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    Interview: Werkstudentin mit sozialem Engagement

Dresden, 25.10.2018 | (ks)
 
Seit April 2018 verstärkt Tatjana Krause den Personalbereich als Werkstudentin. Die 22-Jährige studiert im 3. Semester Wirtschaftswissenschaften (Wiwi) an der Technischen Universität Dresden. Im Gegensatz zum klassischen Studentenjob kann sie als Werkstudentin fundiert mitarbeiten, wird fachlich unterstützt und die praktischen Erfahrungen kommen ihr im Studium zugute. Die junge Studentin wiederum blickt frisch von außen auf das Unternehmen und bringt qualifizierte neue Ideen aus dem Studium mit. Eine Win-win-Situation für beide Seiten also und gute Gründe dafür, warum es im Unternehmen 10 Werkstudenten gibt.

Wir waren neugierig, wie es Tanja als Werkstudentin in einem Versicherungsunternehmen gefällt und was sie sonst so macht, wenn sie weder im Hörsaal noch am Schreibtisch sitzt.
 

Hallo Tanja, warum hast du dich für unser Unternehmen entschieden?

Da ich Wirtschaftswissenschaften studiere, wollte ich auch praktisch in einem Wirtschaftsunternehmen arbeiten. Da dachte ich mir, je größer das Unternehmen, um so vielfältiger sind dann auch die Einblicke und die Aufgaben. So erlebe ich das jetzt auch. Deshalb habe ich mich gefreut, dass das hier im Unternehmen geklappt hat. Und das Gehalt kann ich als Studentin natürlich gut gebrauchen.
 

In welcher Abteilung des Personalbereiches arbeitest du?

Ich bin in der Personalentwicklung eingesetzt.
 

Was passiert dort genau?

Am Anfang konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie vielfältig die Aufgaben sind. In der Abteilung werden kaufmännische Dinge wie Kostenplanung, Controlling und Statistiken erstellt. Die Kollegen arbeiten aber auch an Ideen und neuen Konzepten für die Entwicklung der Mitarbeiter. Hier bin ich in Projekte mit eingebunden. Unter Personalentwicklung darf man sich nicht nur Weiterbildung vorstellen. Das sind auch Planspiele, wie sieht die Arbeitswelt von morgen, also Arbeit 4.0 aus, und wie muss sich ein Arbeitgeber darauf vorbereiten. Ein weiteres Aufgabenfeld sind Prozessanalysen für den Bereich Personalmanagement. Zum Beispiel bin ich daran beteiligt, dass zukünftig Arbeitsverträge teilautomatisch erstellt werden. Da drückt dann der Sachbearbeiter nur noch auf einen Knopf.
 

Hört sich spannend an?

Der Job ist für mich eine absolut spannende Abwechslung zur Uni. Das Grundlagenstudium von Wiwi ist sehr theoretisch. Hier sehe ich schon während des Studiums quasi die Umsetzung von der Theorie in die Praxis. Und ich kann ins Arbeitsleben hineinschnuppern auch im Hinblick darauf, sich selbst zu organisieren, sich durchzubeißen. Ich werde ja nicht nur gefördert, sondern auch gefordert. Auch das muss man irgendwie lernen. Das Studentenleben ist zwar auch eine anspruchsvolle, aber eine völlig andere Welt.
 

Willst du nach dem Studium im Bereich Human Resources arbeiten?

Das könnte ich mir auf jeden Fall nach den Monaten hier vorstellen. Ich lebe als Studentin zwar mehr im Hier und Jetzt und plane noch nicht so weit voraus. Gerade beim Studium ist mir wichtig, erst mal Schritt für Schritt bis zum Master zu gehen.
 

Apropos Studium, du engagierst dich auf dem Campus sehr für eine Initiative von Studenten gegen Blutkrebs. Erzähl doch mal.

Ich arbeite bei AIAS mit. Das ist ein gemeinnütziger Münchner Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, alle Studenten in Deutschland in der internationalen Stammzelldatenbank registrieren zu lassen. Seit 2015 gibt es die  Dresdner AIAS Gruppe an der TU Dresden.
 

Wie packt ihr die Sache an?

Wir werben vor den Vorlesungen für die Registrierung unter dem Motto: "Leben retten zwischen zwei Vorlesungen". Dabei klären wir über Blutkrebs auf, gestalten Infoabende, Informationsstände und wir organisieren ein Mal im Jahr eine große Registrierungsaktion auf dem Campus. Bei der letzten Aktion im Juni 2018 haben sich über 1.400 Studenten als Spender registrieren lassen.
 

Gab es schon Studenten, die tatsächlich zu Knochenmarkspendern wurden?

Ja, seit wir 2015 in Dresden mit den Registrierungen begonnen haben, sind es mittlerweile 10 Lebensretter.
 

Was ist deine Motivation, in dem Verein mitzuarbeiten?

Viele von uns haben Berührungspunkte mit Krebserkrankungen. Entweder, dass sie selbst erkrankt waren wie der Vereinsgründer oder im Familien- und Freundeskreis. Das ist auch bei mir so. Wenn man sich mit Blutkrebs und der Spenderproblematik (jeder 10. Patient muss sterben, weil er keinen passendenden Spender hat) beschäftigt, ist es einfach so, dass Studenten ideale Spender sind. Sie sind jung, meistens gesund und kommen viele Jahre – bis zum 55. Lebensjahr – als Spender in Frage. Hinzu kommt noch, dass ja auch internationale Studenten an der Uni studieren. Sie vergrößern dann gewissermaßen den Genpool der Spenderdatei.
 

Die übliche Registrierungsgebühr von 30 Euro ist für "arme" Studenten schon happig?

Die Studenten müssen nichts dafür bezahlen. Die DKMS, mit der wir eng zusammenarbeiten, übernimmt zum Glück die Kosten. Aber wir wollen wenigstens einen Teil der Kosten zurückgeben und veranstalten deshalb verschiedene Aktionen, um Spenden einzuwerben. Die geben wir an die DKMS weiter. Als nächstes wollen wir mit einem Benefizkonzert am 7. November in der Lukaskirche in Dresden Geld sammeln. Da hoffen wir natürlich, dass möglichst viele Menschen kommen, nicht nur Studenten.
Danke für das Gespräch Tanja.
Als Arbeitgeber hat es sich die Sparkassen-Versicherung Sachsen auf die Fahnen geschrieben, Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich engagieren, zu unterstützen. Neben ihrem direkten Engagement für gemeinnützige Vereine wie beispielsweise der Kinderarche Sachsen, kann sie so den Vereinen auch indirekt helfen. So werden beispielsweise Mitarbeiter freigestellt, die als Knochenmark-Spender in Frage kommen.
 
Und wer jetzt neugierig geworden ist:
Wir suchen aktuell noch Werkstudenten in den Bereichen Unternehmenskommunikation, Leben-Mathematik, Social Media, Vertriebsmanagement, Vertriebsunterstützung und IT.

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