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Mann sitzt mit Schneeschippe auf Hausdach und entfernt Schnee

Dächer sicher vom Schnee befreien

31.01.2019; aktualisiert: 26.01.2026 – Lesezeit: 3 Minuten Schneeflocken schweben federleicht zur Erde. Es gibt jedoch kleine und große, trockene und feuchte Schneeflocken. Entsprechend unterschiedlich kann das Gewicht von Neuschnee sein. Wenn es unerwartet stark schneit und sich der Schnee auf dem Dach türmt, müssen Hausbesitzer handeln. Denn das Dach könnte einstürzen oder beschädigt werden.

Inhaltsübersicht

Was Schneelasten so gefährlich macht Dächer räumen ist gefährlich Wie Schäden durch Schneedruck versichert sind

Was Schnee so gefährlich macht

Hausbesitzer sollten das Gewicht von Schnee keinesfalls unterschätzen. Ab einer Schneelast von 100 Kilogramm kann es für Dächer problematisch werden. Das entspricht etwa einer Schneehöhe von 30 bis 50 Zentimetern. Aber schon eine zehn Zentimeter dicke Schneeschicht kann im Extremfall, beispielsweise wenn sie Eis enthält, fast 100 Kilogramm pro Quadratmeter auf die Waage bringen. Entscheidend ist also nicht nur, wie hoch sich der Schnee auf dem Dach türmt, sondern auch, um welche Art Schnee es sich handelt. Sein Gewicht hängt vor allem vom Wassergehalt und Vereisungsgrad ab. Grob gesagt: Je dichter der Schnee, desto schwerer wird er. Neuer, eher luftiger Pulverschnee wiegt weniger als nasser Schnee. Das kann man testen: Lässt sich der Schnee nicht mehr mit der flachen Hand eindrücken, wird es kritisch.

Welche Dächer besonders gefährdet sind

Je flacher das Dach, desto mehr Schnee bleibt liegen. Insbesondere Flachdächer aus Holz und sogenannte Pultdächer mit einer Neigung von weniger als fünf Prozent sind besonders gefährdet. Bei Steildächern kann der Schnee eher abrutschen und damit die Last für das Dach verringern. Trotzdem müssen auch Hausbesitzer mit steilerem Dach Schnee räumen, bevor es zu spät ist. Das gilt vor allem, wenn sich Schnee- und Tauwetter über Wochen ablösen und sich auf dem Dach Eisplatten bilden. 
Übrigens: Auch an die Halterung von Photovoltaik-Anlagen sollten Hausbesitzer denken. Diese können bei zu viel Gewicht leicht reißen.

Eingeschneite Dächer räumen ist gefährlich

Beim Beräumen eines Daches ist größte Vorsicht geboten. „Am besten gar nicht erst das Dach betreten. Die Unfallgefahr ist zu groß“, warnt Mathias Zunk, Experte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft und ehrenamtlicher Feuerwehrmann. „Wenn bereits eine dicke Schneedecke darauf liegt, könnten genau diese paar Kilo zu viel sein, die das Dach zum Einsturz bringen.“ Experten raten daher, die Entwicklung der Schneelage auf dem Dach frühzeitig zu beobachten. Dies um das Dach gegebenenfalls räumen zu können, bevor es nicht mehr begehbar ist. Wenn es jedoch in kurzer Zeit extrem viel schneit, nützt das natürlich wenig.
Entscheiden sich Eigentümer selbst zur Räumung, sollten sie möglichst von der Leiter aus oder aus der Dachluke heraus mit einem Besen das Dach abfegen. Viele Dächer verfügen bereits über Anschlagpunkte, an denen eine Sicherungsleine befestigt werden kann. Wichtig ist auch, dass keine Passanten am Boden von herabfallendem Schnee getroffen werden. Neben der Absturz- und Einsturzgefahr weist der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks auf Folgendes hin: Laien verwenden häufig ungeeignete Räumgeräte, die das Dach beschädigen können.
Auch die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk oder Dachdeckerbetriebe können mit der Dachräumung beauftragt werden. Diese Hilfe kann kostenpflichtig sein. Bei extremem Schneefall stoßen jedoch auch Profis an ihre Kapazitätsgrenzen und müssen Prioritäten setzen. Hier haben dann öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser Vorrang.

Die richtige Versicherung gegen Schneedruck

Wenn ein Dach durch die Schneelast einstürzt, zahlt die Wohngebäude-Versicherung nur dann Schäden am Haus, wenn der Baustein „erweiterte Naturgefahrenversicherung” eingeschlossen ist. Für Schäden am Hausrat, beispielsweise ruinierte Möbel, kommt die Hausrat-Versicherung auf. Auch hier gilt: Nur, wenn Elementarschäden im Vertrag mitversichert wurden.
Zu Versicherungen für Haus, Wohnung und Eigentum informieren
Eine Elementarschaden-Versicherung und eine Versicherung gegen erweiterte Naturgefahren sind dasselbe. Standardmäßig sind in der Wohngebäude- und Hausrat-Versicherung Schäden, die durch Sturm oder Hagel entstehen, abgedeckt. Um weitere Naturgefahren abzudecken, muss der Baustein „Erweiterte Naturgefahren” abgeschlossen werden. Dazu gehören: Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch, Erdsenkung, Erdfall, Erdbeben, Lawinen, Schneedruck, Vulkanausbruch.
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
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