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  • Zusammengerollte Geldscheine stecken in einer Steckdosenleiste.

    Einfache Haushaltstipps zum Stromsparen

Dresden, 21.10.2021 | (ks)
 
Strom ist in Deutschland besonders teuer und mit hohen Abgaben aus gesetzlichen Umlagen und Steuern belastet. In Europa hat die Bundesrepublik gemeinsam mit Dänemark die höchsten Verbraucherpreise. 2021 liegt der durchschnittliche Strompreis bei 31,89 Cent pro Kilowattstunde. Und ist damit im Schnitt um 0,3 Prozent höher als die Preise im Jahr 2020. Auch die Deckelung der EEG-Umlage auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2021 und auf 6,0 Cent 2022 bringt kaum spürbare Entlastung. Denn die Entlastung bei der EEG-Abgabe wird zum Teil wieder aufgefressen durch leicht steigende Netzentgelte.
 
Es lohnt sich daher für Privathaushalte, den eigenen Stromverbrauch unter die Lupe zu nehmen und Energiefresser zu finden. Energiekosten können nämlich leichter gesenkt werden, als man denkt. Vor allem mit Verhaltensänderungen, aber auch technischen Anpassungen und gegebenenfalls dem Austausch von Geräten lässt sich der Verbrauch dauerhaft reduzieren. Gleichzeitig tut man der Umwelt etwas Gutes. Ein geringerer Stromverbrauch verursacht auch weniger CO-2-Emissionen.

Einfache Haushaltstipps zum Stromsparen

Weil Strom ist immer verfügbar ist und einfach aus der Steckdose kommt, denkt man gar nicht darüber nach, wo überall Strom verbraucht wird. Er gehört zum Alltag, den man nicht mehr hinterfragt. Aber allein durch den Stand-by-Modus von Geräten wie Fernsehern oder Stereoanlagen gehen in Deutschland jedes Jahr rund 17 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom verloren. Und damit werden ganze 11 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 ungenutzt in die Luft geblasen. Man kann deshalb viel im Kleinen schon für die Umwelt tun.
 

Energieeffiziente Geräte kaufen

Ans Energiesparen sollte man schon bei der Anschaffung von Geräten denken. Gerade bei Haushaltsgeräten, die dauerhaft laufen wie der Kühlschrank oder sehr oft genutzt werden wie Fernseher oder Herd, lohnt es sich, beim Kauf etwas mehr Geld für ein sehr energieeffizientes Gerät auszugeben. Die Investition zahlt sich bereits nach wenigen Betriebsjahren in Form eingesparter Energiekosten wieder aus.
Neue Energielabel für energieeffiziente Geräte seit März 2021
  • Seit März 2021 müssen Wasch­maschinen, Kühlgeräte, Fernseher und Geschirr­spüler mit einem neuen Energielabel gekennzeichnet werden. Die Plus-Klassen sind abgeschafft. Die neue Energieeffizienz­skala reicht von A bis G und nicht mehr wie bisher oft von A+++ bis D. Da die Meßkriterien für die Energieeffizienz durch die EU verschärft wurden, lassen sich beide Energielabel nicht eins zu eins miteinander vergleichen beziehungsweise umrechnen. Geblieben sind die Farben von grün bis rot. Neu ist ein QR-Code oben rechts. Im unteren Teil des Labels sind manche Piktogramme mit Detail­angaben hinzugekommen, andere sind verschwunden.
     
    Seit September 2021 hat die EU auch für Lampen und Leuchtmittel ein neues Energielabel eingeführt. In den kommenden Jahren sind dann auch Wäschetrockner, Backöfen und Dunstabzugshauben dran. Ein genauer Zeit­punkt steht noch nicht fest. Und irgend­wann kommt auch ein neues Label für Staubsauger. Die werden aber zurzeit wegen eines Gerichts­urteils in der EU ganz ohne Energieeffizienzlabel verkauft.

Strom sparen in der Küche

  • Kühlschrankstandort: Stellen Sie den Kühlschrank nicht neben der Heizung oder dem Herd/Backofen auf und vermeiden Sie einen Standort mit durchgehender Sonnenbestrahlung. Umso mehr Energie muss der Kühlschrank aufwenden, um die Innentemperatur zu halten.
  • Kühlschranktemperatur prüfen: Sieben Grad reichen aus, damit die Lebensmittel frisch bleiben. In vielen Haushalten ist der Kühlschrank zu kalt eingestellt. Lebensmittel sollten am besten entsprechend der unterschiedlichen Klimazonen eingeräumt werden.
  • Gefrierfach regelmäßig abtauen: Denn eine 1cm dicke Eisschicht verdoppelt bereits den Stromverbrauch des Gefrierfachs. 
  • Backofentemperatur: Mit Umluft statt Ober- und Unterhitze backen und garen. Per Umluft benötigen Sie eine niedrigere Temperatur und können gleichzeitig mehrere Ebenen nutzen.
  • Backofen leerräumen: Ungenutzte Gitter oder Bleche vor der Benutzung rausnehmen. Sie erhöhen den Verbrauch um bis zu 20 Prozent. Tipp: Backofen sowie Kochplatten kurz vor Garende abstellen und die Restwärme nutzen.
  • Deckel und Topfgröße: Ist simpel, wird aber oft vergessen. Wer mit Deckel auf dem Topf kocht, spart viel Strom. Gleiches gilt dafür, das passende Kochfeld zur Topfgröße zu wählen.
  • Wasserkocher: Immer nur die benötigte Menge Wasser erhitzen. Das Erhitzen von Wasser im Wasserkocher ist wesentlich stromsparender als im Topf auf dem Herd. So lässt sich auch das Kochwasser für die Frühstückseier energiesparend "vorkochen".
  • Wassermenge im Topf: Eier und Gemüse mit nur 2 cm Wasser im Topf garen, anstatt sie komplett mit Wasser bedeckt zu kochen. Das spart nicht nur Strom, da weniger Wasser heiß gemacht werden muss, sondern auch Zeit.
  • Mikrowelle und Toaster: Wenn’s mal schnell gehen muss, ist die Mikrowelle zum Erwärmen günstiger, als den Herd zu benutzen. Statt im Backofen kann man Brötchen auch wunderbar auf dem Toaster oder dem Kleingrill knusprig aufbacken.
  • Spülmaschine: Aufs Vorspülen verzichten, nur voll beladen anstellen und Eco-Programm nutzen. Besonders sparsam sind Spülmaschinen, die direkt an die Warmwasserversorgung angeschlossen werden – sofern die Warmwassererzeugung direkt im Gebäude effizient und am besten mit erneuerbaren Energien erfolgt. Gleiches gilt für Waschmaschinen.

Strom sparen beim Waschen

  • Das richtige Waschprogramm: Das Energiesparprogramm (Eco-Programm) nutzen. Dauert zwar länger, ist trotzdem sparsamer. Denn das Wasser wird weniger erhitzt und das spart Strom. Auch die gewählte Waschtemperatur entscheidet über die Höhe des Stromverbrauchs. Es ist heute kaum noch nötig, Weißwäsche bei 95 Grad Celsius zu waschen. 60 Grad reichen in der Regel aus. Gleiches gilt für Buntwäsche mit 30 Grad statt 40 Grad. Um die Waschmaschine zu reinigen und einem Mikrobenbefall vorzubeugen, kann man aber ab und zu eine Waschladung mit geeigneter Wäsche bei 95 Grad durchlaufen lassen. Ein Leerlauf zur Reinigung wird nicht empfohlen.
  • Waschmaschine voll beladen: In modernen Geräten kann man das Fassungsvermögen voll ausnutzen. Optimal ist eine Maschine mit Mengenautomatik, die Energie- und Wasserbrauch an die Wäschemenge anpasst.
  • Wäschetrockner: Wäschetrockner sind Stromfresser. Wäsche aufhängen kostet nichts. Trotzdem erleichtern sie den Alltag und sind manchmal unumgänglich. Moderne Trockner arbeiten mit Feuchtigkeitssensoren. Viel Energie lässt sich sparen, wenn die Wäsche gut geschleudert (mindestens 1000 Umdrehungen) in den Trockner kommt. Wichtig ist das Reinigen der Flusensiebe. Sind sie verdreckt, benötigt der Trockner deutlich mehr Energie zum Trocknen. 

Strom sparen allgemein

  • Beleuchtung anpassen - Halogenlampen durch LED-Lampen ersetzen: Übrigens lohnt es sich auch, Energiesparlampen durch LED-Lampen zu ersetzen. Gerade rund um Weihnachten gehören für viele üppig blinkende Lichter am Haus dazu. Setzen Sie auch dabei auf sparsame LED-Technik oder versehen Sie die Lichter-Deko mit einer Zeitschaltuhr.
  • Router - abends/nachts ausschalten:
    WLAN-Router sind in Privathaushalten meist Tag und Nacht im Dauerbetrieb. Speedport, Fritzbox und Co. verbrauchen dabei zwischen sechs und 20 Watt pro Stunde. Das Abschalten des Routers über Nacht oder wenn das WLAN längere Zeit nicht benötigt wird, schont auf lange Sicht den Geldbeutel, verringert die elektromagnetische Strahlung und beugt Missbrauch vor. Bei manchen Routern lässt sich das WLAN per Zeitschaltung deaktivieren. Und dem WLAN-Router tut eine Pause mal gut, empfehlen Experten. Allerdings ist man bei einem IP-Anschluss nach dem Ausschalten übers Festnetz nicht mehr erreichbar und kann auch selbst nicht anrufen.
  • Computer, die stromhungrigen Haushaltsgeräte: Mobile Geräte sind auf längeren Batteriebetrieb ausgerichtet und verursachen daher weniger Stromkosten als herkömmliche PCs. Soll ein Computer nur für Standardanwendungen genutzt werden, reicht auch ein Notebook oder Tablet. Bei 5 bis 15 Minuten Abwesenheit sollte man einfach den Bildschirm ausschalten. Bei längerer Abwesenheit lohnt sich der Ruhezustand. Der ist energiefreundlicher als der Bildschirmschoner. Am meisten Energie spart man, wenn man den PC bei Nichtbenutzen komplett abschaltet und vom Stromnetz trennt.
  • Den Standby-Modus vermeiden: Alle Haushaltsgeräte sollten mithilfe einer Steckerleiste immer komplett ausschaltet werden. Gerade ältere Geräte wie Spielekonsolen oder Stereoanlagen fressen auch im Stand-by-Modus viel Energie. Auch das Handy-Ladekabel oder die elektrische Zahnbürste, die dauerhaft „leer“ am Netz hängen, können Kosten von bis zu 50 Euro im Jahr verursachen. Selbst USB-Sticks, Festplatten oder sogar der Kopfhörer am Laptop verbrauchen Energie. Also raus damit, wenn Sie sie gerade nicht brauchen oder wenn der Akku voll ist.
Wer über die einfachen Tipps hinaus, weitere Einsparpotenziale umsetzen möchte, kann sich auch an einen Energieberater wenden. Gerade bei größeren technischen Einheiten wie Heizungsanlagen können technische Anpassungen sinnvoll sein.
Unnötige Stromkosten sparen, ohne an Komfort einzubüßen – über das Plus in der Haushaltskasse freut sich sicherlich jeder. Aber jeder kann auch schon im eigenen Haushalt mitentscheiden, wie sich das Klima in Zukunft entwickelt. Es geht um mehr als nur ums Geld, es geht um #VorsorgeMitWeitblick.

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