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    Vorsicht Brennstoff im Blumentopf

Dresden, 27.09.2018 | (ks)
 
Der Moorbrand bei Meppen im Emsland schwelt seit Wochen. Raketentests auf einem Bundeswehrareal hatten die Torfschichten des dort befindlichen Hochmoores "Tinner Dose" entzündet. Begünstigt wurde der Brand durch die langanhaltende Trockenheit des Sommers. Mittlerweile brennen unterirdisch ca. 12 Quadratkilometer Torf und sind nur schwer zu löschen. Eine ökologische Katastrophe, die wieder ins Bewusstsein rückt, dass Torf brennbar ist. Das organische Sediment hat einen ähnlichen Heizwert wie Braunkohle.
 

Zigarettenkippe gehört nicht in den Blumentopf

Deshalb – und das passiert häufiger als man denkt – kann man das ähnliche Szenario eines Schwelbrandes im Kleinen auf dem heimischen Balkon fabrizieren. So wird einigen Blumenerden Torf zugesetzt. Glimmende Zigarettenkippen sind dann die Übeltäter, die mangels Aschenbecher gern mal in den mit Erde gefüllten Balkonkästen unsachgemäß entsorgt werden. Schon mancher Gebäudebrand begann mit einer unauffällig zwischen die Geranien gesteckten Kippe oder der Zweckentfremdung von Blumentöpfen mit alter, trockener Erde als partytauglichem Stummelbehälter.
 
Das Institut für Schadenverhütung (IFS) hat in seinem Brandversuchshaus in Kiel den Schadenverlauf eines Blumentopfbrandes dokumentiert. Das Heimtückische an diesem Schadenereignis ist: Auch nach Stunden kann es glimmenderweise zu einem Brand kommen. Der Raucher hat den Ort des Geschehens da schon längst verlassen.
 

Das Video zum Brandversuch

 
Glimmende Tabakwaren werden als Brandursache generell unterschätzt. Dass Blumenerde brennen kann, damit rechnen die meisten Menschen allerdings noch viel weniger. Wenn die dann Kunststoff-Blumenkästen schmelzen, Markisen in Brand geraten, Hausfassaden verrußen und die schönen Holzbalkonmöbel ein Häufchen Asche sind - hat hier eine kleine Ursache unter Umständen eine verheerende Wirkung.
 
Ob eine Hausratversicherung sogenannte Rauch- und Sengschäden abdeckt, hängt vom gewählten Tarif ab. Im Zweifel sollte man sich seinen Vertrag noch einmal genau anschauen oder seinen Berater fragen.
 

Noch ein Wort der Umwelt zuliebe

Das Bundesumweltamt empfiehlt privaten Gärtnern, Blumenerden ohne Torf zu verwenden. Es gibt nur wenige Pflanzen, die den hohen Säuregehalt von Torferde benötigen beispielsweise Azaleen. Mit speziellen Düngern lässt sich auch normale Blumenerde ansäuern. Torfabbau zerstört die jahrhundert- bis jahrtausendalten Moore und mit ihm den Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Auch fürs Klima ist der Torfabbau schlecht: Durch die Entwässerung der Feuchtgebiete entweicht CO2. Außerdem entfällt ein wertvoller Speicher für das Treibhausgas.
 
Extra-Tipp: Wer sich gern mal die Einzigartigkeit einer Moorlandschaft aus der Nähe ansehen möchte, wird im schönen Erzgebirge fündig. Hier befindet sich das Georgenfelder Hochmoor.

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