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    Bombenentschärfung: Zahlt Versicherung, falls es Schäden gibt?

Dresden, 18.10.2018 | (ks)
 
Update vom 22. Oktober:
Aufatmen bei Anwohnern links und rechts der Elbe sowie den Einsatzkräften. Die Evakuierungsmaßnahmen zur geplanten Bombenentschärfung am 23. Oktober wurden aufgehoben. Wie die sächsische Polizei am späten Nachmittag mitteilte, handelt es sich bei dem vermuteten Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg um ein größeres Wasserrohr mit Muffe. Das Rohr gehört wahrscheinlich zu einer Wasserleitung aus DDR-Zeiten, die nicht auf den Karten verzeichnet war.
 
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Am 23. Oktober müssen 17.500 Anwohner und Anrainer einiger Dresdner Stadtteile bis 8 Uhr ihre Wohnungen, Häuser und Gebäude verlassen haben. Diese liegen in der Gefahrenzone für die geplante Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg. Seit Tagen laufen die Vorbereitungen für eine der größten Evakuierungsaktionen der letzten Jahrzehnte.
 

Mögliche Fliegerbombe im Ostragehege geortet

Immer wieder kommt es bei Bauarbeiten in Dresden und Sachsen vor, dass explosive Hinterlassenschaften des 2. Weltkrieges aus dem Erdreich auftauchen. Zuletzt wurde im Mai 2018 eine 250-Kilo-Bombe im Dresdner Stadtteil Löbtau entschärft. Jetzt hat der sächsische Kampfmittelbeseitigungsdienst bei Baugrundvorbereitungen im Dresdner Ostragehege möglicherweise eine Fliegerbombe gefunden. Sie soll am Messering unter der asphaltierten Zufahrt eines Firmengeländes liegen. Die Auswertungen von Messdaten und von historischen Luftbildern erhärteten den Bombenverdacht.
 
Laut sächsischer Polizei werden jährlich in Sachsen über 150 Tonnen Kampfmittel wie Munition, Sprengstoffe und Waffen geborgen, entschärft und beseitigt. Die Weltkriegsmunition birgt ein hohes Gefahrenpotenzial, da die Bomben aufgrund der langen Liegezeit im Boden unberechenbar sein können. Eine verlässliche Aussage dazu, wie viel Munition noch in sächsischer Erde liegt, lässt sich nicht treffen.
 

Schutz von Menschen ist das Wichtigste

Jede Entschärfung bedeutet für die Einsatzkräfte einen hohen zeitlichen und logistischen Aufwand, um Menschenleben zu schützen und Sachschäden möglichst zu vermeiden. Und für die Betroffenen – Privatleute, Unternehmen, Schulen und Kitas – stört eine Evakuierung den normalen Alltag. Die betroffenen Anwohner müssen nicht nur ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Sie lassen auch ihren gesamten Besitz zurück. Mitnehmen dürfen sie nur eine Notfalltasche. Zum einen ist das unangenehm und zum anderen fragen sie sich natürlich: Sollte es bei der Entschärfung doch zu einer Explosion kommen, wer ersetzt dann eventuelle Schäden?
 

Zahlen Versicherer für die Schäden einer möglichen Explosion?

Die in Deutschland üblichen Versicherungen für Gebäude und Hausrat decken grundsätzlich Sachschäden ab, die durch Explosionen entstehen. Laut Versicherungsbedingungen schließen diese Policen normalerweise Schäden aus, die auf Kriegsereignisse zurückgehen. Das gehört zu den sogenannten Kriegsklauseln. Die Detonation einer Weltkriegsbombe ist nach Ansicht vieler Experten die Folge eines Kriegsereignisses – selbst wenn der Zweite Weltkrieg schon Jahrzehnte zurück liegt.
 
Bei Schäden durch Blindgänger-Bomben des Zweiten Weltkrieges verzichten in der Regel alle Versicherer auf die Anwendung des Kriegsausschlusses und regulieren die Schäden. Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist kein Fall bekannt, bei dem eine Versicherung bei Schäden nach einer Bombenexplosion nicht gezahlt hätte.
 
Sollten Teile des Gebäudes, also Mauern, Dächer oder Türen beschädigt werden, ersetzt die Gebäudeversicherung die Schäden. Auch Fenster, die bei einer Druckwelle kaputtgehen könnten, wären ein Fall für die Gebäudeversicherung. Sollte eine Explosion innerhalb einer Wohnung Schäden am Inventar anrichten, würden diese Schäden von der Hausratversicherung übernommen.
 

Wäre mein Auto bei Schäden versichert?

Auch das Auto sollte man vorsichtshalber außerhalb der Evakuierungszone parken. Die Schäden bei einer möglichen Explosion sind über die Teilkaskoversicherung abgedeckt. Autobesitzer, die eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben, würden diese Schäden also ersetzt bekommen.
 

Zahlt die Unfallversicherung, sollten Personen trotz Evakuierung verletzt werden?

Zwar werden in der Sperrzone alle Bewohner zwangsevakuiert. Sollte bei einer Detonation jedoch trotzdem jemand in oder außerhalb der Evakuierungszone verletzt werden, würde eine private Unfallversicherung zahlen – vorausgesetzt, der Verletzte hat eine solche Versicherung abgeschlossen.
 
Dank an die Helden der Arbeit
An dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Sprengmeister, die mit ihrer gefährlichen Arbeit Blindgänger unschädlich machen und Menschenleben schützen. Und auch an alle Baggerfahrer, die heute noch nie wissen können, was sie auf ihre Schaufel zutage fördern. Sie arbeiten mit Umsicht und viel Erfahrung und sind wirkliche Helden der Arbeit.

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