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    Alle Fakten zu Winterreifen im Überblick

Dresden, 17.10.2019 | (ks)
 
Wenn es kälter wird, steht der Reifenwechsel beim Auto an. Jeder hat seine eigene Philosophie, ob er nun Ganzjahresreifen fährt oder von Sommer- auf Winterbereifung wechselt. Wichtig ist, dass der fahrbare Untersatz auch bei Kälte, Reif- und Eisglätte sowie auf Schnee möglichst sicher rollt. Deshalb unterscheiden sich Sommer- und Winterreifen vor allem im Profil und in der Gummimischung. Die wichtigsten Fakten zum Thema Wintereifen finden Sie hier im Überblick:
 

Gibt es in Deutschland eine Winterreifenpflicht für Kraftfahrzeuge?

In Deutschland gibt es keine generelle, sondern nur eine situative Winterreifenpflicht. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) verpflichtet zum Fahren mit Winterreifen bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Das heißt, Sommerreifen sind im Winter nicht prinzipiell verboten. Motorräder sind von der Pflicht ausgenommen.
 

Welche Winterreifen erfüllen die gesetzlichen Anforderungen?

Neu hergestellte Winterreifen erfüllen seit Januar 2018 nur noch die Winterreifenpflicht, wenn sie das Alpine-Symbol tragen. Das M+S-Symbol allein (für Matsch und Schnee), ist nicht mehr ausreichend.
 

Was gilt für Winterreifen, die älter sind?

Für Winterreifen, die vor Januar 2018 gekauft wurden, gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2024. Winterreifen, die nur das M+S-Symbol tragen, gelten bis September 2024 also noch als gesetzeskonform.
 
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Was bedeutet das Alpine-Symbol?

Das Symbol bestätigt die Produktqualität, dass die Reifen bei winterlichen Straßenverhältnissen wirklich zu mehr Sicherheit beitragen. Sie wurden speziellen Wintertests unterzogen.
 

Zu welchem Zeitpunkt sollte man die Reifen wechseln?

Ohne konkrete Vorgaben definiert der Gesetzgeber nur (siehe oben) ab dann, wenn die Straßen - verallgemeinert ausgedrückt - in einem winterlichen Zustand sind. Die Eselsbrücke von O bis O, also von Oktober bis Ostern, hat sich nach jahrzehntelangen Wettererfahrungen im kollektiven Autofahrergedächtnis verankert. Ihr Geltungsbereich dürfte für den Erzgebirger jedoch ein anderer sein, als für den Dresdner Stadtbewohner. Maßgeblich sind die jeweiligen Witterungsbedingungen vor Ort und die persönlichen Fahrgewohnheiten bzw. Strecken.
 

Warum sind Winterreifen auch dann sinnvoll, wenn die Straßen schnee- und eisfrei sind?

Experten empfehlen spätestens dann, wenn die Temperaturen dauerhaft unter sieben Grad Celsius sinken, Winterreifen zu nutzen. Bei Temperaturen von sieben Grad und darunter verhärtet die Gummimischung herkömmlicher Sommerreifen. Winterreifen bieten dann den besseren Grip – ob Schnee liegt oder nicht.
 

Welche Profiltiefe ist bei Winterreifen sinnvoll?

Der Gesetzgeber schreibt 1,6 Millimeter Mindestprofiltiefe vor. Ab einem gewissen Abnutzungsgrad der Reifen ist die feine Lamellierung der Lauffläche jedoch nur noch teilweise vorhanden, so dass sich der Grip verringert. Diese Haftung der Reifen ist besonders wichtig bei nassen Straßen, Aquaplaning und Schnee. Der ADAC empfiehlt deshalb, eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern nicht zu unterschreiten. Nachmessen lässt sich das ganz leicht mit einem Zwei-Euro-Stück: Verschwindet der silberne Rand im Profil, ist dieses noch tief genug – wenn nicht, sollten lieber neue Reifen angeschafft werden.
 

Wie lange kann ich die Winterreifen benutzen?

Bei jedem Wechsel sollte man die Pneus besser auf Beschädigungen wie Risse oder Beulen kontrollieren. Selbst wenn sie in Ordnung sind und die Profiltiefe noch aussreicht, empfiehlt der ADAC, sie nicht länger als sechs Jahre zu fahren. Spätestens nach dieser Lebensdauer büßen sie durch Abnutzung und Materialermüdung ihre speziellen Winterstärken ein. Bei einer Kontrolle gilt: Sind die Winterreifen zu alt oder zu abgefahren, gibt es laut Bußgeldkatalog Bußgelder und Punkte. Sanktioniert werden dafür Fahrer und Halter.
 

Was passiert, wenn man mit Sommerpneus auf winterlichen Straßen erwischt wird?

Gerät man mit Sommerreifen auf schneeglatten, winterlichen Straßen in eine Fahrzeugkontrolle, wird nur der Fahrer zur Rechenschaft gezogen, nicht der Halter des Fahrzeuges. Deshalb sollte man genau hinschauen, wenn man sich in der kalten Jahreszeit beispielsweise das Auto eines Freundes leiht. Auf jeden Fall werden Bußgelder und ein Strafpunkt in Flensburg fällig.

Laut Bußgeldkatalog:

  • 60 Euro, wenn gegen die Reifenregelung verstoßen wird
  • 80 Euro, wenn das Fahrzeug deshalb den Verkehr behindert
  • 100 Euro, wenn es dadurch zu einer Gefährdung im Straßenverkehr kommt
  • 120 Euro, wenn es dadurch zu einem Unfall kommt

Darf ich mein Auto mit Sommerreifen im Winter am Straßenrand parken?

Ja. Nur, wenn das Fahrzeug bei winterlichen Straßenverhältnissen auch gefahren wird, drohen die entsprechenden Sanktionen.
 

Zahlt die Versicherung, wenn man mit Sommerreifen im Winter einen Unfall verursacht?

Wer mit Sommerreifen auf winterlichen Straßen fährt, handelt grob fahrlässig. Damit kann er, sollte ein Unfall passieren, seinen Versicherungsschutz gefährden. Hier macht sich eine gute Autoversicherung bezahlt, die grobe Fahrlässigkeit einschließt. Diese zahlt in der Kasko dann ohne Kürzungen bzw. nimmt in der Kfz-Haftpflicht den Versicherungsnehmer nicht anschließend in Regress.
 

Gilt die Winterreifenpflicht auch im Ausland?

In vielen Ländern des europäischen Auslands ist die situative Winterreifenpflicht ähnlich wie in Deutschland geregelt. Hier sollte man sich vor Fahrtantritt aber detailliert informieren. Österreich beispielsweise definiert einen konkreten Zeitraum vom 1. November bis zum 15. April. Und die Alpenrepublik schreibt zwingend eine Profiltiefe von vier Milimetern vor. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder. In einigen Ländern gibt es zudem einer erweiterte Schneekettenpflicht.
 

Wie ist die Regelung bei einer Reifenpanne?

Kommt es in der kalten Jahreszeit zu einer Reifenpanne, kann als Ersatzreifen ein Sommerreifen aufgezogen werden. Bei einer Kontrolle drohen dann keine Sanktionen. Jedoch gilt, die Fahrt mit dieser Notlösung vorsichtig fortzusetzen und bei nächster Gelegenheit einen Winterreifen als Ersatz zu montieren.
 

Wie schnell darf man mit Winterreifen fahren?

Erkennbar ist die zugelassene Höchstgeschwindigkeit des jeweiligen Modells am Geschwindigkeitsindex (auch Speed-Index) auf der Reifenflanke. Hierzu findet man im Internet entsprechende Tabellen. „T“ steht etwa für ein Maximaltempo von 190 km/h, „H“ für 210 km/h, „W“ für 270 km/h.
 

Sind Winterreifen Spritschlucker?

Die Formel: "Mehr Grip - mehr Sprit" ist dem höheren Rollwiderstand der grobstolligen Reifen älterer Generationen von Winterreifen geschuldet. Mit den modernen Lamellen-Winterreifen ist der Unterschied zum Sommerreifen nicht mehr allzu groß. Der höhere Kraftstoffverbrauch im Winter erklärt sich vor allem aus den jahreszeitlich bedingten Energiefressern wie der Heizung und weil das Auto länger braucht, um die Betriebstemperatur zu erreichen.
Fazit: Für's Wetter gilt: "Nichts ist unmöglich" und deshalb sollte man in der kalten Jahreszeit aus "Freude am Fahren" sich einen "Vorsprung durch (Reifen)Technik" verschaffen. "Das Beste oder Nichts" ist eine Frage des Geldbeutels und der Einstellung. Spätestens, wenn es heftig schneit, heißt es: "Feel the difference!" und ist "Mit Sicherheit ein gutes Gefühl".

 

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