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Sandsäcke sind bei Hochwasser vor der Tür eines Gebäudes gestapelt

Starkregen und Hochwasser gefährden Heizöltanks

18.10.2024 – Lesezeit: 5 Minuten Aufgrund des Klimawandels nehmen extreme Wetterereignisse in Deutschland und auch in Sachsen zu. Für Hausbesitzer, die ihre Gebäude mit Heizöl beheizen, stellen solche Ereignisse eine besondere Gefahr dar. Heizöltanks in überschwemmungsgefährdeten Gebieten bergen nicht nur eine Gefahr für Gebäude und Bewohner, sondern auch für die Umwelt.

Inhaltsübersicht

Heizöltanks als potenzielle Gefahrenquelle Schnelle Ölbeseitigung im Schadenfall Wichtige Hinweise für Heizöltank-Besitzer Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung für Öltank-Besitzer wichtig    
Die Experten des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. wissen, wo die Risiken liegen. In ihrer Gutachter-Praxis stellen sie jedoch immer wieder fest, dass Maßnahmen zur Sicherung des Heizöltanks unzureichend sind. Im nachfolgenden Gastbeitrag schildert das IFS, was im Schadenfall passieren kann.

Heizöltanks sind bei Überschwemmungen eine potenzielle Gefahrenquelle

Durch Starkregen und Hochwasser treten Flüsse über die Ufer, werden Straßen überflutet und Keller überschwemmt. Ein Heizöltank ist in solchen Situationen eine potenzielle Gefahrenquelle besonderen Kalibers.

Fluten große Wassermassen den Keller, gibt es zwei typische Schadenszenarien:

1. Ein halb gefüllter Tank kann aufschwimmen und dabei umkippen. Verbindungen lösen sich und es tritt Öl aus. „Insbesondere in Hochwasserrisiko- und Überschwemmungs-Gebieten müssen Heizöltanks dagegen gesichert sein“, sagt Dr. Stefan Tewinkel, Gutachter des IFS. Doch das sei oft nicht oder nur unzureichend der Fall, weiß der IFS-Experte. 2. Zu einem Heizöl-Austritt kann es auch kommen, wenn Wasser durch undichte Anschlüsse, Rohrverbindungen oder eine nicht ausreichend hohe Entlüftungsleitung in den Tank eindringt. Das von oben eindringende Wasser verdrängt das leichtere Heizöl und schwemmt es aus, erklärt Tewinkel.
Bei diesen Schadenszenarien können mehrere hundert bis tausend Liter Öl das Gebäude beschädigen. Die Kosten für die Beseitigung des Öls und die Sanierung des Gebäudes sind sehr hoch. 
Ob eine Kontamination mit Heizöl vorliegt, kann auch ein Laie am charakteristischen „Tankstellengeruch“ erkennen. Zudem hinterlässt das Öl bei starker Verschmutzung gelbliche bis braune Flecken an Wänden und auf dem Boden. „Auch der Umkehrschluss ist zulässig: Wenn es im Gebäude nicht nach Öl riecht und keine Flecken vorhanden sind, liegt höchstwahrscheinlich auch kein Heizöl-Schaden vor“, so Stefan Tewinkel.

Im Schadenfall muss das ausgetretene Heizöl schnellstmöglich beseitigt werden

Heizöl ist ein wassergefährdender Stoff der Wassergefährdungsklasse (WGK) 2: Bereits ein Tropfen Öl reicht aus, um 600 Liter Wasser zu verunreinigen! Zudem verursacht es enorme Schäden an der Bausubstanz. Je länger es einwirken kann, desto größer werden die Schäden. Es muss daher so schnell wie möglich mit Ölbindemitteln aus dem Gebäude entfernt werden, wie der IFS-Gutachter nachfolgend erklärt.
Ausgetretenes Öl beseitigen Solange die Räume unter Wasser stehen, schwimmt das Öl an der Oberfläche und kann von den Ölbindetüchern gut aufgenommen werden. Wenn das Öl noch nicht tief ins Mauerwerk eingedrungen ist, genügt es in der Regel, im Zuge der Sanierung den Wandputz abzuschlagen und zu erneuern. Oft muss jedoch kontaminiertes Mauerwerk komplett ausgetauscht werden. Wenn dies aus statischen Gründen nicht möglich ist, kann es in geringerem Maße abgetragen, mit emulgierenden Ölentfernern behandelt und anschließend versiegelt werden.
Ölaustritt melden Tritt im Schadensfall Heizöl aus der Anlage aus, so ist außerdem unverzüglich die Feuerwehr und gegebenenfalls die zuständige Wasserbehörde zu verständigen. Ölaustritt vorbeugen Der beste Schutz ist, einem Schaden vorzubeugen und rechtzeitig zu handeln. Sie können mit dem Elementa-Naturgefahren-Tool ermitteln, wie hoch das Risiko für Ihr Haus für Hochwasser und Starkregen-Gefährdung ist. Geben Sie einfach ihre Adresse ein. 

Diese Hinweise sollten 3,9 Millionen Heizöltank-Besitzer beachten

Die Problematik der Überschwemmung von Heizöltanks ist nach wie vor aktuell. Laut dem Bundesverband des Schornsteinfeger-Handwerks waren im Jahr 2024 noch rund 3,9 Millionen Ölheizungen in Deutschland in Betrieb. Allerdings ist dieser Energieträger durch die Energiewende seit Jahren rückläufig. Bis diese abgeschlossen ist, bleibt das Thema Heizöl und sein spezifisches Gefährdungspotenzial relevant. Da der Tankbesitzer nicht nur Schäden am Gebäude beseitigen muss, sondern auch für eventuelle Umweltschäden haftet, weisen wir als Versicherer auf  folgende wichtige Punkte hin:
Die richtige und fachgerechte Sicherung des Tanks. Ausreichender Versicherungsschutz. Regelmäßige Wartung des Tanks gemäß den gesetzlichen Vorschriften.
Weiterführende Informationen rund um das Thema Heizen mit Öl finden Sie am Ende des Artikels.

Eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung ist wichtig für Öltank-Besitzer

Hausbesitzern wird grundsätzlich der Abschluss einer Wohngebäude-Versicherung empfohlen. Besitzer eines Öltanks sollten zusätzlich auf jeden Fall eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung abschließen. Diese schützt vor den immensen finanziellen Folgen, wenn Sie aufgrund gesetzlicher Haftpflicht-Bestimmungen für Gewässerschäden in Anspruch genommen werden.
 
Darüber hinaus erstattet die Police die Reparaturkosten, wenn beispielsweise Ihr Haus, in dem sich der Öltank befindet, durch auslaufendes Heizöl beschädigt wurde. Dies im Rahmen der vereinbarten Versicherungssumme. Sie müssen lediglich die vereinbarte Selbstbeteiligung tragen.
Wer die vorgeschriebene regelmäßige Wartung seines Öltanks nicht durchführen lässt, riskiert seinen Versicherungsschutz. Im Schadensfall kann der Versicherer dann die Versicherungsleistung kürzen.

Hochwasser-Vorsorge und Umweltschutz sind in gefährdeten Gebieten wichtig

Die sichere Lagerung von Heizöl gehört zu den grundlegenden Maßnahmen der Hochwasser-Vorsorge und des Umweltschutzes in hochwassergefährdeten Gebieten. Seit 2018 dürfen gemäß dem Gesetz zum Schutz vor Überschwemmungen in Hochwasser- und Risikogebieten keine neuen Ölheizungen installiert werden. Das Gesetz sieht jedoch Ausnahmen vor.
 
Bestehende Heizöltanks in Überschwemmungs- und Risikogebieten müssen neben den allgemeinen Sicherheits-Anforderungen noch höheren Anforderungen genügen. Dementsprechend sind zusätzliche Austausch-, Nachrüst- und Einbauverpflichtungen einzuhalten, die bei Hochwasser den Austritt von Heizöl sicher verhindern.

Auf folgenden Seiten finden Sie ausführliche Informationen rund um das Thema Heizöltank:

heizsparer.de: "Heizöltank" heizung.de: "Gesetz verbietet neue Ölheizungen in Hochwassergebieten" Informationen zum Gewässerschutz für Betreiber von Heizölverbraucheranlagen - Freistaat Sachsen FALTBLATT_Heizl_2000 (PDF)
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
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