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  • Gelber Briefkasten an roter Ziegelmauer mit Schriftzug Rentenversicherung auf der Einwurfklappe

    Welche Post zur gesetzlichen Rente ist wirklich wichtig?

Dresden, 30. April 2026 | (ks)
 
Im Briefkasten liegt ein Brief von der Deutschen Rentenversicherung. Viele legen ihn ungelesen zur Seite. „Später”, denkt man sich. Irgendwann. Wenn die Rente näher rückt, werde ich mich damit beschäftigen. Das ist verständlich. Klug ist es jedoch nicht. Denn in diesen Schreiben finden Sie konkrete Informationen darüber, welche Rente Sie voraussichtlich vom Staat erhalten werden. Sie erfahren, welcher Betrag im Vergleich zu Ihrem Einkommen fehlt. Und ob Sie selbst noch handeln müssen.
 

Warnung vor zweifelhaften Angeboten

Verbraucherzentralen warnen aktuell vor Internetportalen, die gegen Geld Rentenunterlagen anfordern. Besonders im Fokus steht die Seite rentnerauskunft.de. Die Seite wirkt auf den ersten Blick wie ein offizielles Angebot: Farbgestaltung und Aufbau ähneln stark dem Internetauftritt der Deutschen Rentenversicherung. Allerdings kostet der Service knapp 30 Euro. Die gleiche Auskunft können Versicherte kostenlos direkt bei der Deutschen Rentenversicherung erhalten.
 
Die wichtigste Regel lautet deshalb: Rentenunterlagen sollten immer direkt bei der Deutschen Rentenversicherung angefordert werden. Nicht über Drittanbieter! Denn bei diesen haben auch sensible Daten wie beispielsweise Ihre Versicherungsnummer nichts zu suchen.
 

Was die Deutsche Rentenversicherung kostenlos bietet

Die Deutsche Rentenversicherung stellt Renten- und Versicherungsunterlagen über ihre offiziellen Online-Services bereit. Diese Services können auch ohne Registrierung genutzt werden.
 
Für Versicherte sind fünf Dinge besonders wichtig:
 
  1. die Renteninformation,
  2. die Rentenauskunft,
  3. der Versicherungsverlauf,
  4. die Kontenklärung und
  5. wenn die Rente beantragt wurde, der Rentenbescheid.

Die Renteninformation ist Ihr jährlicher Blick auf Ihre spätere Rente

Versicherte erhalten die Renteninformation automatisch, wenn sie mindestens 27 Jahre alt sind und bereits fünf Beitragsjahre erworben haben. Sie wird einmal im Jahr verschickt. Sie enthält vor allem drei Zahlen:
  1. Wie hoch Ihre bisher erreichte Rente wäre, wenn ab heute keine weiteren Beiträge hinzukämen.
  2. Wie hoch Ihre voraussichtliche Regelaltersrente ausfallen könnte, wenn Sie weiterhin ungefähr so verdienen wie im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.
  3. Welche Rente bei voller Erwerbsminderung möglich wäre.
Alle Beträge sind Bruttowerte. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie Steuern müssen noch abgezogen werden. Die Renteninformation nennt außerdem den Beginn der Regelaltersrente. Außerdem erfahren Sie, wie viele Renten- oder Entgeltpunkte Sie bereits gesammelt haben.
Als regelmäßiger Reality-Check für die eigene Altersvorsorge ist die Renteninformation der Rentenversicherung wichtig.
 
  • Für 20- bis 35-Jährige: Wichtig ist, früh zu sehen, wie stark die Zeit beim Aufbau der Rente wirkt.
  • Für 35- bis 50-Jährige: Prüfen, ob Familie, Karrierepausen, Selbstständigkeit oder Teilzeit Lücken hinterlassen haben.
  • Für 50- bis 65-Jährige: Nicht mehr schätzen, sondern konkret planen.

 

Die Rentenauskunft ist ausführlicher, kommt später, ist konkreter

Die Rentenauskunft ist umfangreicher als die Renteninformation. Versicherte erhalten sie ab dem 55. Lebensjahr alle drei Jahre. Sie ersetzt die Renteninformation für das Jahr, in dem sie ausgestellt wird.
Neben dem aktuellen Versicherungsverlauf enthält sie ausführlichere Angaben zu den verschiedenen Rentenarten: Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten und Hinterbliebenenrenten. Die Rentenauskunft ist somit besonders wichtig für Menschen, die sich konkrete Fragen stellen wie:
 
  • Wann kann ich frühestens in Rente gehen?
  • Was kostet mich ein früherer Rentenbeginn?
  • Wie viel Rente habe ich bereits erarbeitet?
  • Welche Ansprüche hat meine Familie im Todesfall?
  • Was passiert, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann?
Auch wer jünger als 55 ist, kann eine Rentenauskunft beantragen. Sie müssen also nicht warten, bis die Rentenversicherung diese automatisch verschickt.

 

Der Versicherungsverlauf ist Ihre Rentenbiografie

Der Versicherungsverlauf ist ein wichtiger Teil der gesamten Rentenpost. Er zeigt Ihnen, welche Zeiten in Ihrem Rentenkonto gespeichert sind. Dazu zählen Beschäftigung, Ausbildung, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Kindererziehung, Schul- und Studienzeiten sowie andere rentenrechtlich relevante Zeiten.
 
  • Die Deutsche Rentenversicherung verschickt den ersten Versicherungsverlauf zusammen mit der ersten Renteninformation.
  • Mit 43 Jahren erhalten Versicherte erneut einen aktuellen Versicherungsverlauf sowie einen Fragebogen zur Kontenklärung.
  • Ab dem 55. Lebensjahr liegt der Versicherungsverlauf der Rentenauskunft bei. Sie können ihn aber auch jederzeit anfordern.
 
Warum ist die Verlaufsinformation so wichtig?
Nicht alle Daten werden automatisch im Rentenkonto erfasst werden. Es können Schulzeiten, Studienzeiten, Kindererziehungszeiten, Zeiten im Ausland oder Beschäftigungen in der früheren DDR fehlen. Unter Umständen sind Nachweise erforderlich.
Eine Lücke im Versicherungsverlauf ist kein rein formelles Problem. Sie kann später Geld kosten.

 

Kontenklärung heißt Ordnung schaffen, um später Ärger zu vermeiden

Die Kontenklärung mag bürokratisch klingen. Sie ist jedoch einer der besten Dienste, die Versicherte sich selbst erweisen können. Dabei prüft die Deutsche Rentenversicherung das Versicherungskonto. Fehlende Zeiten können ergänzt werden. Falsche Daten können berichtigt werden. Wer entsprechende Unterlagen hat, sollte sie einreichen: Zum Beispiel Schulbescheinigungen, Ausbildungsnachweise, Arbeitsverträge, Nachweise über Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Kindererziehung.
 
Die Deutsche Rentenversicherung fordert Versicherte spätestens mit 43 Jahren automatisch zur Kontenklärung auf. Dies kann aber auch jederzeit vorher beantragt werden. Das ist sogar sinnvoll. Denn je länger bestimmte rentenrechtlich relevante Zeiten zurückliegen, umso schwieriger wird es Nachweise zu erbringen.
 
Für Menschen in der Lebensmitte ist die Aufforderung zur Kontenklärung eine gute Erinnerung, sich mit ihrer Rente zu beschäftigen. Denn zwischen Beruf, Familie, Immobilienfinanzierung und Alltag gerät die Rente und die sonstige Altersvorsorge oft in Vergessenheit.
 

Der Rentenbescheid schafft Fakten

Nach Beantragung einer Rente erhalten Sie einen Rentenbescheid. Jetzt zählt jede Zahl. In diesem Bescheid ist verbindlich festgelegt, wie hoch die Rente tatsächlich ist. Wer hier Fehler entdeckt, muss schnell reagieren. Ein Widerspruch ist zwar möglich, aber nur innerhalb eines Monats. Die wichtigsten Informationen zu Ihrer Rente finden Sie auf der ersten Seite des Bescheids.

 

Die Digitale Rentenübersicht bündelt Ihre gesamte Altersvorsorge an einem Ort

Die gesetzliche Rente ist nämlich nur ein Teil der Altersvorsorge. Viele Menschen haben zusätzlich eine betriebliche Altersversorgung, Riester- oder Rürup-Verträge oder private Rentenversicherungen.
 
Die Digitale Rentenübersicht hilft dabei, den Überblick zu behalten. Sie ist ein kostenloses, staatliches Angebot. Das Portal sammelt verfügbare Informationen zur gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge und stellt sie nach einer einheitlichen Systematik dar.
 
Allerdings sind nicht alle Anbieter von Altersvorsorgeprodukten verpflichtet, Daten an das Portal zu liefern. Sollten Sie Vorsorgeverträge vermissen, finden Sie nähere Informationen dazu auf der Website der Digitalen Rentenübersicht.
 
 
Screenshot Website der Digitalen Rentenübersicht
 
 
Screenshot der Original-Website Digitale Rentenübersicht
 
Warnung der Digitalen Rentenübersicht vor Betrug
Zurzeit werden vermehrt Phishing-Mails versendet, die angeblich von der Digitalen Rentenübersicht stammen. In diesen E-Mails werden die Empfänger dazu aufgefordert, ihre persönlichen Daten anzugeben oder zu aktualisieren. Die Absender nutzen teilweise das Logo oder das Design der Digitalen Rentenübersicht. Dadurch wirken die E-Mails auf den ersten Blick täuschend echt. Die Digitale Rentenübersicht empfiehlt deshalb, jede E-Mail genau zu überprüfen. 
Die Renteninformation und die Rentenauskunft beantworten nicht alle Fragen zum Thema Rente und Altersvorsorge. Sie helfen jedoch bei der wichtigsten Frage: „Reicht das, was ich bisher aufgebaut habe?”
 

Der Blick nach vorn mit der Reform der privaten Altersvorsorge

Vielen Menschen wird der in ihrer Renteninformation angegebene Betrag im Alter nicht reichen. Für das Nötigste wie Wohnen und Essen vielleicht, für mehr aber nicht. Sie werden Abstriche bei ihrem Lebensstandard machen müssen, also bei Dingen wie Kultur, Freizeitgestaltung und Reisen.
 
Diese Lücke soll die private und betriebliche Altersvorsorge schließen. Mit der Reform der privaten Altersvorsorge wird ab Januar 2027 die bisherige Riester-Rente durch neue, flexiblere und renditestärkere geförderte Produkte ersetzt werden. Dies soll mehr Menschen helfen, zusätzlich fürs Alter vorzusorgen. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Blogartikel „Was bringt das Altersvorsorgereform-Gesetz?”
 
Zwei Männer und ein Junge angeln gemeinsam

Altersvorsorge und Vermögen

Ihre Altersvorsorge gestalten Sie individuell und flexibel. Von der späteren Rentenzahlung versteuern Sie nur einen geringen Anteil. Bei Kapitalzahlungen ist die Hälfte der Erträge meist steuerfrei. Da lohnt sich das Sparen.

Informationen zu flexible Vorsorge und Geldanlage

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