Aber nicht jede Beleidigung ist gleich Mobbing. Denn beim Mobbing wird eine Person von anderen über einen längeren Zeitraum schikaniert und verunglimpft. Es geht darum, einen Menschen systematisch fertig zu machen. Die körperlichen und mentalen Folgen für die Betroffenen sind schlimm. Und deshalb ist Mobbing ein absolutes No go. Sollten Sie betroffen sein, suchen Sie sich bitte Verbündete und Hilfe gegen das Mobbing. Ganz allein hat man schlechte Karten gegen Mobber. Im Internet finden Sie professionelle Hilfestellen, die gibt es auch wohnortnah. Ein Angebot mit Informationen und einem Hilfe-Telefon finden Sie zum Beispiel auf der Seite des Bundesamtes für Familien und zivilgesellschaftliche Aufgaben. www.hilfetelefon.de/gewalt-gegen-frauen/mobbing Wir wünschen Ihnen viel Kraft und alles Gute. Herzliche Grüße Die Redaktion der Sparkassen-Versicherung Sachsen

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