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  • Junge, sportliche Frau fährt Mountainbike im bunten Herbstwald

    Auf dem Drahtesel sicher durch den Herbst und Winter

Dresden, 12.11.2020 | (ks)
 
Immer mehr Menschen fahren das ganze Jahr über mit dem Rad zur Arbeit. Die körperliche Fitness und die Bewegung an der frischen Luft, möchten sie auch im Winter nicht missen. Zudem erspart man sich die Enge in überfüllten Bussen und Bahnen. In der kalten und dunklen Jahreszeit erfordert der Tritt in die Pedale mehr Planung als im Frühjahr und Sommer und vor allem eine gute Ausrüstung.
Jens Lindner, Mitarbeiter der Sparkassen-Versicherung Sachsen, ist begeisterter Radfahrer.
Jens Lindner beim Triathlon an der Talsperre Pöhl.
Wir haben Jens Lindner um ein paar Tipps gebeten, wie man im Winter auf dem Rad sicher unterwegs ist.
Als Risikocontroller in der Sparkassen-Versicherung Sachsen kennt er sich nicht nur mit Unternehmensrisiken aus. Als Ganzjahres-Radfahrer besitzt er zudem jede Menge Erfahrung mit den Risiken von Winterfahrten auf dem Drahtesel.
Vor allem aber betont er: "40 Minuten täglich moderate Bewegung an frischer Luft bewirken Wunder für die Immunabwehr."

Hier die ultimative Ausbeute an Tipps, was hilfreich ist:

#1: Kleidung - Optimal in Schichten angezogen

Wichtig für winterliche Radfahrer-Kleidung ist, einerseits warm und trocken zu bleiben, andererseits aber nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen. Wer viel und lange im Winter fährt, für den lohnt sich die etwas kostspielige Investition in atmungsaktive, regenabweisende und winddichte Sportbekleidung. Diese sollte in Schichten übereinander getragen werden. So kann man die wärmende Hülle gut per Zwiebelprinzip an wechselnde Außentemperaturen anpassen. Darüber hinaus sollte die Kleidung unbedingt dazu beitragen, als Radfahrer gut sichtbar zu sein.
Empfehlungen zur Ausstattung:
    • Atmungsaktive Funktionsunterwäsche, die den Schweiß von der Haut wegtransportiert.
    • An der Vorderseite winddichte, am Rücken aber atmungsaktive Radjacke und -hose.
    • Ein atmungsaktiver Baselayer, der Feuchtigkeit gut weiterleitet und selbst wenig aufnimmt.
    • Ein warmes Trikot oder ein Midlayer, der Feuchtigkeit aufnimmt und die Körperwärme hält.
    • Fahrradhelm
    • Dünne, winddichte Mütze
    • Winddichte Handschuhe, die entweder nur vor auskühlendem Wind schützen oder dickere Exemplare, die zusätzlich vor Kälte isolieren.
    • Überschuhe, die vor Wind, Regen, Schlamm und Kälte schützen. Sie werden über den Schuhen getragen und lassen sich mit Rennrad-, Mountainbike- und Touring-Schuhen kombinieren.
    • Reflektierende Warnweste
    • Empfindliche Personen, die schnell zu Erkältungen neigen, können auch einen Nierenwärmer umbinden.
Prinzipielle Empfehlung unseres Experten: Eine sportliche Profi-Ausstattung ist eher für längere Winter-Radtouren angebracht. Für den meist kürzeren Arbeitsweg ist das in dem Umfang nicht unbedingt notwendig. Hier reicht auch normale Winter-Kleidung, mit ausreichend Bewegungsfreiheit. Was ich immer griffbereit habe, sind Taschentücher. Die laufende Nase beim Radfahren im Kalten nervt.
Im Winter geht mein Blick täglich auf das Regenradar und die MehrWetter-App. Bei einer Wettermeldung, wo ich garantiert völlig durchnässt im Büro ankomme, bleibt das Rad ausnahmsweise im Keller stehen.

#2: Winterreifen

Jens Lindner: "Ich fahre spätestens ab November Winterreifen mit Spikes. Gerade zum Winteranfang bei plötzlicher Straßenglätte steigt man schnell unfreiwillig vom Rad ab. Mit den Spikes bin ich auf Eis und Schnee noch nie ins Rutschen gekommen. Der zusätzliche Rollwiderstand auf trockener Straße erhöht meinen Trainingseffekt."
Weitere Tipps:
    • Generell auf ein gutes, nicht abgefahrenes Profil achten.
    • Reifenhersteller bieten spezielle Winterreifen für Fahrräder in verschiedenen Ausführungen, mit und ohne Spikes an.
    • Spikes sind – anders als beim Auto – für Fahrräder erlaubt. Sie verbessern auf Schnee und Eis den Grip. Auf trockenem oder nassem Asphalt sind die Fahreigenschaften schlechter. Besonders Kurvenfahren und das Bremsen werden schwieriger.
    • Ein etwas abgesenkter Reifendruck erhöht die Bodenhaftung.
Hinweis: In Deutschland gibt es keine Winterreifen-Pflicht für Fahrräder.

#3: Schutzbleche

Mountainbikes, Crossräder und andere sportliche Modelle haben meist keine serienmäßigen Schutzbleche. Bei Regen und Schnee sind diese hilfreich, um halbwegs sauber anzukommen.
Hinweis: In Deutschland sind Schutzbleche nicht gesetzlich vorgeschrieben.

#4: Beleuchtung

Schlecht erkennbare Radfahrer in der Dämmerung oder Dunkelheit sind für Autofahrer ein Graus und für den Radfahrer ein unkalkulierbares Risiko. Jens Lindner: "Für meine batteriebetriebene Beleuchtung habe ich immer Ersatzbatterien dabei. Mit einer Frontlampe, deren Helligkeit in zwei Stufen einstellbar ist, habe ich gute Erfahrungen auf der Straße und dunklen Wegen gemacht."
Unbedingt erforderlich sind:
    • Frontscheinwerfer mit weißem Reflektor
    • ein Rücklicht und ein roter Rückstrahler
    • umlaufende Reflexstreifen an Vorder- und Hinterreifen oder gelbe Reflektoren in Vorder- und Hinterrad oder reflektierende Speichensticks in allen Speichen
    • je zwei gelbe Reflektoren an den Pedalen
    • Wer viele besonders dunkle Abschnitte absolvieren muss, gewinnt mehr Sicherheit durch eine Helmleuchte. Sie macht dort Licht, wo das Auge hinschaut.
Hinweis: Eine gute Beleuchtung ist gesetzlich vorgeschrieben.

#5: Fahrtechnik auf winterlichen Straßen

Jens Lindner: "Im Winter ist es unerlässlich, mit einem deutlich angepassten Tempo und besonders vorausschauendem Bremsverhalten zu fahren. Nicht ganz einfach, wenn man sportliches Radfahren gewöhnt ist. Richtig gefährlich sind Straßenbahngleise. Wenn irgend möglich, meide ich diese und fahre lieber einen kleinen Umweg"
Weitere Tipps für das Fahren auf winterlichen Straßen:
    • Grundsätzlich: Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, parkenden Autos oder Fußgängern halten und langsam fahren.
    • Veränderte Fahrtechnik: Bei rutschigem Boden, etwas mehr mittig und kompakt sitzend fahren. Oft lässt sich ein rutschendes Vorderrad noch abfangen, indem man mehr Gewicht zum Lenker verlagert. Immer mit Zug auf der Kette fahren und gefühlvoll bremsen.
    • Bei fester Schneedecke und Glätte in Kurven möglichst weder treten noch bremsen. Lässt sich Bremsen nicht vermeiden, dies frühzeitig und maßvoll tun.
    • Auf Glatteis Lenkbewegungen vermeiden und wenn möglich ohne zu bremsen ausrollen.
    • Auf Brücken langsam fahren. Die können vereister sein, als andere Straßenabschnitte. Gilt auch an schattigen Orten – etwa in Wäldern – wo die Straße der Witterung besonders stark ausgesetzt ist.
    • Bodenmarkierungen und Kopfsteinpflaster sind bei Nässe besonders rutschig. Vorsicht gilt auch an Hindernissen wie Längsrillen (Straßenbahngleise) oder Längskanten, die häufig zwischen Rad- und Fußweg sind.
    • Je nach Beschaffenheit der Fahrbahn einen Gang kleiner fahren als sonst, damit immer Schub vorhanden ist.
    • Generell gilt bei Schneelage: Näher zum Boden! Den Schwerpunkt durch tieferen Sattel und möglichst auch Lenker weiter nach unten legen. Das Vorderrad entwickelt dadurch mehr Grip und bessere Spurführung. Die seitliche Balance fällt leichter und man kann sich im Zweifelsfall mit den Füßen abstützen.
    • Pedelec-Fahrer müssen darauf gefasst sein, dass auf Schnee und Matsch der elektrische Antrieb zeitverzögert und mit viel Drehmoment einsetzt.

#6: Batteriepflege für E-Bikes und Pedelecs

Die Batterie ist die empfindliche Komponente des Motors. Minusgrade führen dazu, dass Leistung und Reichweite sinken.
Das sollte man beachten:
    • Neopren-Akkuhüllen halten sie länger warm. Das erhöht die Reichweite.
    • Batterie erst aufladen, wenn diese Zimmertemperatur erreicht hat. Ist sie zu kalt, wird sie nicht vollständig aufgeladen. Kondenswasser, das sich bildet, kann außerdem zu Schäden führen.
    • Batterie erst kurz vor Fahrtantritt einsetzen
Hinweis: Die Räder von Markenherstellern verfügen in der Regel über gut abgedichtete Motoren. Kälte, Schnee und Matsch können ihnen wenig anhaben.

Extra-Sicherheits-Tipp:

24/7-Schutz, weltweit - für Pedalritter ist eine Unfallversicherung ein guter Basisschutz, um nach einem Unfall ausreichend Geld für zusätzliche Ausgaben zur Wiederherstellung der Gesundheit oder notwendige Maßnahmen zur Milderung der Unfallfolgen zu haben.
"I want to ride my bicycle" sang Freddie Mercury, der legendäre Queen-Sänger. "Ich möchte damit fahren wohin ich möchte“. Wer das auch im Winter will, für den ist das mit unseren Tipps kein Problem. Bevor es losgeht, unbedingt das Rad einem Sicherheits-Check unterziehen.

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