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  •  Bildmontage: ein Auto wird betankt, im Vordergrund Euro-Scheine als Symbol für hohe Spritpreise

    Sprit sparen: Tipps für weniger Verbrauch & mehr Sicherheit

Dresden, 20. März 2025 | (ks)
 
Für viele ist das Tanken inzwischen wie ein kleiner Kassensturz-Schock. Einmal volltanken und schon ist quasi ein Wocheneinkauf weg. Bevor Sie sich jedoch ärgern oder frustriert das Auto stehen lassen, sollten Sie bedenken: Sie haben mehr Einfluss auf Ihren Verbrauch, als Sie vielleicht meinen. Und das geht weit über den klassischen Tipp „Fahr doch langsamer“ hinaus.
 
 

1. Erst denken, dann starten: So vermeiden Sie unnötige Kilometer

Schon bevor der Motor läuft, entscheidet Ihr Alltag darüber, wie teuer das Autofahren für Sie wird.
 
  • Kurzstrecken sind die „Espressi“ des Motors. Bedeutet, sie sind schnell, heiß und teuer. Ein kalter Motor braucht ein fetteres Gemisch. Dadurch verbrennt er überproportional viel Sprit, bis er die Betriebstemperatur erreicht hat. Wer Wege bündelt, schont Geldbeutel, Motor und Umwelt.
  • Viele Pendelwege lassen sich durch Fahrgemeinschaften entschärfen. Das kann das Kollegen-Shuttle zur Arbeit oder die geteilte Fahrt zum Fußballtraining der Kinder sein. Ein belegter Sitz kostet kaum mehr Sprit. Er halbiert aber im besten Fall die Kosten.
  • Und das Warmlaufenlassen des Motors im Winter? Das ist gleich ein Dreifach-Fehler: verboten, teuer und ungesund für den Motor. Moderne Motoren werden beim Losfahren warm, nicht beim Brummen im Stand.
 
 

2. Ihre Fahrweise: Der wichtigste „Geheimtipp“, den kaum jemand ausschöpft

Die größte Stellschraube sitzt nicht im Motorraum, sondern hinter dem Lenkrad. Eine angepasste Fahrweise kann laut ADAC bis zu 20 Prozent Kraftstoff sparen. Technische Gadgets wie beispielsweise ein intelligentes Gaspedal sind dafür gar nicht nötig.
 
  • Vorausschauend statt nervös fahren: Wer ständig beschleunigt, bremst und wieder anzieht, verschwendet Energie. Das ist ähnlich wie bei jemandem, der im Wohnzimmer dauernd das Fenster auf- und zumacht. Schauen Sie deshalb weit nach vorn und nutzen Sie Rollphasen vor Kreisverkehren, Ampeln und Ortseinfahrten. Das macht die Fahrt entspannter und sicherer.
  • Niedertourig fahren: Das bedeutet, dass man flott beschleunigt, früh hochschaltet (ab etwa 1 500 bis 2 000 U/min) und die Geschwindigkeit mit niedrigen Drehzahlen hält. So beschreibt der ADAC die ideale Fahrweise. Viele Autos lassen sich im Stadtverkehr problemlos im vierten oder fünften Gang fahren, lange bevor es „brummig“ wird.
  • Sanft statt sportlich: Ein „digitaler” Gasfuß, der entweder Vollgas gibt oder gar keines, treibt den Verbrauch massiv nach oben. Wer linear beschleunigt, gewinnt zwar keine Zeit, spart aber überraschend viel Sprit.
Vielleicht probieren Sie es aus: Fahren Sie ein und dieselbe Strecke einmal „normal“ und einmal bewusst ruhig und gleitend. Den jeweiligen Verbrauch können Sie am Bordcomputer auslesen.

 

3. Schubabschaltung, Segelmodus und Co.: Smarte Technik richtig nutzen

Ein wichtiger Bereich sind die Feinheiten moderner Motorsteuerungen.
 
  • Schubabschaltung: Bei vielen Fahrzeugen unterbricht die Elektronik die Kraftstoff-Zufuhr, wenn Sie mit eingelegtem Gang rollen und den Fuß vollständig vom Gas nehmen. In diesem Moment liegt der Verbrauch bei 0,0 l/100 km. Wenn Sie also auf eine rote Ampel zurollen, ist es meist besser, im Gang zu bleiben, statt in den Leerlauf zu schalten. Damit nutzen Sie die Motorbremse.
  • Leerlauf, wann er trotzdem sinnvoll ist: In seltenen Spezialfällen, etwa bei sehr langen Gefällstrecken, kann ein kontrolliertes Rollen mit ausgekuppeltem Gang sparsamer sein. Das gilt nur, wenn Ihr Auto keine Schubabschaltung hat (ältere Modelle, meist Baujahr vor 1990, bestimmte Getriebe). Aus Sicherheitsgründen sollten Sie damit aber auf kurvigen oder unübersichtlichen Strecken nicht experimentieren.
Auto fährt auf einer Landstraße durch grüne Landschaft
  • Segelmodus (Freilauf) bei modernen Automatikgetrieben: Bei einigen Fahrzeugen wird der Motor aktiv vom Antriebsstrang gekoppelt, sobald Sie vom Gas gehen und das System das „Segeln” für sinnvoll hält. Das fühlt sich an, als würde das Auto freier rollen. Viele empfinden das anfangs als ungewohnt. Doch gerade dort, wo Sie ohnehin gleichmäßig rollen, hilft der Segelmodus spürbar beim Sparen.
Eine Faustregel lautet: Nutzen Sie die Funktionen Ihres Autos. Lesen Sie das Bordhandbuch, probieren Sie Tipps aus und beobachten Sie die Verbrauchsanzeige. Im Display zeigt Ihnen Ihr Fahrzeug oft gnadenlos, welche Fahrweise wirklich etwas bringt.

 

4. Leerlauf und Standzeiten: Den Motor bewusst einsetzen statt laufen lassen

Ein laufender Motor im Stand ist wie eine Dusche, die weiterläuft, obwohl niemand darunter steht. Es passiert nichts, außer, dass Ressourcen verschwendet werden.
 
  • Schon im Stand verbrauchen Motoren etwa 0,5 bis 1 Liter Kraftstoff pro Stunde, ohne dass Sie auch nur einen Meter vorankommen.
  • Moderne Empfehlungen: Ab einer absehbaren Wartezeit von etwa 10 bis 20 Sekunden lohnt sich das Abschalten. Am Bahnübergang ist es ohnehin Pflicht. Auch bei längeren Ampelphasen oder vor einem geschlossenen Werkstor ist es eine clevere Lösung.
  • Start-Stopp-Automatik konsequent nutzen: Viele schalten sie genervt aus. Dabei ist sie genau für diese Situationen gemacht und die zusätzliche Belastung für Anlasser und Batterie ist in modernen Systemen einkalkuliert.
Ein bildhafter Trick kann helfen: Wenn Sie sich dabei ertappen, „nur kurz“ mit laufendem Motor zu warten, stellen Sie sich vor, Sie gießen gerade eine Tasse Benzin direkt in den Gully.

 

5. Tempo, Aerodynamik und versteckte Widerstände

Die Geschwindigkeit ist vielleicht der offensichtlichste, aber dennoch am meist unterschätzte Spritfresser.

  • Der Luftwiderstand wächst nicht linear, sondern explodiert. Zwischen 110 und 150 km/h liegen beim Verbrauch Welten, obwohl der Unterschied „nur“ 40 km/h beträgt. Deshalb gilt: Wer sich ein selbst auferlegtes Tempolimit von beispielsweise 120 km/h statt 140 km/h gönnt, spart auf langen Autobahn-Strecken leicht einen hohen einstelligen oder zweistelligen Prozentbetrag.
  • Dachträger, Dachbox oder ein Fahrrad auf dem Dach verwandeln Ihr Auto aerodynamisch in einen Kleiderschrank auf Rädern. Messungen zeigen, dass sich der Verbrauch je nach Form und Tempo um bis zu 40 Prozent erhöhen kann. Sie sollten diese nur montieren, wenn es wirklich nötig ist, und sie anschließend zügig wieder abbauen.
  • Offene Fenster bei Tempo 100: Wenn auf beiden Seiten die Fenster geöffnet sind, steigt der Verbrauch spürbar, da der Luftstrom im Innenraum verwirbelt. Im Stadtverkehr hingegen dürfen die Fenster offen bleiben, da sie dort oft effizienter sind als die Klimaanlage. Auf der Autobahn sollte aus Verbrauchssicht hingegen die Klimaautomatik sanft arbeiten, während die Fenster geschlossen bleiben.
Stellen Sie sich Ihr Auto wie einen Pfeil vor: Je glatter er durch die Luft schneidet, desto weniger Energie braucht er.

 

6. Klimaanlage, Heizung und Stromfresser: Die unsichtbaren Mitfahrer

Viele elektrische Helferlein ziehen Energie, die der Verbrennungsmotor als zusätzlichen Kraftstoff liefern muss.
  • Klimaanlage: Je nach Fahrzeug, Technik und Einsatzbedingungen verursacht sie einen Mehrverbrauch von ca. 0,3 bis 1,5 Litern pro 100 Kilometer. Besonders effizient ist sie, wenn Sie ein stark aufgeheiztes Auto zunächst kurz durchlüften. Erst dann sollten Sie die Klimaanlage einschalten.
Hand stellt die Lüftung im Auto ein, während blaue Luftströme die Klimaanlage visualisieren
  • Standheizung: Sie bietet Komfort, benötigt aber ebenfalls Energie. Der Mehrverbrauch liegt bei etwa 0,2 bis 0,5 Litern pro Stunde. Längere Vorheizzeiten lohnen sich nur, wenn du regelmäßig viele Kilometer fährst. Experten raten dazu, dass die Fahrt mindestens so lange dauern sollte wie die Aufwärmphase mit Standheizung davor.
  • Sitzheizung, Heckscheibenheizung, starke Gebläse, Zusatzscheinwerfer, Unterhaltungselektronik: All das sind nützliche Zusatzfunktionen. Schalten Sie konsequent ab, was Sie nicht wirklich brauchen. Sicherheitsrelevante Systeme wie Licht oder Scheibenwischer bleiben natürlich an.
Die Frage im Kopf „Brauche ich das jetzt wirklich?“ spart erstaunlich viel.

 

7. Gewicht und Ladung: Der Kofferraum als Chaos-Zone

Der Mehrverbrauch durch Ballast ist kein Mythos, sondern gut belegt.
 
  • Schon zusätzliche 100 Kilogramm Last treiben den Verbrauch laut ADAC um bis zu etwa 0,3 Liter pro 100 Kilometer nach oben. Allein das vollwertige Ersatzrad im Kofferraum wiegt etwa 20 Kilogramm. Hinzu kommen eventuell die vergessene Getränkekiste, das alte Werkzeug-Set oder der ständig montierte Kindersitz. Das kostet zumindest in der Summe Geld, ohne dass Sie es merken.
  • Noch teurer als Gewicht ist Gewicht plus Luftwiderstand. Wie bereits erwähnt, Dachboxen oder Gepäckträger kombinieren beide Faktoren. Deshalb sollten sie nach jedem Urlaub möglichst schnell wieder in den Keller wandern. In der Regel sparen Fahrräder auf einem Heckträger im Vergleich zur Dachmontage Sprit.
Eine gute Routine: Bei jedem Reifenwechsel oder mindestens zweimal im Jahr das Auto „ausmisten“.

 

8. Reifen, Reifendruck und EU-Label: Gummiringe mit großer Wirkung

Reifen gelten als Langweiler-Thema – zu Unrecht.
 
  • Ein zu niedriger Reifendruck – schon etwa 0,4–0,5 bar unter dem empfohlenen Wert – erhöht den Rollwiderstand und verlängert den Bremsweg. Das steigert den Verbrauch um bis zu rund 0,3 Liter pro 100 Kilometer. Zugleich steigt das Risiko von Reifenschäden und Reifenplatzern, vor allem bei höherem Tempo.
  • Leicht erhöhter Druck: Ein moderat höherer Reifendruck im Rahmen der Herstellerangaben kann den Rollwiderstand senken und den Verbrauch um einige Prozent reduzieren. Wer den oberen der angegebenen Druckbereiche wählt (z. B. „voll beladen“), fährt meist effizienter und oft auch etwas direkter.
  • Spritspar-Reifen und Effizienzklassen: Spezielle „Eco-Reifen“ mit geringem Rollwiderstand können bis zu 0,5 Liter pro 100 Kilometer einsparen. Das EU-Reifenlabel zeigt mit den Klassen A bis E (früher bis G), wie effizient ein Reifen ist. Zwischen den Klassen liegen je nach Kombination spürbare Verbrauchsunterschiede.
Wichtig: Mehr Effizienz bedeutet in der Regel etwas weniger Haftung, insbesondere bei Nässe. Wer sich für Eco-Reifen entscheidet, sollte bei schlechten Bedingungen defensiver fahren.

9. Wartung und Technik: Wie ein fitter Motor Ihnen hilft

Ein schlecht gewartetes Auto ist wie ein Marathonläufer mit verstopfter Nase. Beide müssen beim Laufen mehr Energie aufwenden, um die gleiche Leistung zu erbringen.
 
  • Ein technisch einwandfreier Motor mit sauberem Luftfilter, intakten Zündkerzen und frischem Öl arbeitet hingegen effizienter und verbraucht weniger Kraftstoff. Umgekehrt treiben verrußte Zündkerzen, verschlissene Einspritzdüsen oder verschmutzte Luftwege den Spritverbrauch spürbar nach oben.
  • Moderne Leichtlauföle können den inneren Widerstand im Motor senken und im Alltag einen kleinen, aber messbaren Beitrag zur Effizienz leisten. Wichtig ist, sich strikt an die Freigaben des Herstellers zu halten.
  • Software-Updates, die Hersteller bei Service-Terminen aufspielen, betreffen zunehmend auch die Motorsteuerung und die Abgasreinigung. Sie können die Fahrbarkeit und den Verbrauch optimieren. 
Ein Blick ins Serviceheft beantwortet die Frage: „Bin ich wirklich auf dem aktuellen Stand? Oder fahre ich aufgrund von Nachlässigkeit mit angezogener Handbremse?”

 

10. Tanken mit Köpfchen: Wenn der Literpreis zur eigenen Wissenschaft wird

Sprit sparen beginnt schon strategisch an der Zapfsäule.
  • Preise schwanken im Tagesverlauf oft deutlich. Viele Auswertungen zeigen, dass das Tanken in den späten Abendstunden häufig günstiger ist als morgens. Apps der großen Automobilclubs oder von Verbraucherschützern helfen beim Preisvergleich. Einfacher wird es mit einem neuen Gesetz der Bundesregierung, das demnächst verabschiedet werden soll. Danach dürfen Tankstellen die Preise für Diesel und Benzin nur noch einmal am Tag (um 12 Uhr mittags) erhöhen. Preissenkungen sollen immer möglich sein.
Tankstelle als Preis für Kraftstoffe steht das Wort teuer
  • Autohöfe abseits der Autobahn sind laut ADAC-Stichproben deutlich billiger als Raststätten direkt an der Strecke. Bei Diesel beträgt der Preisunterschied teilweise mehr als 30 Cent pro Liter. Bei Super E10 sogar mehr als 40 Cent. Auf langen Reisen macht das schnell mehrere Euro aus.
Wer nicht aus Gewohnheit, sondern aus Kalkül seine „Lieblingstankstelle“ ansteuert, baut sich über Jahre eine stille Sparstrategie auf.

Und was ist mit der Kfz-Versicherung?

Sprit spart sie zwar nicht, aber Nerven. Gerade dann, wenn trotz defensiver Fahrweise, kluger Techniknutzung und aller Vorsicht doch etwas passiert. Eine passende Autoversicherung ist entscheidend dafür, wie schnell Sie wieder mobil sind. Eine gute Police nimmt Ihnen im Ernstfall einen großen Teil der finanziellen Sorgen ab. So können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren. Nämlich sicher, entspannt und möglichst sparsam unterwegs zu sein.
Opa fährt mit Enkel Autoscooter

Sparkassen-Autoversicherung

Flexibel wie der fahrbare Untersatz. Wenn Sie als Fahrzeughalter Wert auf Ihre individuelle Absicherung und besonderen Service legen.

Vorteile und Leistungen Autoversicherung

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