Betreuer suchen Suche
Gruppe von Menschen die nebeneinander stehen und auf ihr Smartphone schauen

Beherrschen Sie den Smartphone-Knigge?

25.11.2025 – Lesezeit: 5 Minuten Viele Menschen verlieren das Empfinden dafür, was im Umgang mit dem Mobiltelefon angemessen und höflich ist. Der Smartphone-Knigge erklärt die Regeln für Etikette und einen wertschätzenden Umgang miteinander.

Inhaltsübersicht

Allgemeine Smartphone-Knigge-Regeln Phubber, Smombies und Gesundheitsgefahren
Dieser ständige Blick aufs Smartphone nervt. Er führt sogar zu Unfällen. Er macht aus Menschen Smombies. Ob am Arbeitsplatz, im Meeting, in der Schule, unterwegs oder zu Hause – das Smartphone ist bei vielen Menschen allgegenwärtig. Manchmal ist der Umgang mit dem digitalen Lebensbegleiter aber unangemessen. Auch der Deutsche Knigge-Rat hat sich des Themas angenommen. Die Benimm-Experten geben  Höflichkeits-Empfehlungen.

Allgemeine Smartphone-Knigge-Regeln

Handy-Verbote beachten

An Orten, an denen die Handynutzung aus Sicherheits- oder Pietätsgründen verboten oder eingeschränkt ist, sollten Sie sich unbedingt an die Regeln halten. Dies betrifft beispielsweise das Autofahren oder Intensivstationen in Krankenhäusern.

In gemäßigter Lautstärke sprechen

Niemand möchte private Angelegenheiten anderer Menschen notgedrungen mitanhören müssen. Bei geschäftlichen Gesprächsinhalten ist ohnehin besondere Diskretion geboten. Lautes Telefonieren, noch dazu mit wildem Gestikulieren, nervt Mitmenschen. Egal, wo Sie sich befinden. Wer im Umfeld mehrerer Menschen telefoniert, sollte dies in gemäßigter Lautstärke tun und sich möglichst separieren. Insbesondere Nutzer von Kopfhörern unterschätzen oft die eigene Lautstärke. In bestimmten öffentlichen Bereichen wie Restaurants, Theatern, Kinos, Museen, Kirchen oder auf Friedhöfen sind Telefonate zwar meist nicht verboten, aber besonders unhöflich.

Das Handy gehört nicht auf den Tisch

Wenn Sie sich mit anderen Personen treffen, legen Sie das Handy nicht auf den Tisch. Das ist eine weit verbreitete schlechte Angewohnheit. Unabhängig davon, ob es sich um einen geschäftlichen Kundentermin oder einen privaten Restaurantbesuch handelt: Ihr Gegenüber ist jetzt wichtig, nicht das Telefon. Ihr Gesprächspartner könnte das Gefühl haben, dass Ihre Aufmerksamkeit nicht ihm, sondern potenziellen Anrufen oder Benachrichtigungen gilt. Selbst wenn es sich nur durch Blinken und ohne Ton bemerkbar macht, irritiert und lenkt es ab.
 
Wenn Sie einen dringenden Anruf erwarten oder in Rufbereitschaft sind, erklären Sie die Situation vorher und bitten Sie um Verständnis. Nehmen Sie den Anruf erst entgegen, wenn Sie sich an einen ruhigen Ort entfernt haben. Das Gespräch sollte kurz sein. Als Faustformel gilt: nicht länger als ein Toilettengang.

Mobiltelefon stumm schalten

Ein lautes Klingeln des Smartphones ist heute fast schon verpönt. Es gibt jedoch Situationen, in denen das Klingeln besonders störend und peinlich ist. Beispielsweise bei einem wichtigen Meeting, dem Vortrag eines Redners oder einem Vorstellungsgespräch. Um unangenehme Situationen und vorwurfsvolle Blicke der Anwesenden zu vermeiden, sollten Sie penibel darauf achten, dass Ihr Gerät auf lautlos gestellt ist. Apropos stumm: Auch die Tastentöne, die jedes Tippen hörbar machen, können sowohl in der Öffentlichkeit als auch im privaten Umfeld störend wirken. Gleiches gilt für weitere Funktionstöne. Wenn Sie in der Öffentlichkeit nicht auf das Abspielen von Videos, Musik und Sprachnachrichten verzichten können, sollten Sie Kopfhörer benutzen.
 

Klingelton mit Bedacht auswählen

Wenn das Smartphone nicht auf Vibration gestellt ist, gilt für den Klingelton: Das Umfeld hat auch etwas davon. Die Zeit der Jamba-Klingeltöne mit Figuren wie Crazy Frog ist zwar vorbei und damit auch ein gewisses Aggressions-Potenzial. Die Klingeltöne von heute sind wieder dezenter. Sie sollten – vor allem im geschäftlichen Umfeld – mit Bedacht aus den neutralen Klassikern ausgewählt werden. Denn wofür wollen Sie ein Statement setzen? Dass Sie Schlagerfan sind oder Kreuzfahrten lieben? Wenn Sie einen Klingelton suchen, probieren Sie bitte nicht alle verfügbaren Varianten an Orten aus, an denen Sie Ihre Mitmenschen belästigen könnten.

Das Nutzen des Lautsprechers ankündigen

Ein Telefonat ist immer ein Zwiegespräch für vier Ohren. Darauf verlässt sich der Gesprächspartner. Ohne Ankündigung den Lautsprecher einzuschalten und somit den Hörerkreis zu erweitern, ist respektlos und ein Vertrauensbruch.

Die Privatsphäre anderer respektieren

In einem Smartphone sammeln sich viele private Daten an. Die Privatsphäre anderer gilt es zu respektieren. Deshalb sollten Sie bei aller Neugier vermeiden, den Sitznachbarn im Zug oder den Vordermann in der Warteschlange auf das Display zu schauen. Es geht Sie nichts an, was er gerade schreibt oder anschaut. Auch das Durchstöbern fremder Handys ist ein absolutes Tabu.
 
Viele zeigen Freunden und Kollegen gerne ein Urlaubs- oder Familienfoto und reichen ihnen das Telefon für eine bessere Sicht. Hier sollten Sie nicht ohne Erlaubnis durch weitere Fotos in der Galerie wischen. 

Fotografieren von Personen braucht Erlaubnis

Fotos mit dem Handy sind schnell und überall gemacht. Problematisch kann es jedoch werden, wenn Sie diese veröffentlichen. Das Hochladen von Fotos in sozialen Netzwerken wird beispielsweise als öffentliche Wiedergabe bewertet. Wenn Sie Personen fotografieren, insbesondere wenn Gesichter zu erkennen sind, müssen Sie sich die Nutzung von der aufgenommene Person erlauben lassen. Menschen, die zufällig auf den Fotos zu sehen sind, gelten als Beiwerk zum Motiv und „Teil einer Landschaft“. Sie stellen also kein Problem dar. Allerdings sind die Grenzen zum Recht am eigenen Bild fließend.
 
Selbst im Freundeskreis sollten Sie fragen, ob Sie fotografieren und Fotos weitergeben dürfen. Nicht jeder ist damit einverstanden, dass es Fotos von sich in einer bestimmten Situation oder bei einem bestimmten Ereignis gibt. Auch wenn es sich dabei nur um unverfängliche und für das private Umfeld gedachte Bilder handelt.

Das Dauerfilmen stört ein schönes Erlebnis

Ob private Feier oder öffentliches Event: Solange der Veranstalter es erlaubt, wird ein kurzes Mitfilmen sicher niemanden stören. Das permanente Filmen hingegen kann die anderen Besucher nerven. Gerade auf Konzerten sieht man oft nur noch filmende Handys statt der Band auf der Bühne. Dadurch wird der Blick auf das Wesentliche eingeschränkt und die Stimmung verdirbt.

Am Telefon melden mit Namen

Wie oft erleben Sie diese Situation? Sie wählen eine Nummer und am anderen Ende der Leitung ertönt ein kurzes „Ja?”. Das wirkt unfreundlich, fast schon barsch. Wenn Sie sich verwählt haben, können Sie außerdem nicht gleich erkennen, dass Sie den falschen Gesprächspartner erreicht haben. Melden Sie sich deshalb freundlich mit Ihrem Namen, idealerweise mit Vor- und Zunamen, wenn Ihr Smartphone klingelt.

Nachrichten auf dem Anrufbeantworter

Wenn Sie einer Person auf den Anrufbeantworter sprechen, fassen Sie sich kurz. Das gilt laut Handy-Knigge für berufliche und private Anrufe. Sagen Sie, wer Sie sind, was Sie wollen und wie der Angerufene Sie erreichen kann. Geben Sie Ihre Telefonnummer langsam und deutlich durch. Mehr Informationen sind nicht nötig.

Phubber, Smombies und Gesundheitsgefahren

Phubber

Als „Phubber” werden Menschen bezeichnet, die lieber E-Mails beantworten, Nachrichten schreiben oder Fotos hochladen, anstatt sich auf das Gespräch mit anderen Menschen zu konzentrieren. Manche Phubber hinterlassen den Eindruck, als würden sie das nicht gedankenlos, sondern bewusst tun. Jeder soll sehen, wie beschäftigt und wichtig sie sind. Wenn dabei alle Anwesenden noch das neueste und teuerste iPhone bewundern dürfen, umso besser.
 
Der Begriff leitet sich von „Phubbing” ab und setzt sich aus „phone” und „snubbing” zusammen. Es ist ein Kunstbegriff, der einst von einer Werbeagentur für eine Kampagne erfunden wurde. Er meint, jemanden mit dem Handy (im übertragenen Sinn) „vor den Kopf stoßen” oder brüskieren.

Smombies

Der Begriff „Smombie” ist eine Wortschöpfung aus „Smartphone” und „Zombie”. Der Begriff bezeichnet Personen, die ständig auf das Display ihres Smartphones starren, statt ihre Umgebung wahrzunehmen. Im öffentlichen Raum, beispielsweise im Straßenverkehr, am Bahngleis oder als Fußgänger, gefährden „Smartphone-Zombies” sich und andere. Zahlreiche Unfälle lassen sich auf Unaufmerksamkeit durch Handynutzung zurückführen. Wer unterwegs einen wichtigen Anruf oder eine dringende Nachricht erhält, sollte sich dafür einen sicheren Ort abseits suchen. Ebenso gefährdet und gefährlich sind exzessive Selfie-Jünger, die auf der Jagd nach dem besten Foto Gefahren außer Acht lassen und andere beiseiteschubsen.

Head Down Syndrom

Die permanente Handynutzung kann nicht nur zu Unfällen führen, sondern schadet auch der Gesundheit. Zu den Folgen zählt beispielsweise das „Head-Down-Syndrom“. Wer zwei bis drei Stunden am Tag den Kopf senkt, überfordert die Nackenmuskulatur und schädigt die Nerven. Dies kann zu Verspannungen, Kopfschmerzen und chronischen Haltungsschäden führen. Auch der Psyche bekommt die falsche Smartphone-Haltung nicht. Die Haltung mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern suggeriert eine introvertierte, depressive Stimmung. Das kann dazu führen, dass man sich tatsächlich traurig oder antriebslos fühlt.
Falls Sie bei der Nutzung Ihres Smartphones auf der sicheren Seite stehen wollen, empfehlen wir Ihnen den Sparkassen-Internet-Schutz. Er sichert Sie gegen Vermögensschäden ab, die sich aus der Nutzung der Online-Welt ergeben. 
Im Alltag fällt es oft schwer, das Smartphone beiseitezulegen. Und doch tut es gut, sowohl unserer Gesundheit als auch dem Miteinander. Ein echtes Lächeln, ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht, ganz ohne Klingeln, Piepsen und Vibrieren. Wenn das Smartphone einmal Pause macht, entsteht oft mehr Raum für die Menschen, die gerade da sind.
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
Nachricht schreiben

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Noch keine Kommentare vorhanden.

Das könnte Sie auch interessieren

Fake News: Gefahr für die Informationsgesellschaft

5 Minuten Lesezeit Fake News verbreiten sich rasant, besonders im Umfeld von Wahlen, Kriegen, Krisen und Katastrophen. Der Artikel erklärt Ursprung und Merkmale. Er zeigt, wie sich Desinformation erkennen und einordnen lässt und was Medienkompetenz damit zu tun hat.
„Fake News: Gefahr für die Informationsgesellschaft“ weiterlesen

Warum zu viel Social Media unglücklich macht

3 Minuten Lesezeit Zu viel Social Media kann die psychische Gesundheit belasten. Studien zeigen, dass ständiger Vergleich und Dauererreichbarkeit unglücklich machen. Warum bewusster Medienkonsum Teil moderner Vorsorge ist, erklärt dieser Artikel.
„Warum zu viel Social Media unglücklich macht" weiterlesen

7 Dinge, die Twens für ein gutes Leben tun können

5 Minuten Lesezeit Schon mit Mitte 20 werden wichtige Weichen für ein langes, zufriedenes Leben gestellt. Von gesunder Ernährung über gepflegte Freundschaften bis zur frühen Altersvorsorge. Sieben Faktoren beeinflussen den Lebensweg nachweislich positiv. Erfahren Sie, warum Optimismus erlernbar ist, wie Neugier das Gehirn jung hält und warum sich frühes Sparen für die Rente besonders lohnt.
„7 Dinge, die Twens für ein gutes Leben tun können" weiterlesen
zum Seitenanfang

Versicherungen

Altersvorsorge & Sparen Berufsunfähigkeit & Unfall Haus & Wohnen Haftpflicht & Recht Auto & Roller Familie & Leben

Services

Schaden melden Betreuer suchen Kontakt aufnehmen Änderungen mitteilen Maklerkontakt Feedback geben

Weitere Themen

Karriere Blog Über uns Nachhaltigkeit Engagement Presse und Medien
Impressum Datenschutz Compliance Barrierefreiheit Privatsphäre-Einstellungen Vertrag widerrufen Social Media
Nachricht an die Redaktion Betreuer suchen