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  • Frau betankt ihr Auto mit Benzin.

    So fahren Sie spritsparend Auto

Dresden, 24. März 2022 | (ks)
 
Spritsparendes Autofahren ist die Kunst der Stunde. Denn wer derzeit tanken muss, spürt ein schmerzhaftes Ziehen im Portemonnaie und im Autofahrerherzen. Die Preise für Kraftstoff kennen momentan nur eine Richtung: nach oben. Da bleiben nur zwei Handlungsoptionen. Erstens prüfen, welche Autofahrten unbedingt notwendig sind. Und zweitens beim Autofahren den Kraftstoff-Verbrauch senken.
 
Laut ADAC lassen sich mit diversen Maßnahmen rund ums Autofahren bis zu 20 Prozent Kraftstoff sparen. Trainings zum Spritsparen gibt es Online per Video. Und im echten Leben auch als Spezial-Fahrtraining bei diversen Anbietern. Eine Umgewöhnung lohnt sich nicht nur aus Kostengründen. Jeder verbrauchte Liter weniger zahlt sich auch für Umwelt und Klima aus.
 
Grundsätzlich gilt: Der gesamte Umgang mit dem Fahrzeug inklusive der eigenen Fahrweise beeinflusst den Energiebedarf und somit den Kraftstoffverbrauch. Im Einzelnen nicht immer signifikant, aber in der Summe spürbar nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist. Welche Faktoren lassen sich laut Experten also wie beeinflussen?

Nutzungsverhalten

Kurzstrecken vermeiden

Für Kurzstrecken kann man zu Fuß gehen, das Fahrrad nutzen oder kurze Einzelfahrten zu einer längeren Fahrt kombinieren. Denn bei kaltem Motor verbraucht ein Auto am meisten Sprit. Um gleichmäßig zu laufen, benötigt zumindest der Ottomotor in der Warmlaufphase ein fetteres Gemisch (mit höherem Kraftstoffanteil) als bei optimaler Betriebstemperatur.
 

Motor richtig starten und kein Warmlaufen im Winter

Das Warmlaufenlassen des Motors im Stand ist sowieso verboten. Denn es kostet nicht nur Extra-Sprit, sondern belastet auch die Umwelt und schädigt den Motor. Richtig ist, den Motor erst zu starten und das Gaspedal zu drücken, wenn man fahrbereit ist. Bedeutet, anschnallen, Spiegel einstellen, starten und sofort losfahren.
 

Fahrgemeinschaften

Arbeitswege, Urlaubsfahrten oder Einkaufstouren - es lohnt sich zu schauen, ob man dafür Fahrgemeinschaften bilden kann und sich die Kosten teilt.
 

Fahrweise

Vorausschauend und defensiv

Bremsen und Beschleunigen kosten Energie. Ein vorausschauendes Fahren vermeidet unnötiges Bremsen und Anfahren. Ziel ist eine möglichst gleichmäßige Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit. Dann fällt der Spritverbrauch am niedrigsten aus. Zusätzlich erhöht es die Sicherheit im Straßenverkehr. Denn die Einhaltung von Sicherheitsabständen und eine allgemein defensive Fahrweise gehören auch dazu. Klassische Musik soll übrigens dazu beitragen, einen nervösen "Gasfuß" zu beruhigen.
 

Niedertouriges Fahren

Das Fahren in einem hohen Gang wird auch als niedertouriges Fahren bezeichnet. Bedeutet, flott beschleunigen, zügig hochschalten (ab 1500 bis 2000 U/min) und mit niedrigen Drehzahlen (empfohlen werden 2000 U/min) die gewählte Geschwindigkeit beibehalten. Erst zurückschalten, wenn der Motor ruckelt oder zu Brummen beginnt. Niedertouriges Fahren schadet modernen Motoren nicht und spart gleichzeitig Kraftstoff.
 

Mit Schubabschaltung fahren

Nicht im Leerlauf verbraucht der Motor am wenigsten Sprit, sondern wenn man die sogenannte Schubabschaltung nutzt. Wenn man beispielsweise auf eine rote Ampel zurollt, ist es besser, nicht auszukuppeln, sondern die sogenannte "Motorbremse" zu nutzen. Sprich runterschalten und mit eingelegtem Gang den Fuß komplett vom Gas nehmen, ohne die Kupplung zu treten. In dem Fall sinkt der Kraftstoff-Verbrauch sofort auf 0,0 l. Der Motor wird von der vorhandenen Geschwindigkeit des Fahrzeugs angetrieben. Im Leerlauf dagegen wird Kraftstoff verbraucht, um die Leerlaufdrehzahl zu halten. Die Schubabschaltung ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn man sowieso seine Geschwindigkeit verringern muss und den Motor dadurch als Bremse nutzen kann.
 
Fahrzeuge mit fortschrittlicher Automobiltechnik besitzen einen automatischen Segelmodus. Auf dafür geeigneten Streckenpassagen wird nicht nur kein Sprit eingespritzt, der Motor wird auch vom Antriebsstrang abgekoppelt. Das ist für die Besitzer solcher Autos erst mal gewöhnungsbedürftig, hilft aber ohne eigenes Zutun beim Spritsparen.
 

Motor im Leerlauf abschalten

Sobald der Motor läuft, verbraucht er Kraftstoff – auch wenn das Fahrzeug nicht fährt (etwa 0,5 bis 1 Liter pro Stunde). Bei einer Leerlaufzeit, die voraussichtlich länger als 20 Sekunden dauert, heißt das Motor ausschalten. An Bahnübergängen ist das sogar vorgeschrieben. Bei modernen Motoren macht das bereits bei zehn Sekunden Sinn. Wer keine Start-Stopp-Automatik hat, kann auch selbst am Schlüssel drehen. Die zusätzliche Belastung für Anlasser und Batterie soll – gerade bei warmem Motor – zu vernachlässigen sein.
 

Selbstauferlegtes Tempolimit auf der Autobahn

Auf der Autobahn fährt man mit 110 km/h eben sparsamer als mit 130 oder 150 km/h. Wer es doch sehr eilig hat, sollte laut Experten etwa 20 Prozent unter der Höchstgeschwindigkeit des eigenen Autos bleiben. Wird dem Motor das letzte Quäntchen an Leistung abverlangt, treibt das auch den Spritverbrauch auf die Spitze. Auch auf der Autobahn gilt: Eine konstante Geschwindigkeit hilft sparen. Wer mal 100 km/h fährt und dann auf 160 km/h beschleunigt, jagt mehr Treibstoff durch den Auspuff als mit einer konstanten Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 km/h.

Diverse Kraftstoff-Fresser beachten

Elektrische Verbraucher

Eingeschaltete elektrische Geräte (Steuergeräte, Beleuchtung, Lüfter, Klimaanlage, Sicherheits- und Komforteinrichtungen) im Auto kosten Sprit, denn letztendlich kommt die Energie dafür aus dem Verbrennungsmotor. Die Nutzung sollte deshalb sinnvoll und im notwendigen Maß erfolgen. Selbstverständlich dürfen sie nicht zu Lasten der Sicherheit (Beleuchtung, Scheibenwischer, Scheibenheizung) abgeschaltet werden.
 
Laut ADAC führt eine Klimaanlage je nach Fahrzeugmodell, Technik und Einsatzbedingungen zu einem Mehrverbrauch von etwa 0,3 bis 1,5 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer. Eine Standheizung kostet etwa einen Mehrverbrauch von 0,2 bis 0,5 Liter pro Stunde.
 
Im Sommer, wenn das Auto von der Sonne aufgeheizt wurde, sollte man das Auto lüften und mit leicht geöffneten Fenstern losfahren. So kann die heiße Luft nach draußen entweichen. Denn es ist für die Klimaanlage ein Riesenunterschied, ob sie von 45 Grad herunterkühlen muss oder vielleicht nur von 26 oder 27 Grad.
 

Offene Seitenfenster oder Schiebedächer

An offenen Seitenfenstern oder Schiebedächern verwirbelt sich die Luft. Der Luftwiderstand wächst und das kostet zusätzlichen Kraftstoff. Auf beiden Seiten offene Fenster bei 100 km/h führen beispielsweise zu etwa 0,2 Litern Mehrverbrauch. Je schneller man fährt, desto schneller verwirbelt sich die Luft und umso mehr Energie verbraucht man.
 
Bei niedrigen Geschwindigkeiten im Stadtverkehr können geöffnete Fenster dagegen einen signifikanten Verbrauchsvorteil gegenüber einer Klimaanlage bringen.
 

Ladung und Gewicht

Jeder zusätzliche Inhalt des Autos, vom Krimskrams bis zur Getränkekiste erhöht die Masse, die beschleunigt werden muss. Das kostet Sprit. 100 Kilo Zusatzlast ergeben bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch.
 
Gerade Dachträger, Dachboxen und Fahrradträger erhöhen den Verbrauch eines Fahrzeugs signifikant. Sie sollten nach der Nutzung schnellstmöglich abmontiert werden. Laut ADAC ist es grundsätzlich günstiger, beispielsweise Fahrräder über einen Heckträger auf der Anhängerkupplung zu transportieren als mit einem Dachgepäckträger.

Spritsparende Reifen

Luftdruck der Reifen

Zu wenig Luftdruck in den Reifen erhöht den Spritverbrauch. Schon ein um 0,3 bar verminderter Luftdruck steigert den Rollwiderstand und sorgt somit für unnötigen Mehrverbrauch.
 
Es lohnt sich, die Bedienungsanleitung des eigenen Wagens zu lesen. Hersteller müssen Angaben zum optimalen Reifendruck machen. Lässt sich der empfohlene Reifendruck moderat erhöhen (maximal 0,2 bar), spart das zusätzlich Kraftstoff.
 
Achtung: Man sollte sich wirklich über die optimalen Einstellungen je nach Fahrzeugtyp informieren. Bei einem zu hoch angesetzten Druck steigt das Unfallrisiko durch die Gefahr eines Reifenplatzers.
 

Spritspar-Reifen

Spezielle Spritspar-Reifen, auch Eco-Reifen oder Energiespar-Reifen genannt, sind erhältlich. Dank spezieller Gummimischung und besonderer Profile haben diese eine glattere Lauffläche. Das macht sie leichter und verringert den Rollwiderstand. Der Motor benötigt deshalb weniger Kraft, um das Fahrzeug zu bewegen und das reduziert den Kraftstoff-Verbrauch.
 
Zwei Anmerkungen dazu: Eine glattere Lauffläche bedeutet weniger Haftung, bedeutet längerer Bremsweg. Unter bestimmten Witterungsbedingungen muss deshalb die Geschwindigkeit entsprechend angepasst werden.
 
Spritsparende Reifen, welche die oben genannten Eigenschaften aufweisen, dürfen nur im Sommer verwendet werden. Es gibt von Spritsparreifen keine Winterreifen.
 

Kraftstoffeffizienzklassen der Reifen

Bei Reifen gilt generell: Je geringer der Widerstand, desto besser ist die Energieeffizienz und desto spritsparender ist der Reifen. Neben den speziellen Spritspar-Reifen (Klasse A), gibt es auch bei normalen Reifen unterschiedliche Eigenschaften, die den Spritverbrauch beeinflussen. Daher werden den Reifen Kraftstoffeffizienz-Klassen (EU-Reifenlabel) zugeordnet. Diese Klassen geben an, wie hoch der Anteil des Reifens am Kraftstoffverbrauch und den CO2-Emissionen ist. Auf 100 Kilometer Fahrstrecke verbrauchen Reifen der Klasse A 0,1 Liter weniger Kraftstoff als Reifen der Klasse B. Reifen der Klasse G verbrauchen schon 0,66 Liter Kraftstoff mehr auf 100 Kilometer im Vergleich zur Klasse A.

Wartung

Fahrzeuge samt Motor sollten regelmäßig gewartet werden. Ein Motor läuft am sparsamsten, wenn alles optimal eingestellt und der technische Stand einwandfrei ist. Denn Mängel wie verrußte Zündkerzen oder ein verstopfter Luftfilter können den Spritverbrauch nach oben treiben. Wichtig für günstige Verbrauchswerte sind auch regelmäßige Ölwechsel. Hier bieten sich moderne Leichtlauföle an. Dazu sind die Vorgaben der Fahrzeughersteller einzuhalten.
Unser Extra-Tipp: Eine gute Autoversicherung spart keinen Sprit aber Nerven, wenn trotz aller vorausschauender Fahrweise doch mal was passiert.

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