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Mutter sitzt mit ihrem Sohn an einem Tisch und blickt auf ein Glas voller Münzen

Mit Taschengeld den Umgang mit Geld lernen

05.11.2025 – Lesezeit: 8 Minuten Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Das gilt auch für das Thema Finanzen. Deshalb ist das Taschengeld nicht nur eine Zuwendung der Eltern, damit der Nachwuchs sich selbstständig ein paar kleinere Wünsche erfüllen kann. Verfügen Kinder über eigenes Geld, können sie frühzeitig lernen, mit Geld umzugehen und zu sparen. Etwas später kommen noch die Funktionen eines Girokontos und Finanzwissen hinzu. Kinder lernen mit Taschengeld das gute alte Haushalten und das ist was fürs Leben.

Inhaltsübersicht

Haben Kinder ein Recht auf Taschengeld? Ab welchem Alter Taschengeld zahlen? Wie viel Taschengeld passt zum Alter? Taschengeld ist bedingungslos Kinder bestimmen allein über ihr Taschengeld Taschengeldregeln für Eltern Umgang mit Geld und Sparen lernen Umgang mit einem Jugend-Girokonto lernen
Taschengeld sorgt in vielen Familien für Diskussionen. Oftmals sind die Sprösslinge der Meinung, die Freunde bekommen mehr. Viele Familien müssen im Alltag aufs Geld schauen. Gerade wenn sie mehrere Kinder haben. Zwischen Wunsch und Machbarkeit tut sich hier zuweilen eine Lücke auf. Hinzu kommen Unsicherheiten. Ab wann sollte man als Eltern Taschengeld geben? Wie hoch sollte es sein? Und ist man sogar zur Taschengeld-Zahlung verpflichtet?

Haben Kinder ein Recht auf Taschengeld?

Ganz klar nein. Eltern sind nicht dazu verpflichtet, ihren Kindern Taschengeld zu geben. Dafür existieren keine gesetzlichen Regelungen. Der Kinderschutzbund spricht Kindern zwar ein „moralisches” Recht auf Taschengeld zu. Trotzdem, Taschengeld-Zahlungen basieren auf Freiwilligkeit innerhalb der Familie. Was und wie gezahlt wird, sollte gemeinsam diskutiert werden. Über Geld muss man sprechen, weil es wichtig im Leben ist. Denn zumindest etwas ältere Kinder sollten wissen, wie die finanzielle Situation in der Familie aussieht. Jenseits einer Pflicht macht es aus erzieherischen Gründen Sinn, Kindern eigenes Geld anzuvertrauen.

Taschengeld macht Sinn, weil Kinder lernen …

sich ihr Geld einzuteilen, damit auszukommen und auf größere Wünsche hinzusparen, selbstständig zu werden und Verantwortung zu übernehmen, eigene Entscheidungen zu treffen und unabhängiger von den Eltern zu sein, den Wert von Geld richtig einschätzen zu können, auch später im Erwachsenenalter sinnvoll und bewusst mit Geld umzugehen.
Kinder haben normalerweise keine andere nennenswerte und regelmäßige Einnahmequelle. Sie könnten also die Erfahrung, eigenes Geld zu verwalten, sonst nicht machen. Wenn sie ihr Taschengeld mit Flohmarkt-Verkäufen oder später kleineren Jobs aufstocken, umso besser.

Ab welchem Alter Taschengeld zahlen?

Manche Experten raten dazu, mit Taschengeld zu beginnen, wenn das Kind rechnen lernt, also mit Beginn des Grundschulalters. Andere setzen das Alter früher bei fünf Jahren an und empfehlen, mit wöchentlichen Cent-Beträgen einzusteigen. Eltern kennen ihr Kind und seinen Entwicklungsstand am besten. Das können sie als Entscheidungsgrundlage nutzen.

Wie viel Taschengeld passt zum Alter?

Orientierungshilfe bieten hier Richtgrößen der Jugendämter. Es handelt sich um Empfehlungen. Die Höhe ist natürlich auch davon abhängig, über welches Einkommen Eltern verfügen und wie ihre finanziellen Möglichkeiten aussehen. Die folgende Tabelle bietet einen Überblick. Die Zahlen basieren auf einer Expertise des Deutschen Jugendinstitutes (DJI).
unter 6 Jahre
1 bis 2 Euro pro Woche
6 bis 7 Jahre
2 bis 3 Euro pro Woche
8 bis 9 Jahre
3 bis 4 Euro pro Woche
10 bis 11 Jahre
15 bis 20 Euro pro Monat
12 bis 13 Jahre
20 bis 30 Euro pro Monat
14 bis 15 Jahre
25 bis 45 Euro pro Monat
16 bis 17 Jahre
40 bis 60 Euro pro Monat
ab 18 Jahre
55 bis 75 Euro pro Monat
Laut dem Deutschen Jugendinstitut beeinflussen auch elterliche Erziehungs-Konzepte den Umgang mit Taschengeld. Ein Teil der Eltern verfolgt das oberste Ziel, eine marktwirtschaftlich und rational orientierte Finanzkompetenz zu vermitteln. Andere Eltern, die einen liberaleren Ansatz verfolgen, wollen einen eher sorglosen und großzügigen Umgang mit Geld fördern. Die meisten Studien zum Thema Taschengeld kommen übrigens zu dem Ergebnis, dass es hier noch keinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen gibt. In der Regel bekommen beide Geschlechter gleich viel Taschengeld.
Bei Geld und Haushalt, dem Beratungsdienst der Sparkassen, finden Sie auch folgende Ratgeber:
Fahrplan Taschengeld für Eltern und Kinder Mein Taschengeldplaner

Taschengeld ist bedingungslos

Taschengeld gibt es,  wenn du gute Noten mit nach Hause bringst, im Haushalt hilfst oder dies und jenes machst. Das Taschengeld ist eine Vereinbarung, eine Art Vertrag. Experten raten, es weder als Belohnung für Wohlverhalten einzusetzen noch es an Bedingungen zu knüpfen. Respektive sollte Taschengeld-Entzug nicht als Strafe oder Erziehungsmaßnahme eingesetzt werden.
Das sehen Eltern sicherlich unterschiedlich. Gerade die angemessene Unterstützung im Familienhaushalt durch ältere Kinder ist in vielen Familien ein neuralgischer Punkt, der die Nerven der Eltern beansprucht. Wenn Sie Geld gegen Hilfe eintauschen, bleiben andere Werte wie füreinander einzustehen außen vor.

Kinder bestimmen allein über ihr Taschengeld

Deshalb ist eine klare Absprache nötig, was sie von ihrem Geld kaufen dürfen oder nicht. Weder Schulsachen noch Bekleidung sollten davon angeschafft werden. Taschengeld ist für eher für kleinere Zusatzwünsche oder Extras gedacht, auch wenn Sie diese selbst als „unnötig" erachten. Kinder sollten sich für diese Käufe nicht rechtfertigen müssen oder gar Buch darüber führen. Es geht um den Lerneffekt, sich das Geld sinnvoll einzuteilen oder Geld für begehrte Dinge anzusparen.

Aber Kinder sind doch juristisch gesehen nur beschränkt geschäftsfähig

Sind Käufe von Kindern unwirksam, weil sie als beschränkt geschäftsfähig gelten? Könnten Eltern dann Käufe rückgängig machen? Hier greift der Taschengeld-Paragraf §110 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Der besagt: Menschen ab sieben Jahren, die beschränkt geschäftsfähig sind, können rechtswirksame Geschäfte auch ohne Zustimmung der Eltern abschließen. Sie müssen nur ihre eigenen Mittel verwenden, in der Regel also das Taschengeld. Für Kinder unter sieben Jahren gilt dies nicht, da sie laut BGB geschäftsunfähig sind.

Taschengeldregeln für Eltern

Zwei Regeln haben wir gerade festgehalten: Taschengeld an sich und seine Höhe ist eine Frage des Alters und nicht des Benehmens. Von daher ist es auch keine Erziehungsmaßnahme. Kinder sollten die volle Autonomie haben, wofür sie ihr Geld ausgeben.
Wichtig ist außerdem:
Die Käufe von Kindern sollten nicht als unnötig bewertet werden. Wenn sie Hilfe möchten, können Sie ihre Kinder beraten, zum Beispiel mit Preisvergleichen. Der Auszahlungstermin sollte pünktlich und regelmäßig sein. Das Kind sollte nicht um sein Geld bitten müssen. Je nachdem wie alt es ist und wie gut es bereits mit Geld umgehen kann, können Sie den Modus der Auszahlung gestalten. Jüngere Kinder bis zum zehnten Lebensjahr können selten einen ganzen Monat finanziell planen. Deshalb ist es sinnvoll, das Taschengeld zunächst wöchentlich auszuzahlen. Später können Sie auf monatlich umsteigen.

Umgang mit Geld und Sparen lernen

Wenn dem Kind sein Taschengeld nicht ausreicht, sollten die Eltern kein zusätzliches Geld nachschießen.. Das würde den beabsichtigten Lerneffekt zunichtemachen. Kinder können so nicht lernen, was es heißt, auch einmal kein Geld zur Verfügung zu haben. Es empfiehlt sich auch, mit dem Nachwuchs über das Thema Sparen zu sprechen. So kann dem Kind vermittelt werden, dass das Taschengeld nicht komplett ausgegeben werden muss. Und dass nicht alle Wünsche sofort erfüllt werden können. Auch kleinste Sparbeträge sammeln sich mit der Zeit an. Mit diesen kann sich das Kind später einen größeren Wunsch erfüllen.

Umgang mit einem Jugend-Girokonto lernen

Wenn das monatliche Taschengeld höher wird, können Sie gemeinsam mit dem Nachwuchs ein Jugend-Girokonto eröffnen. Auch wenn Kinder nur beschränkt geschäftsfähig sind, werden sie damit Kunde einer Bank oder Sparkasse. Sie bewegen sich ein Stück weiter in die Welt der Erwachsenen hinein. Das von den Eltern überwiesene Taschengeld können sie per Bankkarte am Geldautomaten abheben. Überziehen können sie das Konto jedoch nicht. Die Einrichtung eines Girokontos ist auch sinnvoll, wenn Verwandte eine größere Summe schenken möchten, der Lohn aus ersten kleinen Jobs anfällt oder weitere Einnahmen zu verwalten sind. 

Ab 14 Jahren können Eltern ein zusätzliches Budgetgeld zahlen

Mit zunehmendem Alter der Kinder werden auch die Wünsche größer. Gerade im Teenageralter beginnen dann die Diskussionen um Markenklamotten und Smartphones. Das Leben ist teuer. Das müssen Teenager einschätzen lernen. Ab einem Alter von 14 Jahren können Eltern zusätzlich zum Taschengeld ein Budgetgeld auszahlen. Ab diesem Alter sind Jugendliche in der Lage, Kaufentscheidungen eigenständig zu treffen. Sie können ihr Geld jetzt auch über einen längeren Zeitraum besser einteilen.

Für die Höhe des Budgetgeldes Kosten beobachten

Das Budgetgeld ist ein zusätzlicher Betrag für notwendige Ausgaben. Auch über dieses Budget sollten Jugendliche eigenverantwortlich verfügen. Sicherlich ist hier ein gewisses Augenmerk der Eltern angebracht. Sie sollten schauen, ob der Nachwuchs mit der neuen Verantwortung zurechtkommt. Das Budgetgeld kann beispielsweise für Ausgaben wie Kleidung oder Schulmaterial verwendet werden. Seine Höhe ist abhängig von der finanziellen Situation der Eltern. Um das notwendige Budget realistisch einschätzen zu können, sollten Sie die entsprechenden Kosten für etwa drei Monate beobachten. Anschließend können die Beträge mit dem Kind verhandelt werden.  Um den Unterschied zwischen Budgetgeld und Taschengeld deutlich zu machen, sollte das Budgetgeld separat vom Taschengeld ausgezahlt werden. Beispielsweise kann das Budgetgeld überwiesen und das Taschengeld bar ausgezahlt werden. So werden notwendige Ausgaben (Budgetgeld) und Geld zur freien Verfügung (Taschengeld) deutlich voneinander getrennt.

Wenn Kinder ihr Taschengeld aufbessern wollen

Dabei sollten Eltern ihre Kinder unterstützen. Sie begleiten den Nachwuchs damit bei einem weiteren Schritt in die Selbstständigkeit. Wenn Kinder Geld dazuverdienen wollen, zeigt dies, dass sie verstehen, dass sie aktiv zur Erfüllung ihrer Wünsche beitragen können. Dabei sind jedoch gesetzliche Vorgaben zu beachten. Nicht in jedem Alter kann jeder Ferien- oder Nebenjob ausgeübt werden. Näheres können Sie in unserem Blogartikel „Wissenswertes rund um Ferienjobs für Schüler” nachlesen.
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
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