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Schornsteinfeger überprüft und wartet einen Kaminofen im Innenbereich eines Hauses

Schornsteinbrand erkennen und verhindern

13.10.2022; aktualisiert: 20.10.2025 – Lesezeit: 4 Minuten Mit Beginn der Heizsaison steigt das Risiko von Kamin- und Schornstein-Bränden erheblich. Fehlende Wartung oder falsche Nutzung können schwere Schäden verursachen. Nicht alle Schäden sind von der Wohngebäude-Versicherung gedeckt. In unserem Blogartikel erfahren Sie, wie Sie vorbeugen und Ihren Versicherungsschutz richtig einschätzen können.  

Inhaltsübersicht

Was ist ein Kamin- oder Schornsteinbrand? Woran erkennt man einen Kaminbrand? Warum kommt es zu Schornsteinbränden? Die unterschätzte Gefahr Strahlungswärme Kaminbrand vorbeugen: Die wichtigsten Maßnahmen Was ist bei einem Rußbrand zu tun? Welche Versicherung zahlt bei Kamin- und Schornsteinbränden?

Brandrisiken erkennen, vorsorgen und versichern

Wenn die Heizsaison beginnt, sorgen Kamin- oder Kachelöfen in Wohnungen und Häusern für wohlige Wärme. Doch was Gemütlichkeit verspricht, kann zum Risiko werden. Mit dem vermehrten Betrieb von Feuerstätten nimmt die Gefahr von Kamin- und Schornstein-Bränden zu. Häufige Ursachen sind fehlende Wartung, Ablagerungen im Schornstein oder eine falsche Nutzung des Ofens.
Bei einem Kaminbrand entstehen unter extremer Einwirkung von Hitze oft Risse im Mauerwerk oder Schäden am Schornstein. Es handelt sich um sogenannten Nutzwärme-Schäden. Diese werden nicht in jedem Fall von der Wohngebäude-Versicherung übernommen. Für Eigentümer kann das im Schadenfall hohe Kosten bedeuten. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorzusorgen. Das bedeutet auch, Brandrisiken zu minimieren und den eigenen Versicherungsschutz genau zu kennen.

Was ist ein Kamin- oder Schornstein-Brand?

Ein Kaminbrand, auch Schornsteinbrand oder Rußbrand genannt, entsteht, wenn sich die im Schornstein abgelagerten Rußreste entzünden. Dabei handelt es sich um unverbrannte Rückstände wie Glanzruß, Hartruß oder Flockenruß. Diese setzen sich an den Innenwänden des Schornsteins fest. Wenn sich dieses Material entzündet, können Temperaturen von über 1.000 °C entstehen. Sie stellen eine massive Gefahr für das gesamte Gebäude dar. Aufgrund der extremen Hitze können angrenzende Bauteile, Kabel oder Möbel in Brand geraten. Zusätzlich besteht die Gefahr von Funkenflug. Dieser kann umliegende Gebäudeteile oder Nachbarhäuser entzünden. Besonders tückisch ist, dass durch Risse im Schornstein oder geöffnete Reinigungsöffnungen Rauchgase in den Wohnraum gelangen können. Dort können sie zu lebensgefährlichen Rauch-Vergiftungen führen.

Woran erkennt man einen Kaminbrand?

Ein Kaminbrand ist nicht immer sofort offensichtlich. Typische Anzeichen sind:
Lange Flammen oder starker Funkenflug aus dem Schornstein Dichte, schwarz-gelbliche Rauchwolken Ungewöhnlich hohe Temperaturen an Kamin- oder Schornsteinwänden Flammen- oder Glutrückstände im Kaminzug
Oft bemerken die Bewohner den Kaminbrand erst, wenn sie von Nachbarn oder Passanten darauf aufmerksam gemacht werden.

Ursachen: Warum kommt es zu Schornstein-Bränden?

Diese drei Gruppen gehören zu den häufigsten Ursachen für Kaminbrände: bauliche Mängel, falsche Brennstoffe oder eine unsachgemäße Nutzung der Feuerstätte. Besonders problematisch ist der Glanzruß. Dieser feste, glänzende Ruß entsteht bei unvollständiger Verbrennung und lässt sich nicht durch normales Kehren entfernen. Bei Hitze dehnt er sich aus, verengt den Schornsteinzug und kann sich entzünden. Typische Auslöser sind:

Zu feuchtes Brennholz:

Holz mit einer Restfeuchte von über 20–25 Prozent verbrennt unvollständig und begünstigt Ruß-Ablagerungen.

Falsches oder ungeeignetes Brennmaterial:

Müll, behandeltes Holz, Kunststoffe sowie ungeeignete Holzarten erhöhen die Brandgefahr erheblich.

Sauerstoffmangel:

Zu dichte Gebäudehüllen, verstopfte Zuluft-Öffnungen oder falsches Anheizen können zu einer unvollständigen Verbrennung führen.

Fehldimensionierung des Schornsteins:

Zu kleine oder zu große Abgaswege begünstigen die Bildung von Ablagerungen und Kondensat.

Verschmutzungen im Schornsteinzug:

Vogelnester, Bauschutt und andere Ablagerungen können den Abgasabzug behindern.

Starker Schornsteinzug:

Ein starker Schornsteinzug kann Glut in den Schornstein ziehen. Stürmisches Wetter kann die Zuggeschwindigkeit im Kamin erhöhen.
Quelle: www.heizung.de/ratgeber

Die Strahlungswärme ist auch eine unterschätzte Gefahr

Nicht nur offenes Feuer, sondern auch die Strahlungswärme von Kamin- und Kachelöfen ist eine häufige Brandursache. Zu geringe Abstände zu Möbeln, Brennholz-Körben oder anderen Gegenständen können Brände auslösen. Die erforderlichen Sicherheitsabstände variieren je nach Modell. Sie sind in der jeweiligen Bedienungsanleitung festgelegt. Wird ein Ofen falsch befeuert und seine Nennwärme-Leistung damit überschritten, steigt die Strahlungswärme erheblich. Das steigert das Brandrisiko.

Kaminbrand vorbeugen: Die wichtigsten Maßnahmen

Hausbesitzer können das Risiko eines Kamin- oder Schornstein-Brandes deutlich reduzieren: Regelmäßige Reinigung und Wartung durch den Schornsteinfeger Fachgerechte Planung und Auslegung von Kamin und Schornstein Ausschließlich geeignetes, trockenes und unbehandeltes Brennmaterial verwenden Beim Anheizen auf ausreichende Sauerstoffzufuhr achten Ofenrohre, Dichtungen und Frischluft-Zufuhr regelmäßig kontrollieren Hersteller-Angaben und Bedienungs-Anleitungen konsequent einhalten
Quelle: www.heizung.de/ratgeber

Was ist bei einem Rußbrand zu tun?

Kommt es zu einem Schornsteinbrand, entstehen Temperaturen von bis zu 1.500 Grad Celsius. Wichtig: Versuchen Sie niemals, den Brand selbst mit Wasser zu löschen. Die plötzliche Verdampfung kann zu einer Explosion des Schornsteins führen.
Richtiges Verhalten im Brandfall: Ruhe bewahren und sofort die Feuerwehr alarmieren Fenster und Dachluken schließen, um Funkenflug zu verhindern Brennbare Gegenstände vom Kamin und Schornstein entfernen Gebäude verlassen Die Feuerwehr und der hinzugezogene Schornsteinfeger lassen den Kamin kontrolliert ausbrennen. Anschließend überwachen sie ihn, um Sekundärbrände zu vermeiden.

Welche Versicherung zahlt bei Kamin- und Schornsteinbränden?

Schäden am Kamin selbst gelten in der Regel als sogenannte Nutzwärmeschäden und sind meist nicht versichert. Als versicherter Brandschaden zählt nur Feuer, das seinen bestimmungsgemäßen Herd verlässt. Ob Schäden am Schornstein ersetzt werden, hängt vom Einzelfall und der Begutachtung ab. Schäden am Wohngebäude, die als Folge eines Kaminbrandes entstehen, sind in der Regel über die Wohngebäude-Versicherung abgedeckt, sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Voraussetzung ist, dass die Wartungs- und Reinigungs-Pflichten eingehalten wurden. Entsprechende Nachweise, etwa über Schornsteinfeger-Arbeiten, sollten daher sorgfältig aufbewahrt werden. Beschädigte Einrichtungsgegenstände sind über die Hausratversicherung abgesichert. Da sich die Versicherungsbedingungen unterscheiden können, empfiehlt sich ein Blick in die eigenen Vertragsunterlagen oder ein Gespräch mit der Versicherung.

Wichtig für Eigentümer:

Nachweise über regelmäßige Wartung und Schornsteinfeger-Arbeiten sollten unbedingt aufbewahrt werden. Sie können im Schadenfall entscheidend sein für den Versicherungsschutz.
Fazit: Durch eine regelmäßige Wartung und einen sachgemäßen Betrieb können sich Ofenbesitzer vor Kamin- und Schornstein-Bränden schützen. So wird die wohlige Wärme der Flammen gar nicht erst zur Gefahr. Im Ernstfall ausreichend versichert zu sein, trägt dazu bei, dass man einfach nur entspannen und genießen kann.
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
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