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  • Strahl einer Taschenlampe im Dunklen

    Stromausfall: Wie gut sind Sie wirklich vorbereitet?

Dresden, 23. Januar 2026 | (ks)
 
Ein kurzer Stromausfall lässt sich meist mit einem Schulterzucken abtun. Bleibt Energie jedoch länger weg, wird das für eine moderne, digitalisierte Gesellschaft schnell zum Stresstest. Es ist dunkel. Geräte funktionieren nicht mehr. Kein WLAN. Kein Handyempfang. Die Heizung bleibt kalt. Geschäfte öffnen nicht. Es zeigt sich, wie abhängig unser Alltag vom Strom ist. Und wie sinnvoll es ist, vorbereitet zu sein.
 
 

Der Unterschied zwischen Stromausfall und Blackout

Ein Stromausfall ist lokal oder regional begrenzt. In der Regel dauert er wenige Minuten bis einige Stunden. Ein Blackout hingegen ist ein großflächiger, länger andauernder Zusammenbruch des Stromnetzes mit Folgen für Tage oder sogar Wochen.
 
Stromausfälle kommen immer wieder mal vor. Die Ursachen können vielfältig sein. Die Bundesnetzagentur sagt, ein großflächiger, langanhaltender Blackout in Deutschland ist unwahrscheinlich. Die Netzbetreiber haben für den Fall der Fälle Sicherungsmechanismen in der Strom-Infrastruktur verbaut.
 
 

Ursachen für Stromausfälle

Naturkatastrophen und Unwetter:
  • Stürme insbesondere Winterstürme, Starkregen oder Eislasten beschädigen Leitungen und Masten.
Bauarbeiten:
  • Ein Bagger beschädigt ein Kabel.
Technische Defekte:
  • Trafostationen fallen aus.
Terroranschläge und Vandalismus:
  • Mutwillige Zerstörung der stromführenden Infrastruktur wie Kabel und Masten.
Cyberangriffe:
  • Sie sind eine ernstzunehmende Gefahr, die schwer vorhersehbar ist.
Energiewende:
  • Die wetterabhängige und deshalb schwankende Stromerzeugung durch Windkraft- und Solaranlagen kann die Netzstabilität gefährden. Hier kann es zu einem sogenannten Brownout kommen. Dabei wird der Strom für einige Zeit kontrolliert und lokal begrenzt abgeschaltet, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden.
„Wie empfindlich Deutschland der Wegfall von Strom und Wärme treffen kann, hat uns der mehrtägige Stromausfall im Südwesten Berlins vor Augen geführt. Zehntausende Haushalte waren durch einen Brandanschlag ohne Strom und damit bei winterlichen Minusgraden größtenteils auch ohne Heizung.“
 
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 

Zu wenige Menschen sorgen ausreichend vor

Es ist davon auszugehen, dass nur eine Minderheit der Deutschen systematisch auf Stromausfälle vorbereitet ist. Eine im April 2025 durchgeführte Umfrage des Vergleichsportals Verivox in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Innofact ergab, dass 73 Prozent der Befragten keine konkreten Vorkehrungen getroffen haben. Nur 27 Prozent sind vorbereitet.
 
69 Prozent der Befragten halten die deutsche Stromversorgung für sicher. Und ja, das ist sie auch. Aber insbesondere gegen Anschläge und Cyberattacken kann es keine hundertprozentige Sicherheit geben.
 
Notfallset Kurbelradio mit Taschenlampe
Um sich im privaten Haushalt ausreichend auf einen Stromausfall vorzubereiten, sollten Sie sich vergegenwärtigen, welche Geräte und Prozesse ohne Strom nicht funktionieren. Denn es wird kritisch, wenn aus Stunden Tage werden. Oder wenn in einer ganzen Region der Strom ausfällt.
 
 

Was bei Stromausfall nicht mehr funktioniert

Wohnung
  • In der Wohnung gehen die Lichter aus und alle elektrischen Geräte stehen plötzlich still: Herd, Kühlschrank, Router, Aufzug, elektrische Rollläden und Garagentore. Auch Heizungen mit elektrischer Steuerung sowie Umwälz- und Wärmepumpen schalten ab, sodass die Räume nach und nach auskühlen. Das passiert besonders schnell in schlecht gedämmten Gebäuden und bei Frost.
Wasserversorgung und Toilette
  • Die Wasserversorgung hängt entweder von den Pumpwerken der Stadtwerke oder von einem eigenen Brunnen ab. Bei einem längeren Ausfall können Druck und Menge in der Leitung spürbar sinken. Dies betrifft insbesondere höher gelegene Gebäudeteile oder große Wohnanlagen. Teilweise kommt dann gar kein Wasser mehr. Wer eine eigene Hauswasseranlage oder einen Brunnen mit elektrischer Pumpe nutzt, ist unmittelbar auf gespeichertes Wasser angewiesen.
     
    Ob eine Toilette noch spült, hängt vom System ab: Klassische Schwerkraft-Toiletten mit kommunaler Wasserversorgung funktionieren oft zunächst weiter, solange Druck in der Leitung vorhanden ist. Pumpenunterstützte Toiletten, Keller-WCs mit Hebeanlage oder kleine Hauskläranlagen fallen dagegen sofort aus. In diesem Fall hilft nur das manuelle Nachfüllen des Spülkastens oder die Nutzung einer Not- bzw. Campingtoilette.
Infrastruktur
  • Auch die Infrastruktur ist betroffen: So fallen beispielsweise Ampeln, Straßenbeleuchtung, viele Tankstellen, Bankautomaten und Kassensysteme in Supermärkten aus. Karten- und Onlinezahlungen funktionieren nicht. Nach einiger Zeit fällt auch der Mobilfunk aus. Mit zunehmender Dauer brechen Kühlketten zusammen, Lieferketten werden langsamer und der Weg zur Arbeit oder nach Hause kann deutlich länger und unsicherer werden.
Das müssen Sie wissen: Kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser oder Wasserwerke verfügen über Notstrom-Lösungen oder Pufferspeicher. Bei kurzen Ausfällen besteht keine unmittelbare Gefahr.

Gut vorbereitet für den Stromausfall

Vielleicht fragen Sie sich jetzt: „Bin ich wirklich gerüstet?” „Muss ich mir wirklich alle empfohlenen Utensilien kaufen?” Es gilt: Besser haben als brauchen. Eine kleine Notfallausstattung sichert wichtige Funktionen wie Licht, Wärme, Kochen, Kommunikation und Hygiene. Dazu gehören Wasser, haltbare Lebensmittel, Batterien, Lichtquellen, geladene Powerbanks und Akkus sowie Bargeld.
 
Menschen sitzen dick angezogen bei Kerzenschein in einer dunklen Wohnung am Tisch
Alle Notfall-Utensilien sollten gut sortiert an einem Ort aufbewahrt werden, sodass sie auch im Dunkeln griffbereit sind.
 
Umfangreiche Checklisten für eine gute Vorbereitung finden Sie hier:
 
 
 

Hier sind noch einige weitere Tipps, die wir für praktisch und sicherheitsrelevant halten:

 

Wärme (für alle, die keinen separaten Ofen besitzen)

  • Lassen Sie vorhandene Wärme so lange wie möglich im Raum. Das funktioniert eine Weile lang, indem Sie Türen geschlossen halten und Vorhänge bzw. Jalousien vor den Fenstern schließen. Es ist auch hilfreich, wenn sich alle Personen des Haushalts in einem Raum aufhalten.

  • Thermo- oder Skiunterwäsche ist sehr hilfreich, wenn es in der Wohnung kalt wird. Sie liegt eng am Körper an, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Als erste Schicht unter mehreren speichert sie die Körperwärme. Sie ist nicht nur bei Stromausfällen praktisch, sondern auch bei Winterwanderungen bei strengem Frost.

  • Beim Betrieb von Not-Öfen ist äußerste Vorsicht geboten. Bei gasbetriebenen Heizgeräten oder Petroleumöfen in geschlossenen Wohnräumen kann Sauerstoffmangel auftreten. Im schlimmsten Fall droht eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Verwenden Sie deshalb nur Qualitäts-Notöfen mit CO-Warner, die explizit für die Verwendung in Innenräumen zugelassen sind und ein Prüfsiegel tragen. Holzkohlegrills und ähnliche Geräte sind in geschlossenen Räumen tabu.
    Vergessen Sie nicht, dass Sie für das Einfüllen von flüssigem Brennmaterial gegebenenfalls einen Trichter benötigen.
 

Essen und Kochen

  • Ein Notvorrat an Lebensmitteln, die ohne Kochen satt machen, ist hilfreich (siehe Checklisten). An kalten Tagen können eine warme Suppe und ein heißer Tee jedoch Wunder wirken. Auf einem Campingkocher lassen sich einfache warme Mahlzeiten zubereiten.

  • Ein simples Stövchen mit Teelicht ist hilfreich, um Tee, Kaffee oder Wasser für eine Weile warmzuhalten.
 

Beleuchtung

  • Kerzen und Teelichter haben die meisten Menschen generell im Haus. Beim Umgang mit offenen Flammen ist jedoch stets Vorsicht geboten. Sie sollten niemals unbeaufsichtigt sein. Sicherer ist ein Vorrat an LED-Lichtern mit einer entsprechenden Menge an Batterien/Akkus. Auch Laternen minimieren die Brandgefahr.

  • Es schadet nicht, nicht nur eine, sondern mehrere Taschenlampen im Haus zu haben. Praktisch sind auch Stirnlampen. Sie spenden ausreichend Licht und Sie haben die Hände frei, beispielsweise wenn Sie Essen zubereiten.
 

Wasser und Hygiene

  • Um im Notfall Wasser von außerhalb zu holen, benötigen Sie Eimer oder Kanister. Die nehmen jedoch viel Platz weg. Für die Notfall-Vorbereitung sind faltbare Wasser-Kanister praktisch und platzsparend. Damit können Sie auch Trinkwasser transportieren.

  • Wenn Wasser knapp wird, haben Trinken und Kochen Vorrang. Die Körperhygiene rückt prioritär nach hinten. Hier helfen Feuchttücher für eine Katzenwäsche, um die Müffel-Grenze nicht zu überschreiten. Eltern kleiner Kinder haben diese immer im Haus. Alle anderen sollten eine Packung bevorraten.

  • Sollte es bei einem längeren Stromausfall zu einem Ausfall bzw. einer Unnutzbarkeit der Toilette wegen Rückstau im Kanal kommen, wird es spannend. Insbesondere in Mehrfamilienhäusern. Camper haben eine Campingtoilette. Für alle anderen empfiehlt sich eine Not-Toilette. Dabei handelt es sich um einen speziellen kompostierbaren Sack, der unter die Toilettenbrille geklemmt oder in einen Eimer gestülpt werden kann. Dazu gibt es ein Granulat, das den Inhalt der Not-Toilette in eine Art Gel verwandelt und Gerüche bindet. Das ist gut zur Minderung des Ekelfaktors. Sie können das Ganze später umweltgerecht in der Biotonne versenken.

  • Bitte bedenken Sie auch Ihre speziellen persönlichen Bedarfe. Wenn Sie beispielsweise Insulin benötigen, das gekühlt werden muss, sollten Sie eine Akku-Kühlbox besitzen. Ein Kühlschrank hält im Allgemeinen bei geschlossener Tür mindestens vier bis sechs Stunden ohne Strom die Temperatur.
 
 

Welche Schäden durch Stromausfall sind versichert?

dunkle Küche mit Pfanne auf dem Herd, die von Kerzen beleuchtet wird
Grundsätzlich gilt: Nicht der Stromausfall selbst ist versichert, sondern der eingetretene Sachschaden als dessen Folge. (Quelle: Gesamtverband der deutschen Versicherer - GDV)

Bei der Regulierung von Schäden kommt es jedoch auf den Einzelfall an. Es gelten jeweils die im Versicherungsvertrag vereinbarten Regelungen. Private Verbraucher sind wie folgt abgesichert:
 

Verdorbenes Gefriergut

Wenn die Positionen „Stromausfall” oder „Schäden an Gefriergut” versichert sind, wird verdorbenes Gefriergut über die Hausratversicherung ersetzt. In der Hausratversicherung der Sparkassen-Versicherung Sachsen ist diese Position bereits eingeschlossen. Prüfen Sie Ihre Hausratpolice, um festzustellen, ob Sie Versicherungsschutz haben.
 

Rohrbruch

Frostbedingte Bruchschäden an Rohren sind über die Wohngebäude-Versicherung abgedeckt. Dies gilt jedoch nur, wenn entsprechende Sicherheitsmaßnahmen beachtet wurden. So gehört es zur sogenannten Obliegenheit des Versicherten, Leitungen rechtzeitig zu entleeren.
 

Brandschäden

Kommt es beispielsweise durch das Nutzen von Kerzen zu Brandschäden am Mobiliar, ersetzt die Hausratversicherung diese. Am Gebäude selbst springt die private Wohngebäudeversicherung ein. In der Hausratversicherung der Sparkassen-Versicherung Sachsen sind auch Sengschäden, beispielsweise an Teppichen, mitversichert.
 

Einbruchdiebstahl

Die Hausratversicherung ersetzt gestohlene Einrichtungsgegenstände und Wertsachen. Sie kommt auch für Schäden durch Vandalismus auf.
 

Überspannungsschäden

Ein Stromausfall kann zu Überspannungsschäden führen, auch ohne Blitzeinwirkung. Beim Wiedereinschalten des Stroms treten häufig Spannungsspitzen auf, die empfindliche Elektrogeräte beschädigen können. In einem solchen Fall springt die Wohngebäude-Versicherung ein, sofern der Baustein Photovoltaik oder der Baustein Haustechnik abgeschlossen wurde.
 
„Stromausfälle wie jetzt in Berlin zeigen, wie verletzlich unsere Infrastruktur ist. Versicherungen können viele Schäden auffangen, aber eben nicht alle. Umso wichtiger ist es, dass auch die öffentliche Hand Vorsorge trifft. Kritische Infrastrukturen müssen widerstandsfähiger werden und die Bevölkerung besser vorbereitet“
Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV
 
Ein längerer Stromausfall reißt uns aus unserem Alltag. Plötzlich fehlen Selbstverständlichkeiten, die wir sonst kaum wahrnehmen. Doch darin liegt auch eine Chance: zur Entschleunigung, zum Umdenken und zum Zusammenrücken. Mit der richtigen Vorbereitung, etwas Improvisationstalent und einem offenen Blick für Ihre Mitmenschen meistern Sie diese Situation souverän.
 
 

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