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    Online-Kauf: So erkennen Sie Fake-Shops

Dresden, 19.11.2019 | (ks)
 
Ist es nicht schön, nach Herzenslust einkaufen zu können, ohne einen Fuß nach draußen setzen zu müssen. Kein Gedränge in den Geschäften, kein Tüten schleppen - der Einkauf ist nur ein paar Mausklicks entfernt. Erst recht, wenn jede Menge Geschenke zu besorgen sind. Neben der Bequemlichkeit bieten Online-Shops eine große Vielfalt an Produkten an. Fast alles kann man heute online erstehen und manchmal reinfallen. Denn unter Online-Händlern gibt es schwarze Schafe, sogenannte Fake-Shops.
 
Hinterhältig sind Fake Shops, weil sie auf den ersten, schnellen Blick nur schwer als solche zu erkennen sind. Die meisten sind professionell gestaltet und seriösen Shops täuschend echt nachgebaut. Geklaute Produktbildern und Informationen aus dem Internet suggerieren Seriosität. Beim Kunden kommen so kaum Zweifel an der Echtheit der Angebote auf. Das besondere Lockmittel sind attraktive Preise, meist für teure Markenware.
 

Mögliche Gefahren durch Fake-Shops:

  • Sie erhalten keine oder minderwertige Ware.
  • Sie erhalten gefälschte Markenartikel.
  • Sie bekommen Ihr Geld nicht wieder.
  • Ihre persönlichen Daten und Zahlungsdaten werden für weitere Betrügereien gesammelt und später missbräuchlich eingesetzt.
  • Fakeshop-Domainnamen werden mit missbräuchlich erlangten privaten Daten angelegt.
  • Das überwiesene Geld geht an sogenannte Finanzagenten.
  • Der Zoll beschlagnahmt die von Ihnen bestellte Ware (z.B. bei Fälschungen).
Experten-Tipp: Gegen Vermögensschäden aus Cyber-Risiken kann man sich versichern. Ein entsprechendes Schutzpaket gibt es für die ganze Familie zum Beispiel den Sparkassen-Internet-Schutz der Sparkassen Versicherung Sachsen.

Diese Merkmale helfen Ihnen, Fake-Shops zu identifizieren:

Auf den zweiten, gründlichen Blick lässt sich Abzocke selbst bei professioneller Aufmachung anhand einiger Merkmale erkennen. Zusätzlich hilft es Tools, sogenannte Add-ons, zu nutzen. (z. B. Abzockschutz, Flagfox oder WorldIP). Diese warnen vor möglichen Fake-Shops und geben zusätzliche Informationen zur Herkunft der Internetseite.
Auffällige Internet Adresse
  • Schauen Sie sich den Domainnamen (www-Adresse) an, ob er sich vom echten Hersteller unterscheidet. Vorausgesetzt Sie kennen diesen. Auch Ungereimtheiten bei der Adress-Endung können ein Warnzeichen sein, etwa eine Erweiterung um weitere Domain-Endungen wie '.de.com'. Skeptisch sollten Sie auch werden, wenn die Adresse nicht zum Angebot des Shops passt. Kaufen Sie nur in Shops mit einer gesicherten Verbindung. Das erkennen Sie am Kürzel 'https://' plus der Abbildung eines Vorhängeschlosses am Anfang der Adresszeile. Das Kürzel https garantiert nicht mehr, dass der Anbieter seriös ist. Auch Betrüger nutzen Zertifikate.
Eingeschränkte Zahlungsweise
  • Seriöse Shops bieten eine kundenfreundliche Zahlungsweise und mehrere Zahlungsarten zur Auswahl an. Vorsicht ist geboten, wenn es nur die Bezahlmöglichkeiten „Vorkasse“, „Sofort-Überweisung“ und „Bezahlung mit einem Gutschein“ gibt. Gibt es weitere Zahlungsvarianten wie "Kauf auf Rechnung" oder Kauf per Kreditkarte" prüfen Sie, ob diese beim Anklicken funktionieren. Fake-Shops tricksen hier gern, um sich einen seriösen Anstrich zu geben. Im Zweifel gilt immer – erst die Ware, dann das Geld.
Falsche Gütesiegel
  • Fake-Shops schmücken sich gern mit erfundenen Gütesiegeln. Oder sie nutzen echte Gütesiegel wie etwa "Trusted Shops", ohne dieses Zertifikat zu besitzen. Zwar können Sie mit einem Klick auf das Siegel prüfen, ob das Siegel mit einem Zertifikat des Siegel-Betreibers verlinkt ist. Ohne entsprechenden Link dürfte es sich um eine Fälschung handeln. Aber selbst hier wurden schon die Siegelanbieterseiten gefälscht. Unter der Adresse http://internet-guetesiegel.de/ finden Sie eine Zusammenstellung von vertrauenswürdigen Siegeln und können zwecks Gegenkontrolle schauen, ob der Shop beim Siegelbetreiber gelistet ist. Vor einer missbräuchlichen Verwendung schützt das jedoch nicht.
Kundenbewertungen
  • Kundenbewertungen sind für viele Menschen ein Kriterium für einen Kauf. Generell macht es beim Online-Shopping Sinn, wenn Sie sich nicht nur auf Bewertungen innerhalb eines Shops zu verlassen, sondern sich auch in sozialen Medien und Foren umzuschauen. Sollten sich die Lobeshymnen häufen, kann dies ein zusätzliches Indiz für einen Fake-Shop sein – vor allem, wenn anderweitige Bewertungen stark davon abweichen.
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
  • Oft werden gut formulierte, jedoch frei erfundene oder von anderen Seiten kopierte AGB verwendet. Sie sind nur schwer als Fake zu erkennen. Stutzig werden können Sie hier über merkwürdige Regelungen zum Widerrufs- und Rückgaberecht. Insbesondere dann, wenn diese Rechte ganz fehlen. Auch wenn die AGB fehlen oder in schlechtem Deutsch daherkommen – lieber nichts bestellen.
Impressum
  • Ein Impressum dient dazu, die Identität des Geschäftspartners prüfen zu können. Deshalb ist es Pflicht und muss stets leicht erkennbar und unmittelbar sein. Betreiber von Online-Shops müssen auf ihrer Internetseite unter anderem den Firmennamen, die geografische Adresse und eine E-Mail-Adresse angeben. Handelt es sich um eine juristische Person wie zum Beispiel eine GmbH, muss im Impressum der Vertretungsberechtigte stehen, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sowie das Handelsregister samt konkreter Registernummer. Auf der Seite www.handelsregister.de lassen sich die Angaben überprüfen. Finden Sie auf der Homepage keine Adresse oder nur eine Postfach-Adresse, sollten Sie misstrauisch sein. Gleiches gilt, wenn Sie nur per E-Mail mit dem Shopbetreiber in Kontakt treten können. Dann ist es besser, von einer Bestellung Abstand zu nehmen. 

Fake-Händler bei Amazon

Betrügerische Händler agieren auch als Marketplace-Händler bei Amazon. Die Täter eröffnen einen eigenen Marketplace-Shop oder übernehmen durch vorheriges Phishing einen bestehenden seriösen Shop. Nach der Kaufbekundung versuchen sie, Kunden auf Webseiten außerhalb von Amazon zu lotsen und zur Zahlung über Dienste wie Paydirekt, PayPal oder Western Union aufzufordern. Vorsicht ist außerdem geboten, wenn plötzlich die Zugangsdaten für Amazon eingegeben werden sollen, obwohl man bereits eingeloggt war. Dann besteht zusätzlich die Gefahr, Opfer von Phishing zu werden.
 

Was Opfer eines Fake-Shops tun können:

Laut Polizei wollen unseriöse Händler ihre Opfer davon abhalten, sich zu wehren und sie wollen Zeit gewinnen. Nach dem Motto täuschen, tricksen, tarnen werden Kunden zum Beispiel mit Lieferschwierigkeiten vertröstet. Falls Ihnen Zweifel an der Seriosität des Anbieters kommen, können Sie folgendes tun:
 
  • Bekommen Sie keine oder minderwertige Ware – treten Sie vom Vertrag zurück und verlangen Sie die Rückzahlung des Kaufpreises (formlos per E-Mail).
  • Betreiber von Fake-Shops werden mit ziemlicher Sicherheit das gezahlte Geld nicht freiwillig zurückerstatten. Meist ist das Geld weg. Setzen Sie sich schnellstens mit Ihrer Bank in Verbindung. Abhängig vom Zahlungsweg lassen sich Zahlungen manchmal rückgängig machen. Bei einer Überweisung kann die Zeitspanne dafür jedoch sehr kurz sein. Bei einer Lastschrift können Sie diese innerhalb von acht Wochen zurückbuchen lassen. Falls mit Kreditkarte bezahlt wurde, kontaktieren Sie schnellstens Ihr Kreditinstitut mit der Bitte um Stornierung und Rückbuchung. Ein einklagbarer Rechtsanspruch dafür besteht jedoch nicht. Erfahrungsgemäß zeigen sich die Dienstleister bei Betrugsfällen eher kulant.
  • Extra-Tipp: Vermeiden Sie Käufe/Überweisungen außerhalb von Geschäftszeiten Ihrer Bank, um im Notfall einen Ansprechpartner bei Ihrer Bank erreichen zu können.
  • Rechtlich handelt es sich bei der Vorgehensweise von Fake-Shops um Betrug. Alle Belege für die Online-Bestellung sollten gesammelt und gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots. Betroffene können die Unterlagen von einer Verbraucherzentrale prüfen lassen und Strafanzeige bei der Polizei stellen. Dies ist auch online möglich.
 

Fazit:

Fake-Shops werden ständig zahl- und trickreicher. Vor allem, wenn Sie in Ihnen unbekannten Shops kaufen, gilt deshalb: Augen auf beim Online-Kauf. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie sich die Webseite des Shops nach den oben genannten Merkmalen genau an. Recherchieren Sie über den Shop im Internet, nutzen Sie Suchmaschinen. Nehmen Sie gegebenenfalls vor dem Kauf Kontakt zum Shop-Betreiber auf. Nutzen Sie sichere Zahlungsmöglichkeiten oder Zahldienste, die Käuferschutzprogramme oder Treuhandsysteme anbieten. Erstatten Sie auf jeden Fall Anzeige beziehungsweise informieren Sie die Verbraucherzentrale, wenn Sie auf einen unseriösen Händler stoßen. Auch dann, wenn Sie ihr Geld zurückbekommen. Diese Institutionen werden dann tätig.
#SachsenCyberSicher
Der Schutz und die Prävention vor Risken, die sich in der Online-Welt auftun, ist uns ein besonderes Anliegen. Unter dem #SachsenCyberSicher wird die Sparkassen Versicherung Sachsen deswegen ab 2020 eine Initiative für mehr Sicherheit in der Online-Welt starten.

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