Betreuer suchen Suche
Hand in rotem Gummihandschuh entfernt Schimmel von einer Wand

Schimmel durch falsches Lüften ist nicht versichert

12.01.2026 – Lesezeit: 3 Minuten Vor allem im Winter ist es wichtig, die Wohnung nicht nur ausreichend zu heizen, sondern auch regelmäßig zu lüften. Denn ohne ausreichende Lüftung findet kein Luftaustausch statt. Bleibt die feuchte Luft über einen längeren Zeitraum in den Räumen, droht Schimmelbefall.

Inhaltsübersicht

Die meiste Feuchtigkeit in Wohnräumen entsteht durch Menschen Die Anti-Schimmel-Formel: Lüften, Heizen, Möbel aufstellen Die Versicherung zahlt nur bei Schimmel durch Leitungswasserschäden oder Überschwemmungen
Schimmel ist nicht nur unappetitlich, sondern auch gesundheitsschädlich. Die Bildung von Schimmelpilzen ist ein zunehmendes Problem in unserer Wohnkultur. Um Energie zu sparen, sind viele Häuser baulich durch Dämmung und superdichte Fenster hermetisch abgeriegelt. Sie können nicht mehr „atmen”. Gibt es kein System für eine kontrollierte Wohnraum-Lüftung, muss zuverlässig manuell gelüftet werden. Und das zu jeder Jahreszeit und auch, wenn es draußen sehr kalt ist.

Die meiste Feuchtigkeit in Wohnräumen entsteht durch Menschen

Feuchtigkeit in Wohnräumen wird vor allem durch den Menschen – direkt oder indirekt – erzeugt. Ein Mensch gibt pro Tag etwa eineinhalb Liter Feuchtigkeit an seine Umgebung ab. Beim Kochen, Waschen und Duschen entsteht zusätzlich jede Menge Wasserdampf. In einem Vier-Personen-Haushalt fallen so täglich zwischen sechs und zwölf Liter Wasser an. Besonders gefährdet sind das Badezimmer, die Küche und das Schlafzimmer. Feuchte Luft sollte aus diesen Räumen deshalb schnell entweichen können. Denn warme Wohnraumluft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kühle Außenluft.

Weitere Quellen für erhöhte Feuchtigkeit sind:

Wäsche in Wohnräumen trocknen (Wäscheständer oder Trockner) Pflanzen Aquarien

Die Anti-Schimmel-Formel: Lüften, Heizen, Möbel aufstellen

Ein Raumklima, das Schimmelbildung verhindert, entsteht vor allem durch das Zusammenspiel von Heizen und Lüften. Das Schimmelrisiko steigt, je höher die Luftfeuchtigkeit und je niedriger die Raumtemperatur ist. Die Luftfeuchtigkeit in Wohnungen sollte bei kalter Witterung 40–50 Prozent und in milderen Zeiten der Heizperiode 50–60 Prozent nicht überschreiten. Messen lässt sie sich mit einem Hygrometer.

Tipps zum Lüften:

Allgemein etwa drei- bis viermal täglich kurze Lüftungsphasen von etwa fünf bis zehn Minuten. Je kälter die Außentemperatur, desto kürzer sollte gelüftet werden. Aber fünf Minuten sind das Minimum. Bei einer Querlüftung, also dem Öffnen gegenüberliegender Fenster und Türen, sind zwei bis drei Minuten pro Lüftungsvorgang notwendig, um den nötigen Luftaustausch zu erreichen Bei der Stoßlüftung, der Öffnung des Fensters bei geschlossener Tür, fünf bis sieben Minuten Je schlechter das Haus gedämmt und je größer die Bewohnerzahl ist, desto häufiger sollten Sie lüften. Dauerhaft gekippte Fenster verschwenden unnötig Energie. Außerdem kann sich an den Fensterwänden Feuchtigkeit niederschlagen. Heizkörper während des Lüftens abstellen. Die frische sauerstoffreiche Luft wärmt sich anschließend schnell wieder auf. Bei innen liegenden Bädern oder Küchen ist es wichtig, dass die Lüftungsanlage immer einwandfrei funktioniert.

Tipps zum effizienten Heizen:

In Wohnräumen und Küche sollten um die 20 Grad, im Bad 21 Grad, im Schlafzimmer 18 Grad (nachts 15 Grad) erreicht werden. Schalten Sie die Heizung beim Verlassen der Wohnung nicht ganz aus, sondern regulieren Sie sie lieber nach unten. Werden verschiedene Zimmer unterschiedlich beheizt, sollten die Zimmertüren geschlossen sein.

Tipps zur Platzierung von Möbeln:

Vor allem, wenn Möbel an Außenwänden platziert werden, sollte ein Abstand von mindestens 5 cm, besser jedoch 10 cm, zur Wand eingehalten werden. Die Faustregel für die richtige Position der Möbel lautet also: Immer mindestens die Breite einer Hand. Das Gleiche gilt für Vorhänge und Gardinen. Nur so kann die Luft ausreichend zirkulieren. Schimmelgutachter raten sogar, in Altbauten, die vor 1985 gebaut wurden, möglichst keine großen Schränke an Außenwänden aufzustellen.

Die Versicherung zahlt nur bei Schimmel durch Leitungswasserschäden oder Überschwemmungen

Ein schimmliger Pilzbefall ist häufig ein Zankapfel zwischen Vermieter und Mieter. Wer trägt die Schuld? Haben die Bewohner zu wenig gelüftet oder die Wäsche zu feucht aufgehängt? Oder liegen Baumängel, beispielsweise versteckte Wasserschäden, vor? Das Streitpotenzial ist deshalb so hoch, weil die Kosten für die Beseitigung und Sanierung von Schimmel vom Verursacher zu tragen sind. In der Regel springt dafür keine Versicherung ein.
Wohngebäude- und Hausratversicherungen übernehmen die Kosten für schimmelbedingte Schäden nur, wenn diese die Folge von Leitungswasserschäden oder Überschwemmungen sind. Schimmel, der durch falsches Lüften entsteht, ist nicht versichert. Da bis zur Entdeckung des Schimmels meist einige Zeit vergeht, ist es oft schwierig, die genaue Ursache festzustellen. In der Regel muss dann ein Sachverständiger hinzugezogen werden.
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
Nachricht schreiben

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Noch keine Kommentare vorhanden.

Das könnte Sie auch interessieren

Teelichte sicher verwenden & Wachsbrand verhindern

5 Minuten Lesezeit Teelichter wirken harmlos, können aber schnell zur Brandgefahr werden. Warum kreative Arrangements und Teelichtöfen riskant sind, wie ein Wachsbrand entsteht und worauf Sie beim Umgang unbedingt achten sollten.
„Teelichte sicher verwenden & Wachsbrand verhindern“ weiterlesen

Vorteile moderner Hausratversicherungen

4 Minuten Lesezeit Eine Hausratversicherung schützt alles, was zum Haushalt gehört. Doch viele können nicht genau beziffern, was ihr Hab und Gut inzwischen wert ist. Unklar ist vielen auch, in welchen Schadensfällen die Versicherung einspringt. Dabei bietet sie einen maßgenschneiderten Schutz...
„Vorteile moderner Hausratversicherungen“ weiterlesen

Wasserschaden und Versicherungsschutz

4 Minuten Lesezeit Eine verspielte Katze am Wasserhahn verursachte einen hohen Schaden – Wasserschäden können teurer werden, als man denkt. Doch nicht jeder Fall ist gleich versichert: Je nach Ursache springen Hausrat-, Wohngebäude-, Naturgefahren- oder Haftpflichtversicherung ein. Erfahren Sie, welche Versicherung wann zahlt und was Sie im Ernstfall sofort tun sollten.
„Wasserschaden und Versicherungsschutz" weiterlesen
zum Seitenanfang

Versicherungen

Altersvorsorge & Sparen Berufsunfähigkeit & Unfall Haus & Wohnen Haftpflicht & Recht Auto & Roller Familie & Leben

Services

Schaden melden Betreuer suchen Kontakt aufnehmen Änderungen mitteilen Maklerkontakt Feedback geben

Weitere Themen

Karriere Blog Über uns Nachhaltigkeit Engagement Presse und Medien
Impressum Datenschutz Compliance Barrierefreiheit Privatsphäre-Einstellungen Vertrag widerrufen Social Media
Nachricht an die Redaktion Betreuer suchen