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Gruppe brennender Teelichter, die sich spiegeln

Teelichte sicher verwenden & Wachsbrand verhindern

01.12.2025 – Lesezeit: 5 Minuten Im Vergleich zu anderen Kerzen gelten Teelichter als eher ungefährlich. Seit die Energiepreise jedoch in schmerzhafte Höhen gestiegen sind, sollen sie nicht nur Licht, sondern auch Wärme spenden. Das behaupten zumindest geschäftstüchtige Bastler. Doch so harmlos, wie Teelichter wirken, sind sie nicht. Viele unterschätzen das Risiko. Schauen wir uns ihre (Un)Sicherheit genauer an.  

Inhaltsübersicht

Teelichter sind Kerzen, die sich vollständig verflüssigen So kann ein gefährlicher Wachsbrand entstehen Der richtige Umgang mit Teelichtern und das richtige Löschen Mit Teelichtern heizen? Teelichtofen und Versicherung: Risiko für den Versicherungsschutz  

Eine kleine Teelicht-Biografie

Die Holländer brachten im Jahr 1610 den Tee nach Europa. Sie erfanden auch gleich die Teelichter und nannten sie „Waxinelichtje“. Ihre Aufgabe war es, in einem Stövchen den Tee warmzuhalten. Daher kommt der deutsche Name „Teelicht“. Später kamen weitere Gefäße zum Warmhalten von Speisen und Getränken hinzu, in denen Teelichter als Wärmespender eingesetzt wurden.
Lange führten Teelichter ein Nischendasein und wurden ausschließlich in Stövchen genutzt. Erst in den 1980er Jahren traten sie ihren Siegeszug auf dem Kerzenmarkt an. Heute werden sie am seltensten noch zum Warmhalten von Tee verwendet, sondern vor allem als Deko- und Stimmungsmacher.

Teelichter sind Kerzen, die sich vollständig verflüssigen

Teelichter sind kleine, zylindrische Kerzen, die in einem nicht brennbaren Behälter aus Metall, Glas, Keramik oder hitzebeständigem Kunststoff stehen. Sie bestehen in der Regel aus Paraffin. Beim Abbrennen verflüssigt sich das Wachs vollständig. Dabei entsteht beträchtliche Hitze und das Trägergefäß wird sehr heiß. Über dem flüssigen Wachs bilden sich brennbare Dämpfe.
Deshalb ist ein ausreichender Sicherheitsabstand zwischen einzelnen Teelichtern so wichtig. Hersteller empfehlen einen Mindestabstand von drei Zentimetern.

Teelichter kreativ: So schön wie das Herz aussieht, so gefährlich kann es werden!

Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen für Teelicht-Arrangements. Beispielsweise in Herzform, für aufwendige Dekoideen oder vermeintliche „Heizwunder“. Gerade diese kreativen Aufbauten mit vielen Teelichtern auf engem Raum sind besonders riskant, da sie die Gefahr eines Wachsbrands erheblich erhöhen.

So kann ein gefährlicher Wachsbrand entstehen

Wenn mehrere Teelichter dicht an dicht stehen, erhitzen sich die Schälchen aus Aluminium mit dem Paraffin stark. Bei rund 250 °C ist der Siedepunkt des Wachses erreicht. Dann kann sich das flüssige Wachs schlagartig entzünden und es entsteht ein Flächen- beziehungsweise Wachsbrand.

Das ist besonders tückisch:

Das brennende Wachs lässt sich kaum löschen. Wasser ist absolut tabu, da es durch die enorme Hitze sofort verdampft. Dabei spritzt das brennende Wachs zusammen mit dem Dampf umher.
Die Folgen sind ein hohes Verletzungsrisiko, Stichflammen, schwere Verbrennungen und im schlimmsten Fall ein Wohnungsbrand.

Der richtige Umgang mit Teelichtern und das richtige Löschen

Die kleinen Kerzen – erst recht in Gruppen – dürfen also niemals unterschätzt werden. Beachten Sie bitte folgende Tipps, damit es gar nicht erst kritisch wird:

Abstand halten:

Stellen Sie niemals mehrere Teelichter dicht nebeneinander. Halten Sie immer den auf der Verpackung angegebenen Mindestabstand ein.

Geeigneter Untergrund:

Stellen Sie Teelichter nie auf leicht entflammbare Unterlagen wie Servietten, Tannenzweige oder Papier.

Keine Experimente:

Brennende Teelichter dürfen nicht bewegt werden. Und sie dürfen nicht mit Fremdkörpern in Berührung kommen. Verschüttetes heißes Wachs und entzündete Dämpfe können die Flamme stark vergrößern und einen Brand auslösen.

Nie mit Wasser löschen:

Löschen Sie brennende Teelichter oder brennendes Wachs niemals mit Wasser. Verwenden Sie stattdessen eine Löschdecke, ein Löschspray oder einen Feuerlöscher, der für Flüssigkeits-/Fettbrände geeignet ist.

Mit Teelichtern heizen?

Das Wort „Stövchen” geht auf „Stuve” zurück, die niederdeutsche Bezeichnung für eine beheizbare Stube. Spätestens seitdem sich das Heizen stark verteuert hat, nahmen Bastler und Tüftler den Begriff wörtlich. Sie setzten den Trend zum sogenannten Teelicht-Ofen in Gang. Zwar können mehrere Teelichter spürbar Wärme abgeben, als Ersatzheizung für Wohnräume taugen sie aber nicht. Weder ist ihre Heizleistung ausreichend, noch lohnt sich der Einsatz finanziell. Feuerwehren, Schornsteinfeger, Brandsachverständige und Versicherer sehen diesen Trend mit großer Sorge.
Wir sehen mit Sorge, zu welch abenteuerlichen Mitteln manche Mieter und Hausbesitzer greifen. (GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen)

Riskante Teelichtöfen

Teelichtöfen, die auch als Kerzenöfen oder Prepperöfen bezeichnet werden, sind simpel aufgebaut: Auf einem Blumenuntersetzer aus Ton wird in der Mitte ein Stab befestigt. Am oberen Ende sitzen ein oder zwei umgedrehte Blumentöpfe. Auf dem Untersetzer brennen mehrere Teelichter, deren Wärme die Tontöpfe erhitzt. Diese geben die Wärme dann als Strahlungswärme wieder ab.   Das Problem: Ein Teelicht hat nur eine Leistung von etwa 30 bis 40 Watt. Selbst fünf Teelichter erreichen nur eine Leistung von rund 150 bis 200 Watt. Zum Vergleich: Für einen sanierten Altbau werden mit einer herkömmlichen Heizung etwa 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter benötigt. Je nach Raumgröße sind also 1000 Watt und mehr erforderlich. Hinzu kommt: Die Kerzen verbrauchen Sauerstoff, sodass der Raum regelmäßig gelüftet werden muss. Dabei geht die mühsam erzeugte Wärme gleich wieder verloren.
Die Gefahr, die von einem offenen Feuer ausgeht, steht in keinem Verhältnis zur geringen Strahlungswärme in unmittelbarer Nähe dieses Ofens.

Weitere Heizungs-Alternativen mit Gefahrenpotenzial

Nicht nur Teelichtöfen sind problematisch. Auch andere improvisierte „Heizlösungen” können lebensgefährlich sein.
Gasbetriebene Heizstrahler, Kohle- oder Gasgrills
Diese Geräte haben in Wohnungen grundsätzlich nichts zu suchen. In geschlossenen Räumen drohen neben erhöhter Brandgefahr auch giftige Rauchgase. „Besser erstickt als erfroren“ darf niemals die Devise sein.
Dekokamine mit Ethanol
Ethanol-Kamine erzeugen zwar schöne Flammen und Gemütlichkeit, sind aber nicht als Heizung geeignet. Beim Betrieb entsteht unter anderem Kohlendioxid, daher ist regelmäßiges Lüften wichtig. Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V. (IFS) hat festgestellt, dass Unfälle mit Ethanol-Kaminen häufig auf Bedienfehler zurückzuführen sind. Zum Beispiel, wenn der Kamin noch heiß ist und trotzdem nachgefüllt wird.
Elektrolüfter und -strahler
Elektrische Heizgeräte eignen sich vor allem, um kleine Räume kurzzeitig zu erwärmen oder um eine Übergangslösung zu schaffen. In Europa hergestellte Geräte verfügen zwar über eine Abschalt-Automatik bei Überhitzung. Es wird jedoch gefährlich, wenn sie dauerhaft auf hoher Stufe laufen und dabei Mehrfach-Steckdosen oder Verlängerungskabel überlasten. Diese können überhitzen und Brände verursachen.

Teelichtofen und Versicherung: Risiko für den Versicherungsschutz

Wenn es durch den Betrieb eines Teelichtofens in Innenräumen zu einem Brand kommt, kann das auch den Versicherungsschutz gefährden. Sowohl Hausrat- als auch Wohngebäude-Versicherungen können in solchen Fällen Leistungen wegen grober Fahrlässigkeit kürzen oder in besonders schweren Fällen komplett verweigern. Wie Versicherer im Detail damit umgehen, lässt sich nicht pauschal sagen, da die Bedingungen jeweils vertraglich geregelt sind. Einige Anbieter, wie die Sparkassen-Versicherung Sachsen, ermöglichen es jedoch, grobe Fahrlässigkeit als erweiterte Leistung in die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung einzuschließen.
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
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