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Nahaufnahme eines Waschbären im Gras

Waschbär-Probleme

Vorbeugen statt fangen

aktualisiert: 17.02.2026 – Lesezeit: 5 Minuten Der Waschbär hat in den letzten Jahren ein echtes Imagehoch erlebt. In den sozialen Medien wird er gerne als sympathischer Stadtbewohner inszeniert. Der pelzige Streuner ist clever, ein bisschen frech und niedlich. Kein Wunder, denn mit seiner markanten Fellzeichnung wirkt er, als würde er eine kleine Maske tragen. Sein fast schon ritualisiertes Waschen lässt ihn außerdem besonders putzig erscheinen. Soweit, so niedlich, aber er verursacht Probleme.

Inhaltsübersicht

Waschbär-Probleme im urbanen Lebensraum Waschbären bejagen und fangen Waschbären abwehren Wie sind Schäden versichert Der Waschbär-Bauch

Waschbär-Probleme im urbanen Lebensraum

Das kleine Raubtier gerät immer häufiger mit Menschen in Konflikt. Seine Population wächst ständig, da er in Deutschland kaum natürliche Feinde hat. Die pelzigen Diebe sind Meister der Anpassung und können nahezu jeden Lebensraum besiedeln. Sie sind intelligent und geschickt und zeigen wenig Scheu vor den Menschen. Kein Wunder also, dass sie gerne durch Wohngebiete ziehen.

Kleines Tier – große Schäden

Werden Waschbären zu Mitbewohnern in Haus und Garten, verursachen sie Schäden an Gebäuden und produzieren Lärm und Dreck. Keine Mülltonne ist vor ihnen sicher. Der Dachboden ist für sie der ideale Ort, um ihre Jungen großzuziehen. Dort legen sie in ihrer Reinlichkeit Latrinen an. Die ganze Familie geht dann an derselben Stelle auf Toilette. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es laut stinkend durchtropft. Haben sie sich erst einmal eingenistet, ist es schwierig, sie wieder loszuwerden.
Jäger betrachten den Waschbären zudem als invasive Art, die die heimische Tierwelt gefährdet. Er ist nämlich nicht wählerisch und frisst auch Kleintiere und Gelege von Vögeln. Außerdem hat der Kleinbär kein Problem, sich mit freilaufenden Stubentigern anzulegen. Im direkten Zweikampf gewinnt meist er und das kann einer Katze im schlimmsten Fall das Leben kosten.

Waschbären bejagen und fangen

Waschbären stehen zwar nicht unter Artenschutz, unterliegen aber dem Jagdrecht. Somit sind Jagdpächter für sie zuständig. Diese dürfen die Tiere bejagen und fangen. In bewohnten Gebieten ist es ihnen allerdings nicht erlaubt, auf die Tiere zu schießen. In einigen Bundesländern gibt es eine Schonzeit, in der die Tiere weder getötet noch gefangen werden dürfen. In Sachsen gibt es keine Schonzeit. Allerdings reagieren die Tiere auf die Bejagung mit einer erhöhten Fortpflanzung. Je mehr Tiere getötet werden, desto mehr Jungtiere kommen zur Welt. Damit gleichen sie die Verluste aus und übertreffen sie sogar.

Waschbären abwehren

Experten – darunter Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde – empfehlen: Erstens, locken Sie die Tiere gar nicht erst an. Und zweitens sichern Sie Gebäude so, dass die Tiere nicht ins Haus gelangen.

Waschbären gar nicht erst anlocken

Futter lockt Tiere an. Daher sollten Sie kein Futter für Katzen oder Igel vor die Tür stellen und keine Essensreste auf dem Kompost entsorgen. Mülltonnen und Komposttonnen sollten mit starken Spanngummis oder Verriegelungen gesichert werden. Alternativ können sie mit großen Steinen beschwert werden. Stellen Sie die Tonnen ca. einen halben Meter von Mauern oder Zäunen entfernt auf, die den Tieren als Einstiegshilfen dienen könnten. Den „Gelben Sack” sollten Sie erst am Tag der Abholung vor die Tür stellen. Der Inhalt sollte so gereinigt werden, dass Waschbären und Ratten nichts Fressbares finden können. Statt des „Gelben Sacks“ kann bei der Stadt auch eine gelbe Tonne beantragt werden. (Regional unterschiedlich)

Fünf Tipps, wie die Tiere nicht ins Haus gelangen:

Alle Öffnungen am Haus, durch die die Tiere ins Haus gelangen können, mit Hinterlüftungsgittern und Lochblechen verschließen. Denken Sie immer daran, dass die neugierigen Tiere alles eingehend untersuchen. So sind lockere Dachziegel für sie keine Gefahr, sondern eine spielerische Herausforderung. Katzenklappen wirken wie „Hereinspaziert, bitte”. Es gibt jedoch waschbärensichere Katzenklappen. Bieten Sie möglichst keine Aufstiegshilfen wie Rankgitter u. ä. an. Waschbären können hervorragend klettern. Sie nutzen jeden Vorsprung am Haus, der ihnen beim Aufstieg zum Dach oder zum Balkon hilft. Gerne nutzen sie auch die Fallrohre von Dachrinnen, um nach oben zu gelangen. Dabei nutzen sie den rauen Putz der Hauswand, wenn die Rohre selbst wenig Halt bieten. Bei diesem Problem haben sich Metalltrichter bewährt. Sie lassen sich so um das Fallrohr herum anbringen, dass die große Öffnung nach unten zeigt. Die Tiere haben dadurch keine Möglichkeit, sich am Putz festzukrallen. Waschbären springen nicht gern, sie hangeln lieber. Deshalb kann es helfen, überhängende Äste benachbarter Bäume einzukürzen. Das verwehrt den Tieren den Zugang von oben.

Falls Sie Waschbär-Abwehr-Experten brauchen, die leben in Kassel

Kassel ist die Waschbären-Hauptstadt Europas. In der nordhessischen Stadt lebt die dichteste Population einer europäischen Großstadt, etwa 50 bis 150 Tiere pro Quadratkilometer. Die Kasseler, Kasselaner und Kasseläner haben deshalb so manchen Geheimtipp auf Lager, wie dem Pelztier beizukommen ist. Beispielsweise sollen vollgesch… Babywindeln helfen, die Tiere zu vertreiben.

Sind Schäden versichert?

Die putzigen Pelztiere verursachen nicht nur Lärm und Gestank. Die Reparaturen ihrer Schäden, zum Beispiel an der Dämmung, können mitunter mehrere tausend Euro kosten. Bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen ist dieses Szenario durch die Wohngebäude-Versicherung abgedeckt. Es handelt sich um Kosten für Gebäudeschäden durch wildlebende Tiere. Sie werden im Rahmen vereinbarter Deckungsgrenzen und abhängig vom Tarif erstattet.

Waschbär-Bauch oder Waschbrett-Bauch?

Faul wie die Waschbären kann es passieren, dass sich der Waschbrett-Bauch langsam in einen Waschbär-Bauch verwandelt. Aber das ist halb so wild, denn Gemütlichkeit muss auch mal sein. Mit ein bisschen Willenskraft geht das ja perspektivisch wieder weg. Ein paar Fitness-Übungen bringen den Bauch genauso schnell wieder in Form, wie der Waschbär seine Pfoten ins Wasser taucht.
Autorin

Katrin Seefried

Arbeitet seit 2012 bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Als Blog-Redakteurin schreibt sie mit Herz und Neugier über Themen, die das Leben sicherer, einfacher und ein Stück besser machen.
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