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Fake News: Gefahr für die Informationsgesellschaft

15.09.2025 – Lesezeit: 5 Minuten Fake News haben Hochkonjunktur, besonders im Umfeld von Wahlen, Kriegen, Krisen und Katastrophen. Im digitalen Zeitalter verbreiten sie sich einfach und schnell. Doch was bedeutet der Begriff? Wie ist er entstanden? Und gibt es Methoden, um sich vor den Wirkungen zu schützen?

Inhaltsübersicht

Ursprung und Bedeutung von Fake News Charakteristika von Fake News Wie lassen sich Fake News erkennen           Woran kann man verlässliche Quellen erkennen? Strafbarkeit von Falschmeldungen

Ursprung und Bedeutung von Fake News

Manchmal entstehen Falschmeldungen auch aus Unachtsamkeit und mangelnder Recherche. Der englische Begriff „Fake News“ bedeutet wörtlich übersetzt „gefälschte Nachricht“ oder „Falschnachricht“. Sie passieren also nicht aus Versehen, sondern verfolgen eine Absicht. Solche Nachrichten gab es bereits in der Antike. Machthaber streuten gezielt falsche Informationen, um ihren Gegnern zu schaden. Im Umfeld von Fake News tummeln sich unter anderem Propaganda, Lügen, alternative Fakten, Filterblasen und Verschwörungstheorien. Bösartigkeiten finden im Netz außerdem ihren speziellen Nährboden. Diese Erscheinungen sind jedoch von Fake News abzugrenzen. An dieser Stelle werden wir darauf nicht näher eingehen. Vor seiner Politisierung bezeichnete der Begriff Fake News vor allem falsche oder übertrieben aufgebauschte Nachrichten. Sie wurden von Website-Betreibern generiert, um möglichst viele Besucher auf ihre Seiten zu locken und durch hohe Klickzahlen („Clickbaiting“) Geld zu verdienen.
Mit dem Aufstieg sozialer Medien und digitaler Nachrichten-Plattformen wurde „Fake News” zu einem populären Schlagwort, das zunehmend eine politische Komponente erhält. Heute können gefälschte Nachrichten zum Teil als Propaganda im Internet bezeichnet werden. Durch gezielte Desinformation soll die öffentliche Meinung zu aktuellen Themen beeinflusst und manipuliert werden. Obwohl es derzeit keine Studien gibt, die belegen, dass dies funktioniert, erklären Politiker vielerorts Fake News zur akuten Gefahr der Wahlmanipulation. (Quelle: anwalt.org)

Charakteristika von Fake News

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg fasst die Charakteristika von Fake News wie folgt zusammen:
Erwecken den Eindruck, dass es sich um echte Nachrichten handelt. Werden bewusst im Internet gestreut. Dienen der Meinungsmache. Sind oft politisch motiviert. Dienen dem persönlichen Interesse oder hinter ihnen steckt eine kriminelle Absicht. Werden immer professioneller gestaltet, so dass sie oft auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind.

Ein Versicherungsbeispiel für Fake News

Mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz nehmen Fakes, die als Spielerei oder Scherz gedacht sind, zu. Ein Beispiel ist das Deep-Fake-Bild von Papst Franziskus in einem dicken weißen Daunenmantel. In Rom, das bekanntlich am Polarkreis liegt, ist das sicherlich ein unverzichtbares Kleidungsstück. In der Regel sind Fakes jedoch kein Scherz, sondern eine gezielte Desinformation. Ein Beispiel aus der Versicherungsbranche und die richtigen Fakten dazu.
Behauptung: Wenn ein ukrainischer Fahrzeughalter einen Unfall verursache, zahle die KFZ-Versicherung des Unfallopfers den Schaden am ukrainischen Auto und hole sich das Geld später von einem staatlichen Fonds zurück. (aufgestellt von: Whatsapp-Sprachnachricht; Datum: 23.05.2023) Die Fakten: Die Autos ukrainischer Flüchtlinge in Deutschland müssen wie jedes andere Auto auch versichert sein. Der Versicherungsschutz kann durch eine Grüne Karte des ukrainischen Versicherers nachgewiesen werden. Bietet die ukrainische Versicherung keinen Versicherungsschutz im Ausland, kann alternativ in Deutschland eine sogenannte Grenzversicherung abgeschlossen werden. Das heißt: Wenn der ukrainische Fahrer den Unfall allein verschuldet hat, übernimmt seine Kfz-Haftpflichtversicherung den Schaden am Fahrzeug des Unfallopfers. Den Schaden am Fahrzeug des Unfallverursachers zahlt – falls abgeschlossen – seine Vollkaskoversicherung. Nicht die Versicherung des Unfallopfers. Das deutsche „Büro Grüne Karte e. V.” reguliert Unfälle, die durch ausländische Fahrzeuge im Wohnsitzland des Geschädigten verursacht wurden. In wenigen Ausnahmefällen kann auch die Verkehrsopferhilfe zuständig sein. Dies betrifft Personen, die unverschuldet in einen Unfall mit einem nicht versicherten ukrainischen Fahrzeug verwickelt werden. In diesem Fall können sie ihre Ansprüche beim „Entschädigungsfonds für Schäden aus Kraftfahrzeugunfällen“ geltend machen, der von der Verkehrsopferhilfe getragen wird.

Wie lassen sich Fake News erkennen

Reicht gute Recherche aus?

Um manipulierten Nachrichten und Informationen auf die Spur zu kommen, ist ein gewisses Maß an Medienkompetenz und kritischem Denken erforderlich. Folgende Schritte können dabei helfen: Überprüfung der Quelle: Eine der ersten Maßnahmen, um Fake News zu entlarven, ist die Überprüfung der Quelle. Seriöse Nachrichtenquellen sind in der Regel transparent, was ihre redaktionellen Standards und Prozesse betrifft. Wenn eine Quelle unbekannt ist, sollte man ihre Glaubwürdigkeit infrage stellen und prüfen, ob sie in der Vergangenheit verlässliche Informationen geliefert hat. Cross-Referencing (Querverweise): Ein weiterer Ansatz ist das Cross-Referencing, also der Vergleich der Information mit anderen Quellen. Wenn eine Nachricht nur von einer einzigen Website berichtet wird und kein anderes glaubwürdiges Medium darüber berichtet, könnte dies ein Hinweis auf Fake News sein. Eine Stichwortsuche nach Medienberichten, ein Faktencheck zu dem Ereignis oder eine Rückwärtssuche nach Bildern können dabei helfen. Autorenschaft und Intention hinterfragen: Wer hat die Nachricht verfasst und warum? Sind die Autoren Experten auf ihrem Gebiet? Handelt es sich um eine Meinung oder um die Darstellung von Fakten? Die Intention zu hinterfragen, kann dabei helfen, zwischen ehrlicher Berichterstattung und gezielter Desinformation zu unterscheiden. Emotionaler Appell: Fake News zielen oft darauf ab, starke emotionale Reaktionen wie Schock, Wut oder Angst hervorzurufen. Wenn eine Nachricht sehr emotional ist, sollte man besonders vorsichtig sein und die Fakten überprüfen. Faktencheck-Dienste nutzen: Es gibt zahlreiche Dienste wie „Correctiv“, „Mimikama“, „ARD-Faktenfinder“ und „Volksverpetzer“, die auf die Überprüfung von Nachrichten spezialisiert sind. Ein Team aus Experten sowie unabhängigen Journalisten checkt fragwürdige Nachrichten, Bilder, Webseiten oder Videos auf ihren Wahrheitsgehalt. Sie weisen darauf hin, welche Aussagen oder Informationen falsch oder aus dem Zusammenhang gerissen sind. Diese Plattformen können helfen, verdächtige Nachrichten zu verifizieren oder zu widerlegen.
Gerade in den sozialen Medien ist es oft schwierig, seriöse Informationen zu erkennen. Nirgendwo verbreiten sich Nachrichten so schnell wie auf Instagram, X, TikTok und Co. Oft sind das dann angebliche Augenzeugen-Berichte oder persönliche Erlebnisse. Ob diese echt sind oder gefälscht, ist meist nicht eindeutig nachvollziehbar.
In den sozialen Medien ist daher Skepsis gegenüber unbekannten Quellen angebracht. Bevor Informationen geliked oder geteilt werden, sollten sie daher genau überprüft werden. Zum Beispiel durch Recherchen in offiziellen Medien.

Woran kann man verlässliche Quellen erkennen?

Verlässliche Quellen zeichnen sich durch verschiedene Merkmale aus. Trotzdem können auch ihnen redaktionelle Fehler unterlaufen oder es kann ein „schwarzes Schaf” geben, das unseriös arbeitet. Transparenz: Vertrauenswürdige Medien machen ihre redaktionellen Richtlinien und Korrektur-Prozesse transparent. Sie gewähren Einblick in ihre Arbeitsweise und geben Fehler offen zu. Reputation und Fachkompetenz: Quellen, die auf eine lange langjährige genaue und faire Berichterstattung zurückblicken können, gelten oft als vertrauenswürdig. Dies schließt die Einhaltung journalistischer Standards und die Beschäftigung von Experten in verschiedenen Bereichen ein. Klare Trennung von Nachrichten und Meinungen: Seriöse Nachrichten-Macher unterscheiden klar zwischen Nachrichtenberichten und Meinungsbeiträgen. Diese Unterscheidung ist wichtig, um objektive Fakten von subjektiven Meinungen zu trennen. Vielfalt: Nachrichten, die von vielen verschiedenen, seriösen Quellen bestätigt werden, sind glaubwürdiger. Einseitige Berichterstattung kann auf Voreingenommenheit oder Desinformation hindeuten.

Strafbarkeit von Falschmeldungen

In Deutschland gibt es aktuell kein Gesetz, das das generelle Verbreiten von Fake News unter Strafe stellt. Verletzen Fake News jedoch das allgemeine Persönlichkeitsrecht einer Person, gibt es entsprechende Straftatbestände.
die üble Nachrede nach § 186 Strafgesetzbuch (StGB) die Verleumdung nach § 187 StGB die Beleidigung nach § 185 StGB
Betroffene können Strafanzeige gegen den Urheber erstatten. Dieser kann zu einer Geld- oder Freiheitsstrafe verurteilt werden. Ein besonderer Schutz gilt für Personen des politischen Lebens. Werden sie Opfer übler Nachrede oder Verleumdung, welche ihre Stellung im öffentlichen Leben gefährdet und ihre Arbeit erschwert, werden die Strafen für die Täter erhöht.

Weitere Straftatbestände

Ein weiterer Straftatbestand ist die Volksverhetzung gemäß § 130 StGB. Wer die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft leugnet, billigt, verherrlicht oder würdigt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen. Auch, wenn die Fake News mit dem Ziel verbreitet werden, die Börsenkurse zu beeinflussen und damit Gewinne zu erwirtschaften, liegt eine strafbare Handlung vor.
Auch wenn es momentan noch Gesetzeslücken gibt, bewegt sich das Verbreiten von Falschmeldungen nicht im rechtsfreien Raum. Gezielte Manipulation und Desinformation sind nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt.

Fazit

Fake News stellen eine Herausforderung in der digitalen Medienlandschaft dar und können den öffentlichen Diskurs beeinflussen. Ihrer Verbreitung lässt sich unter anderem durch Recherche, kritische Einordnung und die Nutzung vertrauenswürdiger Quellen begegnen. In diesem Zusammenhang gewinnt Medienkompetenz an Bedeutung. Sie beschreibt die Fähigkeit, Medien und Inhalte gezielt, reflektiert und sachkundig zu nutzen.
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
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