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    Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler sinnvoll?

Dresden, 06.08.2019 | (ks)
 
Warum sollten Eltern eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler abschließen, wenn diese noch gar nicht berufstätig sind und somit kein Einkommen beziehen? Was es nicht gibt, kann schließlich nicht wegfallen, oder? Ist die Empfehlung zum frühen Versicherungseinstieg sinnvoll oder ein Marketing-Kniff der Versicherer?
 
Wir nennen Ihnen die wichtigsten Fakten als Entscheidungshilfe und behaupten: Wer bereits als Schüler eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließt, ist klar im Vorteil.
 
  • Guter Gesundheitszustand in der Jugend
Ein Einstieg in eine Berufsunfähigkeitsversicherung bereits mit 15 Jahren lohnt sich. Die meisten Schüler sind aufgrund ihres jungen Alters gesund und deshalb günstig versicherbar. Der Gesundheitszustand kann sich im Laufe der Jahre - auch von heute auf morgen beispielsweise in Folge eines Unfalles - verschlechtern. Dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es Beitragszuschläge oder Leistungsausschlüsse gibt.
Davon können auch schon junge Erwachsene betroffen sein beispielsweise nach einem Kreuzbandriss beim Skifahren oder Fußballturnier.
 
  • Psychische Belastungen nehmen zu
Oft wird übersehen, dass bereits bei Schülern und Studenten die psychischen Belastungen sehr hoch sind. Jeder sechste Student soll laut einem Report der gesetzlichen Krankenkassen an einer psychischen Krankheit leiden.
 
  • Unfälle können Spätfolgen haben
Unfälle in der Freizeit bergen bei Kindern und Schülern ein unmittelbares Verletzungs- und Gesundheitsrisiko. Spätfolgen können auch nach Jahren zu Berufsunfähigkeit führen.
 
  • Keine Absicherung über die gesetzliche Rentenversicherung
Schüler und junge Erwachsene haben bei Arbeitskraftverlust gar keine beziehungsweise keine ausreichende Absicherung über die gesetzliche Rentenversicherung.
 
  • Schulunfähigkeit ist versicherbar
Schüler üben noch keinen echten Beruf aus. Ihr "Arbeitgeber" ist die jeweilige Schule, entsprechend ist die "schulische Tätigkeit" versichert. Das heißt, ein Anspruch auf Leistung besteht dann, wenn der Schüler aus gesundheitlichen Gründen bereits über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten nicht mehr am Unterricht teilnehmen kann oder dem Unterrichtsstoff nicht mehr, ohne einer besonderen Förderung, folgen kann.
 
  • Lohnt es sich mit der Absicherung auf später zu warten?
Klares Nein. Die Gesamtsumme der Beiträge während des Erwerbslebens für eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente von beispielsweise 1.000 EUR ist genauso hoch, egal ob mit 15 oder erst mit 25 Jahren mit der Absicherung begonnen wird. Dabei genießt der 15 Jährige 10 Jahre mehr finanzielle Sicherheit im Falle einer Berufsunfähigkeit.
 
 
 
  • Eltern können Verdienstausfall kompensieren
Eltern sind gegenüber ihren Kindern unterhaltspflichtig. Müssen sie sich um ein dauerhaft erkranktes Kind kümmern, fällt oft ein Teil ihres Einkommens weg oder es entstehen zusätzliche Kosten z.B. für eine Betreuung. Die vereinbarte monatliche Berufsunfähigkeitsrente für das Kind kann dann für finanzielle Entlastung sorgen.
 
  • Ist auch als Geschenk innerhalb der Familie denkbar
Bis der Heranwachsende bzw. junge Erwachsene die Kosten für die Versicherung selbst tragen kann, können neben den Eltern auch Großeltern oder andere Familienmitglieder die Kosten übernehmen. Eine Absicherung des zukünftigen Einkommens zu verschenken, ist buchstäblich etwas Dauerhaftes fürs Leben.
Unser Tipp:
Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen  gibt es eine Vielzahl von Tarifen. Auf einige Kriterien sollte man ganz genau achten. Nur wenn sie eingeschlossen sind, bringt der Abschluss schon im Schulalter wirklich Vorteile:
Berufswechsel ohne Verschlechterung des vereinbarten Beitrages
  • Wechseln die Heranwachsenden von der Schulbank aufs Gerüst, zahlen sie weiterhin den günstigen "Schülerbeitrag". Entscheiden sie sich für eine akademische Ausbildung, dann besteht sogar die Möglichkeit von der neuen Berufseinstufung zu profitieren und ab dann einen niedrigeren Beitrag zu zahlen. Für beide Fälle gilt: Es ist immer der zuletzt ausgeübte Beruf versichert, ohne der Verpflichtung zur Meldung eines Berufswechsels.
     
Eine abstrakte Verweisung darf nicht im Vertrag stehen
  • Eine gute BU für Schüler sollte auf jeden Fall auf die abstrakte Verweisung verzichten. Ohne abstrakte Verweisung wird die Berufsunfähigkeitsrente bereits gezahlt, wenn der Versicherte noch fähig ist in einem anderen Beruf als dem eigenen zu arbeiten.
Nachversicherungsgarantie muss möglich sein
  • Eine BU für Schüler sollte unbedingt eine Nachversicherungsgarantie enthalten. Sie ermöglicht, dass Schüler als Erwachsene die monatliche BU-Rente nachträglich – ohne erneute Gesundheitsprüfung – erhöhen können. Das kann bei steigendem Einkommen, Heirat, Nachwuchs oder dem Erwerb einer Immobilie sinnvoll sein.
Versicherungs- und Leistungsdauer geht bis zum Rentenalter
  • Eine BU sichert mit einer Rentenzahlung wegfallendes Arbeitseinkommen ab. Deshalb sollte auch eine BU-Police für Schüler einen Versicherungsschutz bis zum 67. Lebensjahr vorsehen, also wenn mit dem Eintritt in die reguläre Altersrente zu rechnen ist.
Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man sich am besten in einer Sparkasse oder Agentur professionelle Hilfe holen. Testsiegel, die eine unabhängige Bewertung durch Experten belegen, können dabei hilfreiche Wegweiser zu einer guten Police sein. Einig sind sich Experten darin: Es ist sinnvoll und – falls gesund – auch am einfachsten, sich so früh wie möglich um den Schutz des Einkommens zu kümmern.

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