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    Wie ist man im Home-Office versichert?

Dresden, 16.04.2020 | (ks)
 
Laut einer Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom arbeitet aktuell fast jeder Zweite aus Sicherheitsgründen ganz oder teilweise im Home-Office. Vor Corona war mobiles Arbeiten eher bei digitalen Nomaden, New-Work-Gurus und Tech Startups an der Tagesordnung. Auch die Versicherungsbranche hatte weit vor Corona bereits die Weichen für mobile Arbeitskonzepte gestellt. In vielen anderen Unternehmen hingegen war es die Ausnahme oder wurde nicht zugelassen.
 

Begrenzter Versicherungsschutz im Home-Office

Für viele Arbeitnehmer ist das Arbeiten von zu Hause aus also etwas Neues und wirft auch Fragen auf. Zum Beispiel: Wie bin ich im Home-Office versichert? Wer zahlt, wenn sich Mitarbeiter daheim bei der Arbeit verletzen? Die Antwort darauf ist kniffliger, als viele denken, denn für das Home-Office gelten andere Regeln als im Büro. Im privaten Zuhause gehen Berufliches und Privates fließend ineinander über. Umso mehr, wenn bei geschlossenen Kitas und Schulen auch die Kinderbetreuung parallel zu Hause erfolgt.
Zusammengefasst ist die Sachlage so: Arbeitnehmer haben im Home-Office einen eingeschränkten und Kinder gar keinen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz.

Feine Abgrenzungen beim Versicherungsschutz

Laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unterscheidet die gesetzliche Unfallversicherung streng zwischen privaten und beruflichen Tätigkeiten. Während der Ausübung ihres Berufs und auf dem Weg zu und von der Arbeit sind Arbeitnehmer gesetzlich unfallversichert. Das heißt: Stolpert ein Arbeitnehmer im Unternehmen auf dem Weg zur Kaffeemaschine, zum Wasserspender zur oder in der Toilette und verletzt sich, greift die gesetzliche Unfallversicherung, denn nach Ansicht des Bundessozialgerichts (BSG) liege hier eine Verknüpfung mit der Betriebstätigkeit vor (vgl. BSG, Urteil vom 02.12.2008 – B 2 U 17/07 R). Es diene der Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit und damit der Möglichkeit, seine betriebliche Tätigkeit fortsetzen zu können.
 
Im Home-Office dagegen sind Arbeitnehmer nur direkt am heimischen Arbeitsplatz oder auf dem unmittelbaren Weg dorthin gesetzlich versichert. Ein Kaffeeholen in der Küche zählt nicht dazu und auch kein Wasser holen im Keller. Der Gang zur Toilette ist ebenfalls nicht automatisch gesetzlich unfallversichert. Immer wieder beschäftigen sich die Sozialgerichte mit solchen Fällen. Nach Ansicht der Richter ist für den Versicherungsschutz maßgeblich, ob die Tätigkeit im engen Zusammenhang mit den beruflichen Aufgaben steht. Das BSG spricht hier von einer Handlungstendenz. Das wäre der Fall, wenn man sich beispielsweise beim Installieren eines PCs oder Druckers im heimischen Arbeitszimmer verletzt oder beim Wechseln einer Druckerpatrone.
 
Im Einzelfall ist die Abgrenzung zwischen versicherter und unversicherter Tätigkeit gerade im Home-Office schwierig und birgt deshalb rechtlich Unklarheiten. Weil im Home-Office eben keinerlei betriebliche Zwänge bestehen, kann, so die allgemeine Rechtsauslegung, auch die Verantwortung des Arbeitgebers für die Gestaltung des konkreten Arbeitsumfelds nicht mehr greifen.
 
Die feinen Unterschiede gelten übrigens auch für Wegeunfälle. Wer sein Kind auf dem Weg zur Arbeit in einer Kita absetzt, ist gesetzlich unfallversichert. Wer dagegen auf dem Weg von der Kita zum Heimarbeitsplatz stürzt, ist es laut Bundessozialgericht nicht.
Als Richtschnur gilt: Wer im Home-Office etwas tut, was nicht in direktem Zusammenhang zu seiner Arbeit steht, ist nicht gesetzlich unfallversichert. 

Ergänzender Schutz mit privater Unfallversicherung

Der Fall Home-Office verdeutlicht, es kann sinnvoll sein, sich mit einer privaten Unfallversicherung abzusichern. Als Ergänzung zur gesetzlichen Unfallversicherung kommt sie auch für Unfälle auf, die sich zu Hause oder in der Freizeit ereignen. Gleiches gilt für Kinder. Kinder sind zwar in Tageseinrichtungen und Schulen durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, aber nicht im heimischen Umfeld.
 
Die private Unfallversicherung spannt einen Schutzschirm bei Unfällen mit schweren Folgen und dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen. Sie zahlt (abhängig vom Vertrag) beispielsweise einen festen Betrag aus sowie Unfallrenten bei teilweiser oder vollständiger Invalidität und sie leistet bei Unfalltod. Je nach gewähltem Tarif ist ein individuelles Absicherungskonzept möglich, das auch diverse Rehabilitations- und Assistance-Leistungen einschließt. Für den Schutz der ganzen Familie gibt es spezielle Familientarife.
Gut zu wissen: Die Beiträge zur Unfallversicherung lassen jeweils zu 50 Prozent als Werbungskosten und Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung absetzen.
Wenn Sie sich zur Unfallversicherung beraten lassen möchten, können Sie das während der Corona-bedingten Einschränkungen gern online tun. 

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