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  • Reform Schriftzug vor Deutschland-Hintergrund in Schwarz Rot Gold

    Was bringt das Altersvorsorgereform-Gesetz?

Dresden, 1. April 2026; aktualisiert: 11.05.2026 | (ks)
 
Die private Altersvorsorge wird ab 2027 einfacher, flexibler und attraktiver. Union und SPD haben sich auf eine neue staatliche Förderung verständigt, die die bisherige Riester-Förderung ablösen soll. Geplant sind neue Vorsorgeprodukte mit unterschiedlichen Garantie- und Renditechancen, mehr Förderberechtigte und eine transparentere Förderung.

Für viele Menschen ist das eine wichtige Nachricht: Wer privat fürs Alter vorsorgen möchte, soll künftig leichter verstehen können, welche Möglichkeiten es gibt und welche Förderung möglich ist.
 

Das Wichtigste zum Altersvorsorgereform-Gesetz in Kürze

 
  • Die bisherige Riester-Förderung soll ab Januar 2027 durch ein neues Modell ersetzt werden.
  • Künftig soll es Vorsorgeprodukte mit einer Garantie von 0, 80 oder 100 Prozent geben.
  • Neu ist ein einfaches Standarddepot mit begrenzten Kosten.
  • Die staatliche Förderung soll leichter verständlich und in vielen Fällen attraktiver werden.
  • Selbstständige und Mitglieder aus Versorgungswerken werden auch förderberechtigt.
  • Familien mit Kindern und Menschen mit kleineren bis mittleren Einkommen könnten besonders profitieren.
  • Auch für bestehende Riester-Verträge kann ein Wechsel in das neue Modell interessant sein.

Warum die Reform der privaten Altersvorsorge wichtig ist

Die gesetzliche Rente bleibt ein zentraler Baustein der Altersvorsorge. Für viele Menschen wird sie allein aber voraussichtlich nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu sichern. Zusätzliche private Vorsorge bleibt deshalb wichtig.

Die bisherige Riester-Förderung hat vielen Menschen den Einstieg ermöglicht. Sie wurde in den vergangenen Jahren aber auch häufig als zu kompliziert, zu starr und wenig attraktiv wahrgenommen. Genau hier setzt die Reform an: Sie soll die private Altersvorsorge verständlicher machen und zugleich mehr Spielraum für Renditechancen schaffen.
 
ein Taschenrechner liegt auf Geldschein, auf dem Display steht Rente

Die neue Produktwelt der privaten Altersvorsorge

Ein zentraler Punkt der Reform ist die größere Auswahl bei den Vorsorge-Produkten. Künftig wird es nicht mehr nur stark abgesicherte Modelle geben, sondern auch renditeorientierte Varianten mit mehr Spielraum für Anlagen am Kapitalmarkt.

Geplant sind drei Grundformen: ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie, ein Garantieprodukt mit 80 Prozent Garantie und ein Garantieprodukt mit 100 Prozent Garantie. Damit können Sparerinnen und Sparer künftig stärker danach entscheiden, was besser zu ihnen passt: mehr Sicherheit oder mehr Renditechancen.

Zusätzlich ist ein sogenanntes Standardprodukt vorgesehen. Dieses soll einfach aufgebaut, online abschließbar und besonders kostengünstig sein. Vorgesehen ist dafür eine maximale Effektivkostenquote von 1 Prozent. Außerdem soll es ein Standarddepot in öffentlicher Trägerschaft geben.

Die folgende Übersicht zeigt, wie sich die neue Produktwelt der privaten Altersvorsorge künftig aufteilen wird.
 
Infografik Übersicht neue Produktwelt Altersvorsorgereform
Überblick über die neue Produktwelt der privaten Altersvorsorge.

So soll die staatliche Förderung funktionieren

Auch künftig soll die private Altersvorsorge mit staatlichen Zulagen gefördert werden. Die neue Förderung soll sich dabei stärker an den tatsächlich gezahlten Eigenbeiträgen orientieren (beitragsproportionales Fördersystem) und somit verständlicher werden.
 
Beschlossen ist: Für Eigenbeiträge bis 360 Euro pro Jahr wird die Grundzulage 50 Prozent betragen. Für Beiträge von 360,01 bis 1.800 Euro jährlich sind 25 Prozent vorgesehen. Daraus ergibt sich eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr.

Besonders interessant ist die Reform für Familien: Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind und Jahr soll bereits ab einem Eigenbeitrag von 300 Euro pro Jahr möglich sein. Das entspricht 25 Euro im Monat.

Die Grafik mit Rechenbeispielen veranschaulicht, wie sich die geplante Förderung ab 2027 zusammensetzen soll.
 
Infografik Übersicht neue staatliche Förderung Altersvorsorgereform
Überblick über die geplante staatliche Förderung ab 2027.

Was mit bestehenden Riester-Verträgen passieren soll

Vorhandene Riester-Verträge bleiben bestehen. Zusätzlich wird es für Bestandskundinnen und Bestandskunden die Möglichkeit geben, einmalig in das neue Fördermodell zu wechseln. Das kann sinnvoll sein, wenn die neue Förderung besser zur persönlichen Lebenssituation passt.

Auch ein Wechsel in ein neues Produkt wird möglich sein, ohne dass bisher erhaltene Förderungen verloren gehen. Wer dafür den Anbieter wechselt, muss allerdings möglicherweise mit Wechselgebühren rechnen. Vor einer Entscheidung lohnt sich immer ein genauer Blick auf den bestehenden Vertrag, die geltenden Konditionen und die persönliche Situation.
 

Welche Auszahlungsformen geplant sind

Künftig können Sparerinnen und Sparer zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlungsplan bis zum 85. Lebensjahr wählen. Ein Auszahlungsplan kann zwar höhere monatliche Beträge ermöglichen. Er bringt aber auch das Risiko mit sich, dass das angesparte Kapital bei einem längeren Leben nicht bis zum Lebensende reicht.
 
 

Steuerlich bleibt vieles wie bisher

Während der Ansparphase bleiben Einzahlungen, Erträge und Zulagen steuerfrei. Die Beiträge und die Zulagen können weiterhin als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Zusätzlich prüft das Finanzamt im Rahmen der Veranlagung, ob Ihnen ein noch über den Zulageanspruch hinausgehender Steuervorteil zusteht. Erst die Auszahlungen im Alter müssen mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden. 
 

So sieht der Zeitplan zur Umsetzung der Altersvorsorge-Reform aus

Auch der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 dem Altersvorsorgereform-Gesetz zugestimmt, nachdem es Ende März von der Bundesregierung beschlossen wurde. Damit ist das Verfahren zum neuen Gesetz abgeschlossen. Die neue Förderung und die neuen Produkte starten zum 1. Januar 2027.
 

Was Sie bis zum Start der neuen Produkte tun können

Aufgerissenes Papier mit dem Wort Versorgungslücke als Symbol für Vorsorge und finanzielle Absicherung
Bis zum Start des neuen Modells bleibt noch Zeit, die eigene Altersvorsorge in Ruhe zu überprüfen. Sinnvoll ist jetzt vor allem:
sich einen Überblick über die bestehende Vorsorge zu verschaffen
  • Prüfen Sie, welche Ansprüche Sie aus der gesetzlichen Rente, einer betrieblichen Altersvorsorge und aus privaten Verträgen bereits haben. Schauen Sie sich Riester-, Rürup-, Fonds-, Renten- oder Lebensversicherungsverträge genau an. Wichtig sind vor allem die bisherigen Leistungen und die Frage, welche Rolle die einzelnen Bausteine in Ihrer Altersvorsorge spielen.
die eigene finanzielle Situation realistisch einzuschätzen
  • Machen Sie einen Kassensturz: Wie viel Geld können Sie regelmäßig für die Altersvorsorge zurücklegen, ohne Ihre laufenden Ausgaben zu überfordern? Klären Sie außerdem Ihr persönliches Risikoprofil. Die künftige Wahl zwischen stärker sicherheitsorientierten und renditeorientierten Produkten wird auch davon abhängen, wie viel Schwankung Sie aushalten können und wollen.
persönliche Ziele für die Altersvorsorge festzulegen
  • Überlegen Sie, welche Einkünfte Sie im Alter voraussichtlich brauchen und welche Versorgungslücke geschlossen werden muss. Nur wer den eigenen Bedarf kennt, kann später beurteilen, welches Produkt zur individuellen Situation passt.
keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen
  • Kündigen Sie bestehende Verträge nicht vorschnell, sondern prüfen Sie sie genau. Gerade bei älteren Riester-Verträgen kann ein Wechsel in ein neues, renditeorientiertes Produkt den Verlust eines möglicherweise noch sehr hohen Garantiezinses bedeuten.
die weitere politische Entwicklung im Blick zu behalten
  • Noch sind nicht alle Details (Verordnungen und Auslegungen) endgültig ausgearbeitet. Wer sich frühzeitig informiert und am besten fachkundig beraten lässt, kann die neuen Möglichkeiten ab 2027 besser für die eigene Altersvorsorge nutzen.
Wer seine Vorsorge jetzt systematisch prüft, kann die Reform später gezielt für sich nutzen. Unsere Versicherungsexpertinnen und -experten unterstützen Sie gerne dabei, Ihre aktuelle Situation einzuordnen und passende nächste Schritte für Ihre Altersvorsorge zu finden. 
 
Wir halten Sie über die weiteren Entwicklungen sowie über alle Themen rund um die Altersvorsorge auf dem Laufenden.
Ausführliche Informationen – "Fragen und Antworten zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge" – finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Finanzen.
Zwei Männer und ein Junge angeln gemeinsam

Altersvorsorge und Vermögen

Ihre Altersvorsorge gestalten Sie individuell und flexibel. Von der späteren Rentenzahlung versteuern Sie nur einen geringen Anteil. Bei Kapitalzahlungen ist die Hälfte der Erträge meist steuerfrei. Da lohnt sich das Sparen.

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