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  • Junge Frau pustet in einen bunten Konfettiregen.

    Warum zu viel Social Media unglücklich macht

Dresden, 15.04.2021 | (GDV/ks)
 
Zu viel soziale Medien zu konsumieren, macht laut Forschern depressiv wie die Initiative "7 Jahre länger" der deutschen Versicherer berichtet. Denn die bunte Welt auf Facebook, Instagram & Co. ist häufig nur eine Illusion. Das vermeintliche Dauerglück und das gute Aussehen anderer wird zum unerreichbaren Sehnsuchtsobjekt. Selbst ein leerer Handyakku löst bei einigen schon Panik aus. Darum: Einfach mal abschalten.
 
Morgens, noch vor dem Blick in den Spiegel, checken wir, was in der Facebook-Chronik so los ist. Am Frühstückstisch werden die neuesten Instagram-Fotos durchstöbert. Beim Warten an der Bushaltestelle: schnell ein paar Tweets absetzen. Im Büro, wenn der Chef außer Sichtweite ist, wird weiter gescrollt, gepostet, gelikt und kommentiert. Manchmal gilt selbst der letzte Blick des Tages nicht unserem Partner, sondern dem blinkenden Display. Was macht das mit uns?
 

Macht Facebook depressiv?

Das Phänomen der sogenannten „Facebook-Depression“ beschrieben zum ersten Mal Forscher der American Academy of Pediatrics im Jahr 2012. Auslöser sind Dinge, die wir tagtäglich in den Accounts unserer „Freunde“ sehen: Fotos und Videos, die fast ausschließlich die positiven Seiten des Lebens zeigen. Traumhafte Urlaubsbilder, sich umarmende Pärchen im Sonnenuntergang, selbstoptimierte Menschen – die meisten schön und schlank. Der Gedanke, der sich beim Durchscrollen festsetzt: Verglichen mit anderen bin ich unzulänglich, alle sind glücklicher und erfolgreicher als ich selbst.
 

Das vergebliche Begehren des virtuellen Selbst

Verliebt sich im Mythos von Narziss der schöne Jüngling noch in sein eigenes Spiegelbild im Quellwasser, so haben soziale Netzwerke eine neue Form von Wahrnehmungsstörung hervorgebracht: die "Snapchat-Dysmorphie". Vor allem Frauen suchen Rat bei plastischen Chirurgen, weil sie so aussehen wollen wie ihr optimiertes Filter-Ich. Sie wünschen sich die perfekte Haut, vollere Lippen, eine schmalere Nase oder größere Augen. Ein zunehmender Trend, der Ärzte alarmiert. Denn das am Computer mit moderner Bildbearbeitung geschaffene Aussehen sei nicht erreichbar. Auch mit chirurgischen Mitteln nicht.
 

Angst vor dem leeren Akku

Wenn aus dem Liken ein Leiden wird und selbst ein leerer Akku einem Weltuntergang gleichkommt, helfen Suchttherapeuten wie Guido Weyers. Der Psychologe berät Eltern, deren Kinder von Cybermobbing betroffen sind und Menschen, die die Kontrolle über ihren Social Media-Konsum verloren haben. Die an nichts anderes mehr denken und darüber Familie, „reale“ Freunde, Schule oder Job vernachlässigen.
Die Wissenschaft hat dafür inzwischen sogar einen Namen: Nomophobie (engl. „No-Mobile-Phone-Phobia“). Bezeichnet den krankhaften Trennungsschmerz vom Smartphone, die Panik vor Funklöchern oder dem schwindenden Akkuzustand. „Oft stecken dahinter Bedürfnisse, die in der realen Welt nicht gestillt werden. Der Wunsch nach Bestätigung oder Freundschaft“, sagt Weyers.
 
Junges Mädchen betrachtet lächelnd die Reaktionen der Follower im Smartphone.
Soziale Medien sind aus Sicht des Suchtexperten nicht alleiniger Auslöser einer Depression. Für bereits labile Menschen sind sie aber besonders gefährlich. „Bekommt man dann auch noch negative Kommentare oder wird nicht gelikt, erhöht sich das Depressionsrisiko“, erklärt Weyers. Im Extremfall könne es fünf Mal höher sein als bei gesunden Menschen.
 

Maximal eine halbe Stunde Social Media pro Tag

Wann genau der Konsum von Social Media dem seelischen Wohlbefinden schaden kann, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Die kanadische Gesundheitsagentur „Ottawa Health Public“ bezifferte auf Grundlage einer Umfrage unter Schülern zwischen zwölf und 17 Jahren: All jene, die sich mehr als zwei Stunden pro Tag auf den Plattformen herumtrieben, sprachen überproportional oft von psychischen Störungen, Angst und suizidalen Gedanken.
Forscher der University of Pennsylvania haben dagegen ermittelt: die ideale Nutzungsdauer von Facebook & Co. beträgt 30 Minuten am Tag. Wer sich darauf beschränke, empfinde weniger depressive Verstimmungen, Ängste, Sorgen und Einsamkeit. Außerdem fanden die Forscher heraus: Werden Inhalte konsumiert, die das Wohlbefinden steigern, kann Social Media im Idealfall sogar helfen. Zum Beispiel Fitnessvideos zum Mitmachen auf YouTube oder Fotos von leckeren und fettarmen Gerichten auf Instagram. Solche Inhalte können dafür sorgen, in der realen Welt ein gesünderes und aktiveres Leben zu führen.
 
Wie Sie eine ausgewogene Online-Offline-Balance erreichen können, Stichwort "Digital Detox", lesen Sie in unserem Blogartikel "Tipps für eine Auszeit vom Smartphone". 
Eine Schuessel Kuerbissuppe auf dem Smartphone anschauen
Übrigens: Versicherer betrachten die Welt bekanntermaßen etwas nüchterner. Das liegt daran, dass sie mehr mit Excel-Tabellen und Zahlen als mit Bildern arbeiten. Wenn sie zur Selbstoptimierung raten was die Absicherung von Lebensrisiken oder eines langen Lebens betrifft, lautet das pragmatische Credo: Lieber sorgenfrei als faltenfrei.

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