Im August 2002 wurde das große Elbehochwasser auch für die Sparkassen-Versicherung Sachsen in Dresden zur unmittelbaren Realität. Die Elbe trat über die Ufer, Wasser drang in die Hauptverwaltung ein, Räume wurden geflutet. Dort, wo sonst gearbeitet wurde, standen plötzlich Keller- und Gebäudebereiche unter Wasser. Technik, Unterlagen, Mobiliar und gewohnte Abläufe waren gefährdet oder nicht mehr nutzbar.
Das Hochwasser von 2002 hat Sachsen geprägt. Und es hat auch die Sparkassen- Versicherung Sachsen geprägt. Die Erfahrung, selbst betroffen gewesen zu sein, ist bis heute präsent. Sie zeigt: Es geht bei Naturgefahren nicht nur um Karten, Pegelstände oder Schadenssummen. Es geht um Menschen, um ihr Zuhause, um Arbeitsplätze, um Erinner- ungen und um die Frage, wie wir uns besser vorbereiten können.
Genau hier setzt „Elementa – Zentrum Naturgefahren“ an. Die neue digitale Informationsplattform unterstützt Bauherrschaften, Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sowie Planerinnen und Planer dabei, Risiken am konkreten Gebäudestandort frühzeitig zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen einzuplanen. Ziel ist es, Gebäude in Sachsen widerstandsfähiger gegen Hochwasser, Starkregen und Hagel zu machen.
Die Sparkassen-Versicherung Sachsen bietet den Service gemeinsam mit der Gruppe der öffentlichen Versicherer und dem Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung e.V. (IFS) an. Unter
www.elementa.org erhalten Nutzerinnen und Nutzer kostenfrei Zugang zu adressgenauen Gefahreninformationen, interaktiven Karten, praxisnahen Ratgebern und einem Register geprüfter Bauteile für widerstandsfähigeres Bauen.
Naturgefahren nicht erst nach dem Schaden betrachten
Elementa richtet sich an alle, die ein Gebäude planen, kaufen, sanieren oder modernisieren möchten. Die Plattform zeigt, welche Gefährdungen an einem Standort bestehen können – etwa durch Flusshochwasser, Starkregen oder Hagel. Daraus lassen sich konkrete Hinweise für die Bauplanung ableiten: von der Grundstücksentwässerung über den Schutz von Keller, Sockel und Eingängen bis hin zu Dach, Fassade und Fenstern.
„Wer heute baut oder saniert, trifft Entscheidungen für Jahrzehnte“, so Stefanie Schlick, Vorstandsvorsitzende der Sparkassen-Versicherung Sachsen. „Deshalb sollten wir Naturgefahren nicht erst dann betrachten, wenn Wasser bereits im Keller steht oder ein Dach beschädigt ist. Mit Elementa machen wir Risiken verständlich und zeigen, wie Vorsorge praktisch aussehen kann – auch und gerade hier bei uns in Sachsen.“
Risiko-Radar: Wissen, was am eigenen Standort droht
Herzstück der neuen Plattform ist das „Risiko-Radar“. Es ermöglicht eine einfache, adressgenaue Einschätzung von Naturgefahren am jeweiligen Gebäudestandort. Zum Start umfasst das Angebot Informationen zu Flusshochwasser, Starkregen und Hagel.
Die Daten basieren unter anderem auf öffentlichen Starkregen- und Hochwasserkarten der Bundesländer und des Bundes. Eine Besonderheit ist die Hagel-Risikokarte, die auf Daten des Karlsruher Instituts für Technologie basiert. Sie zählt derzeit zu den genauesten verfüg-baren Hagel-Risikokarten für Deutschland und wurde erstmals im März 2026 veröffentlicht.
amit macht Elementa sichtbar, was im Alltag oft schwer einzuschätzen ist: Liegt mein Grundstück in einem Bereich, der bei Starkregen besonders gefährdet sein könnte? Welche Rolle spielt die Nähe zu einem Gewässer? Welche Gebäudeteile sind bei Hagel besonders anfällig? Aus solchen Informationen kann frühzeitig Vorsorge entstehen.
Geprüfte Bauteile für mehr Widerstandskraft
Neben der Gefahreneinschätzung bietet Elementa konkrete Orientierung für die Umsetzung. Im exklusiven Bauteilregister finden Nutzerinnen und Nutzer geprüfte und zertifizierte Produkte, die dazu beitragen können, Gebäude besser gegen Naturgefahren zu schützen.
Zum Start sind bereits zahlreiche hagelsichere Bauelemente gelistet, darunter Dachziegel, Dachfenster und Fassadenputze. Das Register wird kontinuierlich erweitert. Dafür arbeitet Elementa mit der Schweizer Vereinigung der kantonalen Gebäudeversicherer und dem österreichischen Elementarschaden Präventionszentrum zusammen. So fließen internationale Erfahrungen in die Bewertung wirksamer Schutzmaßnahmen ein.
Prävention als Verantwortung
Mit Elementa unterstreicht die Sparkassen-Versicherung Sachsen ihre Rolle als Partner für Prävention und Gebäudeschutz in Sachsen. Die Plattform soll helfen, Risiken früher zu erkennen, Schutzmaßnahmen besser zu planen und Schäden möglichst zu vermeiden oder deutlich zu verringern.
„Versicherungsschutz bleibt wichtig. Aber aus eigener Erfahrung wissen wir: Noch besser ist es, wenn Schäden gar nicht erst entstehen“, sagt Stefanie Schlick. „Das Hochwasser 2002 hat uns gezeigt, wie wertvoll Vorsorge ist. Mit Elementa möchten wir dieses Wissen weiter- geben – verständlich, kostenlos und ganz konkret für den jeweiligen Standort.“
Neben der individuellen Vorsorge am eigenen Gebäude nimmt Elementa auch den öffentlichen Naturgefahrenschutz in den Blick – etwa Schutzmaßnahmen der Infrastruktur, gute Beispiele aus der Praxis sowie Erkenntnisse aus Forschung und Schadenverhütung.