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    Kfz Versicherung: Die Regionalklassen 2020

Dresden, 19.09.2019 | (uo)
 
Jedes Jahr berechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Schadenbilanzen der 413 deutschen Zulassungsbezirke, die in Regionalklassen eingeteilt sind. Wo verursachen Autofahrer viele, teure Schäden? Wo kracht es nur selten? Allerdings fließt nicht der Ort, wo ein Schaden entstanden ist, in das Zahlenwerk ein, sondern der Wohnort des Fahrzeughalters.
 

In Großstädten gibt es die meisten Schäden

Die Regionalklasse Ihres Wohnortes können Sie hier herausfinden. Dünner besiedelte Bundesländer haben auch 2020 wieder eine günstige Regionalklasse. Am besten schneidet erneut die Uckermark ab. Großstädte sind naturgemäß teurer. Die meisten Unfälle passieren in Berlin.
 

Änderungen in der Kfz-Haftpflichtversicherung

  • In 309 Zulassungsbezirken beziehungsweise für knapp 32 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherte bleibt es bei den Regionalklassen des Vorjahres.
  • Rund 5,1 Millionen Autofahrer in 54 Bezirken profitieren zukünftig von besseren Regionalklassen.
  • Rund 4,2 Millionen Fahrer in 50 Bezirken werden heraufgestuft. 
 

Änderungen in der Kasko-Versicherung

In den Kasko-Versicherungen ändert sich durch die aktuelle GDV-Regionalstatistik wenig.
  • Für fast 30 Millionen der rund 36 Millionen Voll- oder Teilkaskoversicherten bleibt alles beim Alten.
  • 2,8 Millionen Kaskoversicherte rutschen in niedrigere Regionalklassen.
  • Rund 3,3 Millionen kommen in eine höhere Regionalklasse.
 

Änderungen für Sachsen

Für die Autofahrer in Sachsen gibt es überwiegend gute Nachrichten:  Niemand wird heraufgestuft, aber sechs Prozent der Kfz-Haftpflicht- und elf Prozent der Kaskoversicherten rutschen in eine bessere Regionalklasse. Davon profitieren Autofahrer in Meißen, Mittelsachsen und Zwickau. Die beste Schadensbilanz in der Kfz-Haftpflichtversicherung erreichten wie im Vorjahr die Autofahrer aus Görlitz und Mittelsachsen. In Leipzig und Dresden waren die Schadenbilanzen am schlechtesten.
 
Falls Sie an den Zahlen der anderen Bundesländer interessiert sind, klicken Sie bitte hier.
 

Wie funktioniert eine Regionalklasse?

Die Regionalklassen spiegeln die Schadensbilanz einer Region wider. In der Kfz-Haftpflichtversicherung wird die Schadenhäufigkeit in erster Linie von der Fahrweise der Nutzer beeinflusst. Maßgeblich sind die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen.
 
In der Kaskoversicherung fließen regionale Besonderheiten ein. Das sind z. B.:  das Schadenaufkommen, die Diebstahlhäufigkeit oder die Sturm- und Hagelschäden in einer Region. Maßgeblich sind also die Versicherungsleistungen für Schäden am eigenen Auto nach selbst verschuldeten Unfällen und für Teilkasko-Schäden.
 
 
 

Regionalklassen und Versicherungsbeitrag

Die Zahlen des GDV sind für die Versicherer unverbindlich. Sie dienen ihnen jedoch als eine Berechnungsgröße für die Kfz-Versicherungsbeiträge. Grundsätzlich gilt: Je besser die Einstufung in der Regionalklasse, desto günstiger wirkt es sich auf den Versicherungsbeitrag aus.
 
Daneben fließen jedoch weitere Tarifmerkmale in die Berechnung der zu zahlenden Prämie ein. Deshalb lassen sich allein aus der Änderung der Regionalklassen keine Rückschlüsse auf die Entwicklung des Versicherungsbeitrages für die Autoversicherung ziehen. Weitere Berechnungsgrößen sind unter anderem:
 
  • Art des Fahrzeuges (Typklasse)
  • der aktuelle Schadenfreiheitsrabatt (Anzahl der schadenfreien Jahre)
  • Alter und Anzahl der Fahrer (Nutzeralter und Nutzerkreis)
  • Fahrzeugalter beim Kauf (Neuwagen, junger Gebrauchter oder älter)
  • jährliche Kilometerleistung
  • Werkstattbindung (das Nutzen einer Partnerwerkstatt der Versicherung)
  • die Art der Beitragszahlung (Zahlung des gesamten Jahresbeitrages auf einmal ist am günstigsten)
  • Höhe der Selbstbeteiligung
 
Die neue Regionalstatistik des GDV kann von den Versicherungen bei neuen Vertragsabschlüssen ab sofort angewendet werden, bei laufenden Verträgen erst zur nächsten Hauptfälligkeit (in der Regel 1. Januar).
Unser Tipp:
Autounfälle gehören leider zu den häufigsten Lebensrisiken. Jedes Jahr im Herbst läuft der Markt heiß und es beginnt eine Art Speeddating mit den Schnäppchenpreisen. Der Preis ist bei einer Autoversicherung nicht alles, sondern die Details der Produktausgestaltung. Erst im Ernstfall merkt man in der Regel, was beispielsweise ein guter Schadenservice wert ist oder wie finanz- und nervenschonend es ist, wenn grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist. Wer sich für die Haltedauer seines Fahrzeuges unabhängig machen möchte von Regional- und Typklassenänderungen, kann beispielsweise eine Kfz-Versicherung mit Beitragssicherheit abschließen.
Allen Autofahrern wünschen wir unfallfreie Freude am Fahren.

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