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    Näht Mundschutz! Tragt Mundschutz!
    Für mich. Für dich. Für alle.

Dresden, 09.04.2020 | (ks)
 
Nach einigen Ländern in Europa hat als erste deutsche Stadt Jena eine Maskenpflicht beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und in öffentlichen Gebäuden mit Publikumsverkehr eingeführt. Sie sollen überall dort getragen werden, wo viele Menschen zusammenkommen und der Sicherheitsabstand zueinander nicht gewährleistet ist. Das Thema wird, quer durch Experten, wissenschaftliche Institutionen und Politik kontrovers diskutiert, hat Befürworter und Gegner.
 
 

Keine allgemeine Maskenpflicht

Bund und Länder haben sich bisher (Stand 7.4.2020) gegen eine allgemeine Maskenpflicht ausgesprochen. Fakt ist: Professioneller und zertifizierter Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske) sowie Atemschutzmasken (FFP2 und FFP3) sind momentan absolute Mangelware und im Einkauf auf dem Weltmarkt ein hart umkämpftes Schutz-Utensil. Sie müssen in der Nutzung allein dem medizinischen und pflegerischen Personal vorbehalten bleiben sowie Menschen/Berufsgruppen, die einer erhöhten Ansteckungsgefahr unterliegen.
 
Update vom 29. April 2020: Mit dem heutigen Inkrafttreten im letzten Bundesland Schleswig-Holstein gilt ab heute bundesweit eine Maskenpflicht (Bedeckung von Mund und Nase) beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmittel.
Ob darüber hinaus eine weitere Pflicht besteht z. B. in öffentlichen Gebäuden, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Auch Kinder, in der Regel ab dem 7. Lebensjahr, müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
 
Update vom 20. April 2020: Als erstes Bundesland hat Sachsen eine Mundschutzpflicht eingeführt. Sie gilt ab 20. April 2020. Um Ansteckungsrisiken zu minimieren, muss jede Person beim Einkaufen und beim Benutzen von Verkehrsmitteln Mund und Nase bedecken. Die Landesregierung empfiehlt außerdem, beim Kontakt mit Menschen aus Risikogruppen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Laut Corona-Schutzverordnung gilt die Maßnahme auch für Kinder. "Eltern und Sorgeberechtigte sollen dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder oder Schutzbefohlene diese Empfehlungen auch einhalten, sofern diese dazu in der Lage sind."
 
Update vom 16. April 2020: Bund und Länder haben am 15. April 2020 über Maßnahmen zur schrittweisen Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen beraten. Die Bundesregierung spricht danach eine dringende Empfehlung für das Tragen von Alltagsmasken aus. Dies gelte Insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen. 
Eine Pflicht für das Tragen von Atemmasken besteht nach wie vor nicht. Kategorisch ausgeschlossen wurde eine Maskenpflicht für die Zukunft jedoch nicht. „Wir müssen ja das, was wir fordern von den Bürgerinnen und Bürgern, auch wirklich umsetzen können“, sagte die Bundeskanzlerin auf eine Nachfrage, warum es nur eine Empfehlung und keine Pflicht gäbe. Je mehr Alltagsmasken im Umlauf sind, desto eher könne man darüber reden „weitere Schritte der Dringlichkeit“ einzuleiten, so die Kanzlerin. 
 

Freiwilliger und selbstgemachter Mundschutz

Bei der Diskussion um das Maskentragen geht es deshalb um einen selbstgenähten/selbstgebastelten, also DIY-Mund-Nasen-Schutz (MNS), Das kann auch eine Stoffbarriere wie ein Tuch oder ein Schal sein – über Nase und Mund gezogen. Er garantiert keinen Schutz vor Ansteckung! Der Abstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen soll trotzdem eingehalten werden. Er kann aber das Ansteckungsrisiko für andere senken. Es ließe sich schlussfolgern: Als Zusatzmaßnahme zu anderen Hygieneregeln, wenn alle einen MNS tragen, wird das Ansteckungsrisiko für alle gesenkt. Verlässliche Studien und Daten, ob dieser Effekt eintritt, liegen für Deutschland noch nicht vor. Die Annahme könnte sich allerdings mit den Erfahrungen aus Asien bestätigen.
“Wenn Sie sich die Daten in Hongkong ansehen, sind Masken wahrscheinlich die wichtigste Maßnahme bei der Infektionskontrolle”, sagt Virologe Alexander Kekulé. Und Virologe Christian Drosten sagt: “Die Maske muss an der Quelle sein, nicht am Empfänger.”
Mehr Infografiken finden Sie bei Statista
Kleine Maskenkunde
  • Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz, umgangssprachlich auch OP-Maske genannt, dient vor allem dem Fremdschutz dritter Personen vor potentiell infektiösen Tröpfchen des Trägers der Maske. Es handelt sich um ein medizinisches Produkt, dessen Verwendung in der derzeitigen angespannten Versorgungslage Ärzten und Pflegepersonal vorbehalten sein sollte.
     
    Filtrierende Halbmasken (FFP2 und FFP3) gibt es mit und ohne Ventil. Ist ein solches Ventil angebracht, filtert es die eingeatmete Luft und schützt so den Träger der Maske vor kleinsten flüssigen und festen Teilchen. Zur Schutzwirkung vor Corona-Viren heißt es auf dieser Internetseite deutscher Lungenärzte: „Im Zuge der Sars-Epidemie 2002/2003 haben einige Studien für sogenannte Filterpartikelmasken (FFP3-Masken) einen schützenden Effekt nahelegen wollen. Das waren aber keine normalen Masken, wie man sie in Asien auf der Straße sieht oder bei uns im OP, sondern spezielle Feinpartikelmasken, die für den Alltag kaum praktikabel sind, weil man damit nicht lange herumlaufen kann.“ Das dauerhafte Tragen einer solchen Maske in der Öffentlichkeit dürfte somit keine Option sein.
In Deutschland ist der Mundschutz – selbst in der Corona-Krise – im Gegensatz zu vielen Metropolen in Asien noch immer ein ungewohntes Bild. Dabei könnte er vielleicht auch in der jährlichen Grippe- und Erkältungssaison das Infektionsrisiko senken. Doch wer ihn hierzulande trägt, sieht (vermeintlich) komisch aus und macht sich verdächtig, entweder überängstlich (Keimphobie) oder infiziert zu sein. In Asien dagegen gehört Mundschutz schon längst zum Alltag. Dort gilt er auch als Ausdruck der Verantwortung für das gemeinsame Wohlergehen.
Die sächsische Sozialministerin Petra Köpping hat das Tragen eines Mundschutzes in der Öffentlichkeit empfohlen. Es verstößt auch nicht gegen das Vermummungsverbot, da dies nur auf Veranstaltungen gilt, die dem Versammlungsrecht unterliegen einschließlich Fußballspielen.
Gründe, die für einen Mund-Nasen-Schutz sprechen:
    • Beim Sprechen, Niesen oder Husten können zumindest große Tröpfchen abgefangen werden.
    • Unentdeckte Infizierte können das Ansteckungsrisiko für andere senken.
    • Ein Mundschutz hilft, sich weniger ins Gesicht zu fassen und senkt dadurch das Ansteckungsrisiko durch kontaminierte Hände.
    • Das Tragen des Mundschutzes stellt einen Akt der Solidarität und Höflichkeit gegenüber seinen Mitmenschen dar.
    • Masken erinnern optisch daran, dass die Lage auf längere Zeit ernst und das Virus noch da ist.
Bedenken, die gegen das Tragen des MSN sprechen:
    • Die Träger wiegen sich in Sorglosigkeit, weil sie vermeintlich vor Ansteckung geschützt sind. Sonstige Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen und Abstand halten, könnten deshalb vernachlässigt werden.
    • Der DIY-Mundschutz hilft sowieso nicht sich vor Ansteckung schützen zu können. Dann braucht man auch keinen.
    • Nicht jeder besitzt einen Mundschutz oder kann sich einen nähen. Eine flächendeckende Versorgung von Privatpersonen ist in ungewissem Zeitrahmen nicht möglich.
    • Der DIY-Mundschutz reibt, kitzelt, die Wärme staut sich. Gegebenenfalls beschlagen Brillen.
    • Ein falscher hygienischer Umgang mit Mundschutz könnte diesen selbst zur Infektionsquelle machen.

Und was ist eigentlich mit dem Smart Distancing und Mundschutz?

Es stellt sich die Frage was ist, wenn das Social Distancing in ein Smart Distancing übergeht. Wenn über Ausstiegsszenarien aus den aktuell geltenden Corona-Maßnahmen nachgedacht werde, könnten laut Bundesgesundheitsministerium auch Masken in Erwägung gezogen werden. Denn laut Experten wird es lange, viele Monate, dauern, bis das Virus verschwindet beziehungsweise im Griff ist. Was passiert bis dahin mit den sogenannten Risikogruppen? Und könnte es eine zweite Infektionswelle geben?
 
Also kann man es dem Virus für lange Zeit nur noch schwerer machen. Neben den Hygienemaßnahmen und Abstandsgeboten lässt sich der Mundschutz hin und her diskutieren. Es gibt doch das geflügelte Wort: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Vorsicht, sprich Mund-Nasen-Schutz, ist auch die Mutter der Virenkiste.
 
Deshalb ein Plädoyer für das Maskentragen, jetzt und bis es vorbei ist. Für mich. Für dich. Für alle - Nur gemeinsam sind wir allem gewachsen. #Von SachsenFürSachsen
Der richtige hygienische Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz ist wichtig, damit er nicht selbst zur Virenschleuder wird. Hier finden Sie eine Anleitung.
Hier finden Sie eine Nähanleitung für den DIY-MSN des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus als Link und als PDF.

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