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  • Farbige Tonnen mit verschiedenem Müll

    Für mehr Recycling: Trennen und Sortieren von Abfällen

Dresden, 15. Februar 2024 | (ks)
 
Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Der zweitbeste Abfall im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft ist der, der wiederverwendet oder recycelt werden kann. Doch ohne Mülltrennung kein Recycling. Deutschland gilt zwar als „Mülltrennmeister“. Doch längst nicht alle Abfälle aus privaten Haushalten landen laut Umweltbundesamt in der richtigen Tonne. Sowohl bei der Mülltrennung und -entsorgung als auch bei der Abfallvermeidung besteht noch Luft nach oben. Und so mancher Irrtum, wie der Klassiker "Joghurtbecher ausspülen", ist auch ein Fall für die gedankliche Tonne.
 
Deshalb beschäftigen wir uns im Folgenden mit der Mülltrennung und -entsorgung.
 

Verpackungsmüll

Für die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verkaufsverpackungen sind in Deutschland die Dualen Systeme zuständig.
 
icon-paragraf Die Abfalltrennung ist auch für Privatpersonen keine Frage des persönlichen Ermessens. Verbraucherinnen und Verbraucher sind gesetzlich verpflichtet, Glas, Papier, Pappe und Karton in die dafür vorgesehenen Sammlungen zu geben. Dies ist im Verpackungsgesetz (VerpackG) und im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) geregelt. Ziel der Gesetze ist es, umweltfreundliche Verpackungen und ein hochwertiges Recycling zu fördern.
 
Grafik Trennung von Verpackungsabfall
Grafik: Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister und Umwelt Bundesamt

 

Was gibt es zu beachten?

  • Verbundverpackungen (Papier-Kunststoff-Verbunde, Papier-Aluminium-Verbunde, Papier-Weißblech-Verbunde) sind für den Verbraucher oft schwer zu erkennen und landen daher häufig in der falschen Tonne.
  • In die Gelbe Tonne/den Gelben Sack gehören nur Kunststoffe, die Verpackungsmaterial sind. Kunststoffbehälter oder andere Gegenstände aus Kunststoff gehören also in den Restmüll, ebenso wie ausgediente Töpfe und Pfannen.
  • Verpackungen wie Joghurtbecher können "löffelrein" in die Gelbe Tonne/den Gelben Sack geworfen werden. Ein Ausspülen ist nicht erforderlich.
  • Glas gehört nach Farben getrennt in die Glascontainer. Blaues Glas und andere nicht zuzuordnende Farben gehören in den Grünglas-Container.
  • Stark verschmutzte Verpackungspapiere/-pappen kommen in den Restmüll.
  • Nur Geschenkpapier aus reinem Papier gehört in die Papiersammlung, beschichtete Papiere gehören in die Gelbe Tonne. Das gilt dann auch für beschichtete Backwarentüten.
  • Normale Brötchentüten, auch mit Sichtfenster, dürfen ins Altpapier. Optimal wäre, der Sichtfenster abzutrennen und über die Gelbe Tonne zu entsorgen.
  • Chipstüten kommen in die Gelbe Tonne/Gelber Sack.
  • Spraydosen dürfen nur restentleert in die Gelbe Tonne/den Gelben Sack. Ist die Dose nicht vollständig entleert, sollte sie zu einem Wertstoffhof gebracht werden.

Gemischter Siedlungsmüll

Neben Verpackungsabfällen fallen in Haushalten auch Restmüll und Bioabfälle an. Die Erfassungsarten für Abfälle in die entsprechenden Tonnen und die Tonnenfarben können regional etwas unterschiedlich sein. Auskünfte erteilen die jeweils zuständigen Entsorgungsunternehmen.
 
Übersicht korrekter Restmuell
Übersicht korrekter Biomuell
Grafiken: SV Sachsen

Was gibt es zu beachten?

  • Alte CDs, Videokassetten und DVDs gehören weder in den Restmüll noch in die Gelbe Tonne. Sie müssen zu einer Sammelstelle gebracht werden.
  • Auch Korken sollten als wertvoller Rohstoff nicht weggeworfen, sondern dort abgegeben werden, wo sie gesammelt werden. Das können Weinhändler, Wertstoffhöfe oder soziale Einrichtungen sein. Aus recycelten Korken können biologische Dämmstoffe und Bodenbeläge hergestellt werden. 
  • Alte Ordner sollten für ein optimales Recycling in ihre Bestandteile zerlegt werden: der Ordner in den Papiermüll, das Metall in die Wertstofftonne oder in den Restmüll. Unzerlegt gehören alte Ordner in den Restmüll.
 
icon-information Reines Cellophan (Zellglas) besteht aus Zellulose. Es ist biologisch abbaubar und kompostierbar, da es frei von Kunststoffen ist. Nach Gebrauch können Cellophantüten, -beutel und -folien daher in der Biotonne entsorgt werden. Manche Kommunen empfehlen die Entsorgung über die Gelbe Tonne, weil Cellophan oft mit Kunststoff verwechselt wird. Cellophan erkennt man an zwei Eigenschaften: Es knistert, wenn man es zwischen den Fingern bewegt. Wenn man es zusammenknüllt, bleibt es so. Plastikfolie dagegen versucht, in die Ausgangsposition zurückzukehren.

Sondermüll

Schadstoffhaltige Produkte dürfen nicht über den Restmüll entsorgt werden, da diese Stoffe in die Umwelt gelangen können. Es handelt sich um Sonderabfälle.
 
Übersicht korrekter Sondermuell
Grafik: SV Sachsen
Wohin? Sonderabfälle können bei Recycling- und Wertstoffhöfen abgegeben werden. Diese kümmern sich um die umweltgerechte Entsorgung und die fachgerechte Rückführung der Bestandteile in den Wertstoffkreislauf. Je nach Wohnort stellen die Entsorger auch Schadstoffmobile zur Verfügung.
 
Ein weiterer Rücknahmeort ist der Einzelhandel.
 
    • Batterien und Akkus müssen überall dort zurückgenommen werden, wo sie verkauft werden. Sammelbehälter gibt es zum Beispiel in Super- und Drogeriemärkten oder an Tankstellen.
    • Gleiches gilt für Motor- und Getriebeöle. Wer diese verkauft, muss nach der Altölverordnung Altöl bis zur verkauften Menge kostenlos zurücknehmen.
    • Altmedikamente: Medikamente dürfen nur dann über den Restmüll entsorgt werden, wenn dieser einer Müllverbrennungsanlage zugeführt wird. Die Wirkstoffe der Medikamente verlieren bei der Verbrennung ihre Umweltschädlichkeit. Wird der Restmüll einer mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage zugeführt, gehören abgelaufene oder ungenutzte Medikamente nicht in die graue Tonne. Am sichersten ist es, Altmedikamente in der Apotheke abzugeben. Viele Apotheken bieten diesen Service freiwillig an, wie Verbraucherzentrale.de schreibt.
 

Was gibt es zu beachten?

  • Leere Arzneimittelfläschchen kommen in den Restmüll, weil sie aus anderem Glas sind als herkömmliche Flaschen.
  • Leere Tablettenblister gehören in den Gelben Sack.
  • Und die leeren Pappschachteln müssen ins Altpapier.
 
icon-achtung-rote-hand Arzneimittel dürfen nie über die Toilette
oder das Spülbecken entsorgt werden.

Elektro(nik)schrott

Elektro(nik)schrott enthält zum Teil umweltschädliche Stoffe, aber auch wertvolle Rohstoffe, die wiederverwendet werden können. Seit 2006 ist das Elektrogesetz in Kraft. Altgeräte müssen getrennt gesammelt werden und gehören nicht in den Hausmüll. Das gilt auch für blinkende Turnschuhe und Kabel.
 
Übersicht korrekter Elektroschrott
Grafik: SV Sachsen
Verbraucherzentrale.de weist darauf hin, dass auch sogenannte passive Geräte zu den Elektro- und Elektronikgeräten zählen. Diese Geräte leiten den Strom nur weiter und haben selbst keine Funktion. Dazu gehören unter anderem: Stecker und Steckerleisten, Adapter, Kabel, Kabeltrommeln,  Außen-, Dach- und Zimmerantennen, Steckdosen, Telefondosen und Telefonbuchsen.
 
Wohin? Elektro(nik)schrott kann über kommunale Sammelstellen wie Recycling- und Wertstoffhöfe oder über den Handel entsorgt werden.
 

Was gibt es zu beachten?

  • Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern müssen alle Elektrokleingeräte (max. 25 cm Kantenlänge) kostenlos zurücknehmen. Auch wenn kein neues Gerät gekauft wird.
  • Seit 2022 gilt das auch für Lebensmitteleinzelhändler oder Discounter mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern, die Elektrogeräte verkaufen.
  • Bei größeren Geräten gilt das Prinzip alt gegen neu: Wird ein Gerät gekauft, muss ein Gerät der gleichen Kategorie (z.B. Fernseher gegen Fernseher) kostenlos zurückgenommen werden.
  • Für den Online-Handel gelten die gleichen gesetzlichen Regelungen zur kostenlosen Rücknahme von Elektroaltgeräten wie für den stationären Handel.
Ausführlichere Informationen zum Thema Elektro(nik)-Schrott finden Sie auf verbraucherzentrale.de.

Altkleider

Wohin? Gebrauchte Kleidung kann in die Altkleidersammlung gegeben werden. 120.000 Altkleidercontainer soll es nach Angaben des Vereins FairWertung in Deutschland geben. Ein Großteil davon wird vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) aufgestellt. Auch kirchliche Hilfsorganisationen wie die evangelische Diakonie oder die katholische Caritas unterhalten in vielen Gemeinden Altkleidercontainer. Allerdings soll es auch rund 15 Prozent illegal aufgestellte Container geben.
 
Sozial- und umweltverträgliche Alternativen zum Altkleidercontainer sind Organisationen, die gespendete Kleidung direkt an Obdachlose, Sozialhilfeempfänger, Bedürftige oder Flüchtlinge weitergeben. Dazu gehören:
 
  • Kleiderkammern
  • soziale Einrichtungen, wie zum Beispiel das DRK, die Arbeiterwohlfahrt (AWO), Kirchenverbände oder die Bahnhofsmission
  • Sozialkaufhäuser
  • Oxfam-Läden
 
icon-achtung-rote-hand Nur saubere, unbeschädigte und tragbare Kleidung abgeben oder in den Altkleidercontainer werfen. (Unter diesen Voraussetzungen darf auch Unterwäsche mit hinein.) Verschmutzte und abgetragene Kleidung gehört in den Restmüll (graue Tonne).
 
 

Nachhaltigkeit in eigener Sache

 

signet_nachhaltigkeit_sv-sachsenWeniger Abfall produzieren und diesen umweltgerecht entsorgen - das ist ein wichtiges Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der Sparkassen-Versicherung Sachsen. Seit 2021 gibt es in den Büros, Teeküchen und der Kantine der Hauptverwaltung strikte Abfalltrennsysteme.  Zudem wurden Einwegverpackungen abgeschafft. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden über die richtige Entsorgung informiert und für die Abfallvermeidung sensibilisiert.
 
 
Quellen und weiterführende Informationen:
 

Nachhaltig. Sächsisch. Vorgesorgt.

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